CO2-Emissionen beim Straßenbau deutlich höher als angenommen

von | 12. Februar 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Die Anga­ben der CO2-Emis­sio­nen für Fern­stra­ßen­pro­jek­te im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan sind schön­ge­rech­net. Ein vom BN beauf­trag­tes Gut­ach­ten weist ekla­tan­te Ver­säum­nis­se und metho­di­sche Feh­ler nach. BN for­dert Nach­be­rech­nung, um tat­säch­li­che Emis­sio­nen zu ermit­teln sowie Mora­to­ri­um sämt­li­cher baye­ri­scher Stra­ßen­bau­pro­jek­te.

Zusätz­li­cher Stra­ßen­bau in Deutsch­land und Bay­ern wür­de sich auf die ohne­hin sehr schlech­te Kli­ma­bi­lanz des Ver­kehrs­sek­tors noch stär­ker nega­tiv aus­wir­ken als bis­her ange­nom­men. Das zeigt ein Gut­ach­ten, wel­ches der BN bei der renom­mier­ten Fach­agen­tur für Stadt- und Ver­kehrs­pla­nung Regio­Con­sult in Mar­burg in Auf­trag gege­ben hat. Regio­Con­sult hat exem­pla­risch vier Stra­ßen­bau­pro­jek­te in Bay­ern unter­sucht (B26n bei Würz­burg, B13 Orts­um­fah­rung Mer­ken­dorf, B16 Orts­um­fah­rung Ichenhausen/Kötz, B12 Kemp­ten-Buch­loe). Dem­nach wer­den im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan (BVWP) sys­te­ma­tisch deut­lich zu nied­ri­ge CO2-Emmis­sio­nen ange­ge­ben; die tat­säch­li­chen Emis­sio­nen lie­gen wohl um ein Viel­fa­ches höher.

Der BN-Vor­sit­zen­de Richard Mer­gner erklärt: „Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Dr. Vol­ker Wis­sing macht kei­ner­lei Anstal­ten, die dra­ma­tisch schlech­te Kli­ma­bi­lanz sei­nes Res­sorts in den Griff zu bekom­men. Ganz im Gegen­teil, er beharrt auf noch mehr und schnel­le­ren Stra­ßen­bau. Mit Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder hat er einen Bru­der im Geis­te, der nicht müde wird, Bay­ern als Auto­land zu prei­sen. Wich­ti­ge Schie­nen­pro­jek­te im Frei­staat wer­den seit Jahr­zehn­ten von der Staats­re­gie­rung blo­ckiert, dem Stra­ßen­bau alles ande­re unter­ge­ord­net. Wie das Gut­ach­ten zeigt, ist die­se rück­wärts­ge­wand­te Poli­tik sogar noch schäd­li­cher als bis­her ange­nom­men. Wir for­dern die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung daher auf, sämt­li­che Stra­ßen­bau­pro­jek­te in Bay­ern auf den Prüf­stand zu stel­len und den tat­säch­li­chen CO2-Aus­stoß zu ermit­teln.“

Das Gut­ach­ten kommt zu drei Haupt­er­geb­nis­sen (für Details sie­he Anhang):

1.    Die betriebs­be­ding­ten Emis­sio­nen, also der Aus­stoß der Fahr­zeu­ge, wer­den viel zu nied­rig ange­setzt, die ver­wen­de­ten Rechen­mo­del­le sind nicht plau­si­bel. So wird teil­wei­se ein nied­ri­ge­rer Aus­stoß ange­nom­men, obwohl ein höhe­res Ver­kehrs­auf­kom­men pro­gnos­ti­ziert wird.

2.    Die bau­be­ding­ten Emis­sio­nen sind zu nied­rig ange­setzt, also der Aus­stoß, der durch die Bau­ma­te­ria­li­en anfällt (graue Ener­gie). So wur­den teil­wei­se Brü­cken nicht mit auf­ge­führt. Zudem wer­den die Bau­ma­te­ria­li­en kli­ma­freund­li­cher dar­ge­stellt als sie es sind.

