Das Land Bayern und Arbeitgeber sollen die Hälfte vom Deutschland-Ticket übernehmen

von | 21. Januar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

1.540 Azu­bis im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen könn­ten für 31,50 Euro „Öffis fah­ren“: Was geht beim D‑Ticket?

Damit Bus­se und Bah­nen bei Azu­bis nicht zu stark aufs Porte­mon­naie drü­cken: Die rund 1.540 Aus­zu­bil­den­den im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sol­len das Deutsch­land-Ticket deut­lich güns­ti­ger bekom­men – näm­lich für die Hälf­te. Für Azu­bis wür­de das bedeu­ten: Sie könn­ten für 31,50 Euro pro Monat mit den „Öffis“ fah­ren. Dafür macht sich die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) jetzt mit einem Appell an die Arbeit­ge­ber stark. Die NGG Nürn­berg-Fürth for­dert: Betrie­be in Bay­ern sol­len ihre Aus­zu­bil­den­den gezielt beim Deutsch­land­Ti­cket unter­stüt­zen – mit 11,50 Euro pro Monat. Immer­hin gebe das Land Bay­ern bereits 20 Euro dazu.

„Es geht vor allem um die täg­li­chen Fahr­ten zum Aus­bil­dungs­platz und zur Berufs­schu­le. Vie­le Azu­bis müs­sen dafür oft wei­te Stre­cken zurück­le­gen“, sagt NGG Geschäfts­füh­re­rin Regi­na Schle­ser. Zwar gebe es für Aus­zu­bil­den­de, Stu­die­ren­de und Jugend­li­che im Frei­wil­li­gen­dienst das baye­ri­sche Ermä­ßi­gungs-Ticket. „Doch auch das ist jetzt teu­rer: Der Preis für das Deutsch­land-Ticket ist in die­sem Monat von 58 auf 63 Euro gestie­gen. Jugend­li­che müs­sen trotz der Unter­stüt­zung vom Land Bay­ern jetzt 43 Euro pro Monat für das Ticket bezah­len. Im letz­ten Jahr waren es noch 38 Euro“, so Regi­na Schle­ser.

Ziel der NGG Nürn­berg-Fürth ist es, Aus­zu­bil­den­de mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, in Mit­tel­fran­ken und auch dar­über hin­aus „mög­lichst mobil zu machen – und das ohne zu gro­ßen Druck auf den Geld­beu­tel“, sagt Schle­ser. Bay­ern sol­le des­halb jetzt dem Vor­bild Nie­der­sach­sens fol­gen: „In Nie­der­sach­sen haben Azu­bis die Chan­ce, ihr D‑Ticket für die Hälf­te des regu­lä­ren Prei­ses zu bekom­men – also für 31,50 Euro pro Monat. Vor­aus­ge­setzt, auch die Arbeit­ge­ber zie­hen mit“, sagt Regi­na Schle­ser.

Ähn­li­che Model­le gebe es bereits viel­fach auf tarif­li­cher Ebe­ne. So habe die NGG erreicht, dass tarif­ge­bun­de­ne Aus­zu­bil­den­de in der baye­ri­schen Milch- und Brau­wirt­schaft oder im Gast­ge­wer­be den Groß­teil ihrer Fahrt­kos­ten vom Arbeit­ge­ber bezahlt bekom­men. Das beinhal­te häu­fig auch das Deutsch­land-Ticket. „Gewerk­schafts­mit­glie­der haben somit wie­der ein­mal einen Vor­teil. Die Mobi­li­tät von Aus­zu­bil­den­den soll­te aber nicht davon abhän­gig sein, ob ein Betrieb tarif­ge­bun­den ist. Das nie­der­säch­si­sche Modell schafft nun die Mög­lich­keit, alle Azu­bis pro­fi­tie­ren zu las­sen“, so Schle­ser.

Kon­kret bedeu­te das: Aus­bil­dungs­be­trie­be in Bay­ern müss­ten ihren Azu­bis ab sofort monat­lich 11,50 Euro zum Deutsch­land-Ticket dazu­ge­ben. Zusam­men mit der 20-Euro Unter­stüt­zung des Lan­des Bay­ern wür­den Azu­bis das D‑Ticket dann für den hal­ben Preis bekom­men. „Die baye­ri­schen Arbeit­ge­ber kom­men dabei noch gut weg: Chefs, die in Nie­der­sach­sen das 50-Pro­zent-Ticket für Azu­bis unter­stüt­zen, sind mit 15,75 Euro pro Monat dabei“, rech­net Regi­na Schle­ser vor.

Die Gewerk­schaf­te­rin spricht von einem „ech­ten Mobil-Deal“ für Azu­bis. Was in Nie­der­sach­sen mög­lich sei, müs­se Bay­ern auch schaf­fen, so Schle­ser. Die Gewerk­schaf­te­rin setzt dabei auch auf die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung: „Wich­tig ist, ass Bay­ern die Aus­bil­dungs­be­trie­be jetzt dazu auf­ruft, dem Nie­der­sach­sen-Modell zu fol­gen und ihre Azu­bis bei der Nut­zung von Bus­sen und Bah­nen zu unter­stüt­zen. Es soll­te auch in Bay­ern mög­lichst rasch vie­le D‑Tickets zum hal­ben Preis für Azu­bis geben“, for­dert Regi­na Schle­ser.

Bild­un­ter­schrift: Was geht beim D‑Ticket? – Wenn es nach dem Wil­len der Gewerk­schaft NGG Nürn­berg-Fürth geht, dann soll das Deutsch­land-Ticket für Azu­bis ab sofort nur noch die Hälf­te vom regu­lä­ren Preis kos­ten – näm­lich 31,50 Euro. Die Aus­bil­dungs­be­trie­be im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen müss­ten dabei aber mit­zie­hen und 11,50 Euro pro Monat vom Ticket­preis über­neh­men. Das Land Bay­ern steu­ert bereits 20 Euro für das Ermä­ßi­gungs-Ticket bei. Foto: NGG | Nils Hil­le­brand