Caritas erhofft sich Wende durch höchstes Votum für Petition im Petitionsausschuss

von | 30. November 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Eich­stätt (red). In der heu­ti­gen Sit­zung des Peti­ti­ons­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges hat die von über 100.000 Men­schen unter­stütz­te Peti­ti­on der Kam­pa­gne „Frei­wil­li­gen­dienst stär­ken“ das höchs­te Votum erhal­ten. Die Ent­schei­dung fiel ein­stim­mig. „Die­se ein­deu­ti­ge Unter­stüt­zung ist äußerst sel­ten und unter­streicht, dass auch die Par­tei­en im Bun­des­tag end­lich erkannt haben, dass die Frei­wil­li­gen­diens­te drin­gend gestärkt wer­den müs­sen“, erklärt Jakob Strel­ler, der die­se Diens­te der Cari­tas im Bis­tum Eich­stätt koor­di­niert. Er hofft, dass die­ses Votum dazu bei­trägt, die der­zei­ti­gen Kür­zungs­plä­ne für Frei­wil­li­gen­diens­te zu stop­pen. Aktu­ell sieht der Bun­des­haus­halt Ein­spa­run­gen von 78 Mil­lio­nen Euro im nächs­ten Jahr vor, was einen Rück­gang von rund 25 Pro­zent bedeu­ten wür­de. Zahl­rei­che Frei­wil­li­gen­dienst­plät­ze wür­den dadurch weg­fal­len.

Zur Ent­schei­dung des Peti­ti­ons­aus­schus­ses erklärt Marie Bei­men, Peten­tin und eine der Frei­wil­li­gen­spre­che­rin der Kam­pa­gne: „Wir haben nach mona­te­lan­gem Ein­satz die Poli­tik von unse­ren For­de­run­gen über­zeugt. Die­ser Erfolg ist das Ergeb­nis von sehr viel Enga­ge­ment von Frei­wil­li­gen, Ehe­ma­li­gen, Trä­gern und Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern, die alle davon über­zeugt sind, dass eine Stär­kung der Frei­wil­li­gen­diens­te drin­gend not­wen­dig ist für unse­re Gesell­schaft.“ Bei­men fol­gert: „Wenn die Bun­des­po­li­tik ihr eige­nes Votum ernst meint, müs­sen in den aktu­ell lau­fen­den Haus­halts­ver­hand­lun­gen umge­hend die Kür­zungs­plä­ne gestoppt wer­den. Wir brau­chen mehr Geld für eine Stär­kung der Frei­wil­li­gen­diens­te, eine Kür­zung hät­te kata­stro­pha­le Fol­gen für die Diens­te und wür­de ihren gesell­schaft­li­chen Mehr­wert in Fra­ge stel­len. Das hat die Poli­tik durch das heu­ti­ge Votum auch erkannt, aber sie muss jetzt dem­entspre­chend beim Haus­halt für das nächs­te Jahr und die fol­gen­den Jah­re han­deln.“

Jakob Strel­ler meint: „Ein Stopp der Kür­zungs­plä­ne wäre ein ernst­zu­neh­men­der Start­schuss für eine Debat­te über einen Aus­bau und eine Stär­kung der Frei­wil­li­gen­diens­te.“ Auf­grund des ein­stim­mi­gen Votums im Peti­ti­ons­aus­schuss wird die Peti­ti­on der Kam­pa­gne durch eine Ein­zel­re­de eines zustän­di­gen Abge­ord­ne­ten aus dem Peti­ti­ons­aus­schuss im Ple­num des Bun­des­ta­ges behan­delt. Dies wird vor­aus­sicht­lich am 30. Novem­ber 2023 erfol­gen.

In der Peti­ti­on wur­den ganz viel­fäl­ti­ge For­de­run­gen erho­ben: unter ande­rem eine Ver­drei­fa­chung der Mit­tel durch Bund und Län­der für Frei­wil­li­gen­diens­te, ein deut­lich höhe­res Taschen­geld, ein Infla­ti­ons­aus­gleich, die kos­ten­lo­se Nut­zung von Nah- und Fern­ver­kehr, mehr Wert­schät­zung der Diens­te durch Anrech­nung auf Aus­bil­dung und Stu­di­um, ein viel­fäl­ti­ge­res Platz­an­ge­bot und eine bes­se­re Finan­zie­rung von Semi­na­ren sowie mehr Mit­ar­beits­chan­cen in Teil­zeit.

Bild­un­ter­schrift: Jakob Strel­ler hofft auf eine posi­ti­ve Wen­de für die Finan­zie­rung der Frei­wil­li­gen­diens­te durch das höchs­te Votum für die Peti­ti­on der Kam­pa­gne „Frei­wil­li­gen­diens­te stär­ken“ im Peti­ti­ons­aus­schuss des Bun­des­ta­ges. Foto: Caritas/Esser