3.    Die anla­gen­be­ding­ten Emis­sio­nen, also das CO2, wel­ches durch den Ver­lust von Koh­len­stoff­sen­ken (Wäl­der, Moo­re, Böden) anfällt, wird nur zu einem extrem gerin­gen Teil berück­sich­tigt.

„Ins­be­son­de­re die anla­gen­be­ding­ten Emis­sio­nen haben einen nicht uner­heb­li­chen Anteil an der CO2-Bilanz einer Stra­ße. Dass die­se im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan unzu­rei­chend berück­sich­tigt wer­den, hat uns schon sehr über­rascht. Das ist alles ande­re als seri­ös“, so Dr. Ralf Hop­pe von Regio­Con­sult.

Das Gut­ach­ten zeigt außer­dem, dass die Kli­ma­kos­ten bei den Stra­ßen­bau­pro­jek­ten im BVWP mas­siv unter­be­wer­tet sind. So wer­den bei­spiels­wei­se die betriebs­be­ding­ten CO2-Emis­sio­nen zu nied­rig ange­setzt. Die bau- und anla­ge­be­ding­ten Kos­ten flie­ßen in die Kli­ma­kos­ten nur unvoll­stän­dig ein. Das beein­flusst den soge­nann­ten Nut­zen-Kos­ten-Fak­tor, der bei jedem Stra­ßen­bau­pro­jekt errech­net wird und letzt­lich über die Umset­zung ent­schei­det. Durch die ver­meint­lich nied­ri­ge­ren Kli­ma­kos­ten ver­schiebt sich der Fak­tor so zu Guns­ten des Nut­zens; Stra­ßen­bau­pro­jek­te kön­nen dann leich­ter geneh­migt wer­den.

Wer­ner Reh, Arbeits­kreis­spre­cher des BN-Bun­des­ver­ban­des BUND betont: „Das Ziel, die CO2-Emis­sio­nen im Ver­kehrs­sek­tor bis 2030 um knapp 50 Pro­zent zu redu­zie­ren, ist mit der der­zei­ti­gen Ver­kehrs­po­li­tik in Ber­lin und spe­zi­ell auch in Bay­ern nicht zu errei­chen. Die Emis­sio­nen durch wei­te­ren Stra­ßen­aus- und neu­bau erhö­hen jedes Jahr das Treib­haus­gas­bud­get zusätz­lich. Die Inves­ti­tio­nen des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes müs­sen des­halb bei der lau­fen­den Bedarfs­plan­über­prü­fung neu prio­ri­siert und auf den Erhalt der Brü­cken und Stra­ßen sowie auf umwelt­freund­li­che Schie­nen­pro­jek­te kon­zen­triert wer­den!“

In Bay­ern sol­len bis 2030 für 155 Fern­stra­ßen­pro­jek­te (alte Pro­jekt des BVWP 2003 und vor­dring­li­che Pro­jek­te des BVWP 2030) 12,4 Mil­li­ar­den Euro aus­ge­ge­ben wer­den. Nach den offi­zi­el­len Berech­nun­gen im BVWP 2030 bedeu­ten allein die 127 vor­dring­li­chen Pro­jek­te den Aus- und Neu­bau von 900 Kilo­me­tern Fern­stra­ßen und den Ver­brauch von über 2.000 Hekt­ar Flä­che. 44 Natu­ra-2000-Gebie­te wür­den „erheb­lich beein­träch­tigt“. „Die­ses maxi­ma­le Stra­ßen­bau­pro­gramm ist weder finan­zier­bar noch kli­ma- und natur­ver­träg­lich. Wenn es tat­säch­lich so umge­setzt wird, wäre das ein abso­lu­tes Desas­ter für Mensch, Natur und Kli­ma“, so Mer­gner abschlie­ßend.

