“Der aufrechte Mensch” — Geistliche üben sich im Augustinerkloster in Erfurt

von | 3. März 2024 | Altmühlfranken, Weißenburg

(red). “Der auf­rech­te Mensch”: Geist­li­che aus dem Evang.-Luth. Deka­nat Wei­ßen­burg üben sich im Augus­ti­ner­klos­ter in Erfurt auf den Spu­ren des Schöp­fers. Sie ler­nen spie­le­ri­sche mini­ma­lis­ti­sche Übun­gen für eine gelös­te Kör­per­hal­tung und einen natür­li­chen Gang

Clau­di­us Nest­vo­gel aus Köln, ein erfah­re­ner Kör­per­the­ra­peut war neu­gie­rig gewor­den sich mit Geist­li­chen so auf die Spu­ren des Schöp­fers zu machen. Kör­per und Psy­che hän­gen oft zusam­men. Chro­ni­sche Kör­per­hal­tun­gen geben oft see­li­sche Grund­hal­tun­gen wie­der. Umge­kehrt kön­nen kör­per­li­che Ver­än­de­run­gen die Psy­che deut­lich beein­flus­sen. Unse­re Spra­che drückt dies ja aus: „Geknickt sein“, “hals­star­rig sein“, „ver­bis­sen sein“, „ein Rück­grat haben“. Wohl­tu­en­de Ver­än­de­run­gen erreicht man nicht mit einer „Hau-Ruck-Metho­de“, son­dern sanft und lei­se in vie­len klei­nen Schrit­ten.

Sicht­lich ent­spannt, froh gelaunt, schwung­vol­ler, gelös­ter, ent­spann­ter, mensch­li­cher und cha­ris­ma­ti­scher mit mehr Selbst­ver­trau­en kehr­ten die Geist­li­chen nach den 2 Tagen zu Ihren Arbeits­plät­zen und in Ihre Welt der Pfar­rei­en zurück.

Das Augus­ti­ner­klos­ter, in dem einst Mar­tin Luther als jun­ger Mönch gelebt hat­te war der rich­ti­ge Ort für die­se Kör­per­ar­beit. Die­ses ist ein ein­ma­li­ges Zeug­nis luthe­ri­scher Tra­di­ti­on, pro­tes­tan­ti­schen Glau­bens und gegen­wär­ti­gen kirch­li­chen Lebens. In sei­ner Voll­stän­dig­keit und Geschlos­sen­heit mit Kir­che, drei umbau­ten Höfen, Kon­vents- und Wirt­schafts­ge­bäu­den ist das Klos­ter ein sel­ten gewor­de­nes Bei­spiel mit­tel­al­ter­li­cher Ordens­bau­kunst (Bau­be­ginn 1276).

Foto: Evang.-Luth. Deka­nat Wei­ßen­burg