Schluss­fol­ge­run­gen Kurz­gut­ach­ten

„Kli­ma­schutz­bei­trä­ge Bun­des­fern­stra­ßen in Bay­ern“
Die offi­zi­el­len Bilan­zen von Fern­stra­ßen unter­schät­zen gra­vie­rend deren nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das Kli­ma! BN for­dert ein Mora­to­ri­um für den Neu- und Aus­bau von Bun­des­fern­stra­ßen in Bay­ern. Bei der Pla­nung von Fern­stra­ßen, Bun­des­au­to­bah­nen und Bun­des­stra­ßen müs­sen die ver­ur­sach­ten und zu erwar­ten­den Treib­haus­gas-Emis­sio­nen ein­be­zo­gen wer­den. Nach jahr­zehn­te­lan­ger Ver­nach­läs­si­gung müs­sen sie seit 2017 in so genann­ten Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen im Rah­men der Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung (UVP) umfas­send ermit­telt wer­den.

Die Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen umfas­sen:
1) Die betriebs­be­ding­ten Emis­sio­nen durch den Aus­stoß der Fahr­zeu­ge
2) Die bau­be­ding­ten Emis­sio­nen, also der CO2-Fuß­ab­druck für die ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en wie
Stahl, Zement, Beton, Asphalt etc.
3) Die anla­ge­be­ding­ten Emis­sio­nen, also Ein­grif­fe in natür­li­che Koh­len­stoff­sen­ken wie Moo­re, Wäl­der, Grün­land und Acker­flä­che

Dabei ist zu beach­ten: Dem Kli­ma­schutz kommt in der Güter­ab­wä­gung eigent­lich ein hohes Gewicht zu, er kann den Bedarf von Stra­ßen­pro­jek­ten in Fra­ge stel­len. Laut Bun­des­kli­ma­schutz­ge­setz müs­sen die Kli­ma­zie­le bei Pla­nun­gen des Bun­des also berück­sich­tigt wer­den. Die Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen sind aber deut­lich zu nied­rig ange­setzt.
Das zeigt das vor­lie­gen­de Gut­ach­ten, wel­ches vom BUND Natur­schutz in Bay­ern zusam­men mit dem Bun­des­ver­band BUND beim Ver­kehrs­pla­nungs­bü­ro Regio­Con­sult in Auf­trag gege­ben wur­de. Es über­prüft die Plau­si­bi­li­tät der Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen der Pro­jekt­dos­siers des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans (BVWP) 2030 (vgl. www.bvwp-projekte.de) am Bei­spiel von vier
Stra­ßen­pro­jek­ten in Bay­ern. Die vier über­prüf­ten Stra­ßen­bau­pro­jek­te sind:

 B 26n bei Würz­burg
 B 13 Orts­um­fah­rung Mer­ken­dorf
 B 16 Orts­um­fah­rung Ichenhausen/Kötz
 B 12 Kemp­ten-Buch­loe

Die­se Feh­ler bezüg­lich der Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen zeigt das Gut­ach­ten auf:

1) Fal­sche Berech­nun­gen der betriebs­be­ding­ten Emis­sio­nen: Obwohl teil­wei­se mehr Ver­kehr durch die Stra­ßen­bau­pro­jek­te pro­gnos­ti­ziert wird, wer­den im BVWP ver­min­der­te CO2-Emmis­sio­nen ange­ge­ben. Die­se Berech­nun­gen sind abso­lut nicht nach­voll­zieh­bar, das ver­wen­de­te Ver­kehrs­mo­dell nicht plau­si­bel. So gibt der BVWP bei­spiels­wei­se bei der B16 trotz deut­li­cher Ver­kehrs­stei­ge­run­gen eine mas­si­ve Abnah­me des betriebs­be­ding­ten CO2-Aus­sto­ßes an.

2) Bau­be­ding­te Emis­sio­nen zu nied­rig ange­setzt: Anstatt pro­jekt­be­zo­ge­ne Berech­nun­gen vor­zu­neh­men, wer­den pau­scha­le Berech­nungs­an­sät­ze genutzt, wel­che nicht die rea­le Pla­nung der Stra­ße wider­spie­geln. Die rea­le Pla­nung ist im Regel­fall deut­lich auf­wen­di­ger und mate­ri­al­in­ten­si­ver als in den Abschät­zun­gen ange­nom­men. Die Über­prü­fung am Bei­spiel B26n, West­um­fah­rung Würz­burg zeigt, dass Brü­cken und drei­strei­fi­ger Bau­ab­schnitt nicht ein­ge­rech­net wur­den und die Emis­sio­nen um 56 Pro­zent höher sind als ange­ge­ben. Ähn­li­che Ver­säum­nis­se konn­te man auch an ande­ren Bei­spie­len fest­stel­len. Zudem wer­den die CO2-Emis­sio­nen der ein­ge­setz­ten Mate­ria­li­en sys­te­ma­tisch unter­schätzt. In der offi­zi­el­len Öko­bau-Daten­bank des Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­ums (www.oekobaudat.de) wer­den die CO2-Emis­sio­nen der ein­zel­nen Bau­ma­te­ria­li­en deut­lich höher ange­ge­ben als im BVWP.

3) Anla­gen­be­ding­te Emis­sio­nen wer­den nicht berück­sich­tigt: In den BVWP-Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen wer­den nur extrem unzu­rei­chen­de anla­ge­be­ding­te Kli­ma­gas­emis­sio­nen ange­ge­ben. Die enorm wich­ti­gen Moo­re und auch die Wäl­der fal­len kom­plett unter den Tisch. Der Ver­lust von Koh­len­stoff­spei­chern und ‑sen­ken macht aber einen rele­van­ten Anteil an den gesam­ten Kli­ma­gas­emis­sio­nen aus, wie eine Bei­spiel­rech­nung anhand der B26n zeigt. Aus­gleichs­ver­su­che mit­tels z. B. Ersatz­pflan­zun­gen für Wäl­der haben wegen der lan­gen Wir­kungs­zeit­räu­me nur einen ein­ge­schränk­ten Kli­ma­nut­zen. Bei Wäl­dern dau­ert es Jahr­zehn­te, bei Moor­bö­den Jahr­hun­der­te bis Jahr­tau­sen­de, bis eine ent­spre­chen­de Koh­len­stoff­bin­dung auf­ge­baut ist.

Neben den zu nied­rig ange­setz­ten Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen sind zudem die Nut­zen-Kos­ten-Wer­te im BVWP feh­ler­haft. Die­se sind irre­füh­rend und ent­spre­chen nicht dem heu­ti­gen Bewer­tungs­stand. Die Kli­ma­kos­ten wer­den mas­siv unter­be­wer­tet.

1) Kos­ten der Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen wer­den nicht voll­stän­dig berück­sich­tigt!
Für die Berech­nung der Nut­zen-Kos­ten-Wer­te wur­den z. T. nur die betriebs­be­ding­ten CO2-Emis­sio­nen her­an­ge­zo­gen und nicht die übri­gen Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen. Die CO2-Emis­sio­nen
des Betriebs machen bei den Pro­jek­ten des vor­dring­li­chen Bedarfs aber nur etwa ein Drit­tel der ohne­hin zu nied­rig berech­ne­ten Lebens­zy­klu­se­mis­sio­nen aus. Ange­nom­men wird also die
Umset­zung des Fern­stra­ßen-Bedarfs­plans ohne den Bau und Unter­halt der Infra­struk­tur, Wald­ro­dun­gen und Boden­zer­stö­run­gen, Stra­ßen­be­trieb ohne Asphalt­schnei­sen, u.v.m.

2) Zu nied­ri­ge CO2-Kli­ma­kos­ten
Für die Berech­nung der Nut­zen-Kos­ten-Wer­te wur­den deut­lich zu nied­ri­ge CO2-Kli­ma­kos­ten ange­setzt. Im BVWP wur­den die Schad­kos­ten mit 145 €/t CO2-Äqui­va­lent ange­setzt. Nach
aktu­el­ler Recht­spre­chung lie­gen die Kos­ten aber bei 700 €/t CO2-Äqui­va­lent (aktu­el­ler Kos­ten­satz nach Umwelt­bun­des­amt). Die­se Fehl­be­rech­nun­gen beein­flus­sen den Kos­ten-Nut­zen-Fak­tor, der bei jedem Stra­ßen­bau­pro­jekt errech­net wird und letzt­lich über die Umset­zung ent­schei­det. Durch die ver­meint­lich nied­ri­ge­ren Kli­ma­kos­ten ver­schiebt sich der Fak­tor also zu Guns­ten des Nut­zens; Stra­ßen­bau­pro­jek­te kön­nen dann leich­ter geneh­migt wer­den.

Fazit: Die Berech­nun­gen sämt­li­cher CO2-Emmis­sio­nen, die mit dem Stra­ßen­bau ein­her­ge­hen sind im BVWP schön­ge­rech­net, sie lie­gen in Wirk­lich­keit deut­lich höher. D. h. die ohne­hin schon sehr schlech­te Bilanz im Ver­kehrs­sek­tor ist in Wirk­lich­keit noch mal um ein Viel­fa­ches schlech­ter. Das Ziel ‑48 % CO2 bis 2030 ist mit den (feh­ler­haf­ten) Berech­nun­gen kaum zu errei­chen, legt man den wah­ren CO2-Aus­stoß zu Grun­de, rückt das Ziel in uner­reich­ba­re Fer­ne.

Dar­aus ergibt sich:
1) Bei der Über­prü­fung des Bedarfs­plans müs­sen die­se Defi­zi­te und Feh­ler besei­tigt und umfas­sen­de, kor­rek­te Kli­ma­bi­lan­zen für die Fern­stra­ßen­pro­jek­te des Bedarfs­plans vor­ge­legt
wer­den. Bis dahin muss ein Stra­ßen­baum­ora­to­ri­um in Kraft tre­ten, das die Pla­nung aller treib­haus­gaser­hö­hen­den Pro­jek­te stoppt. Die Inves­ti­tio­nen des BVWP müs­sen auf den Erhalt der
Brü­cken und umwelt­freund­li­che Schie­nen­pro­jek­te kon­zen­triert wer­den.

2) In Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren müs­sen im Rah­men der UVP umfas­sen­de pro­jekt­ori­en­tier­te Kli­ma­bi­lan­zen und Kli­ma­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen erar­bei­tet wer­den, die sich am kon­kre­ten
Bau­vor­ha­ben ori­en­tie­ren.

3) Die Reduk­ti­ons­vor­ga­ben und das Sek­tor­ziel Ver­kehr (minus 48 % bis 2030) des Bun­des­kli­ma­schutz­ge­set­zes müs­sen bei der Über­prü­fung des Bedarfs­plans und bei Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren von Ein­zel­pro­jek­ten ein­ge­hal­ten wer­den. Stra­ßen­bau­pro­jek­te, die einen zusätz­li­chen Kli­ma­gas­aus­stoß zur Fol­ge haben, redu­zie­ren nicht nur das gerin­ge zur Ver­fü­gung ste­hen­de Treib­haus­gas-Rest­bud­get und die Zeit für die Ein­hal­tung der Kli­ma­zie­le, sie schrän­ken auch die Frei­heits­rech­te künf­ti­ger Gene­ra­tio­nen ein. Nach dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­ur­teil vom 04.03.2021 bedeu­tet das den weit­ge­hen­den Stopp für Stra­ßen­bau­neu­bau und Stra­ßen­aus­bau­pro­jek­te, die den Treib­haus­gas­aus­stoß lang­fris­tig erhö­hen.

Der BN for­dert ein Mora­to­ri­um für sämt­li­che Stra­ßen­bau­pro­jek­te in Bay­ern.

Quel­le: Regio­Con­sult 2022: Kurz­stu­die über Kli­ma­schutz­bei­trä­ge zur Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung von Bun­des­fern­stra­ßen im Rah­men der Umset­zung der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nung 2030.

Foto: Pix­a­bay