Der Borkenkäfer macht keine Ferien — Waldbesitzer müssen ihre Fichten kontrollieren

von | 1. August 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Gun­zen­hau­sen (red). Jetzt scheint es rich­tig los­zu­ge­hen. Trotz des vie­len Regens in den letz­ten Mona­ten konn­te sich der Bor­ken­kä­fer ver­meh­ren und bedroht nun Fich­ten­be­stän­de. „Der Bor­ken­kä­fer macht kei­ne Som­mer­fe­ri­en, im Gegen­teil, der legt jetzt so rich­tig los“ betont Johan­nes Kreß, Förs­ter des Reviers Treucht­lin­gen vom Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Roth-Wei­ßen­burg. Kreß appel­liert an alle Wald­be­sit­zer, ihre Wäl­der jetzt regel­mä­ßig auf fri­schen Bor­ken­kä­fer­be­fall hin zu kon­trol­lie­ren. Die­sen kann man gut am brau­nen, schnupf­ta­ba­k­ähn­li­chen Bohr­mehl auf den Rin­den­schup­pen oder auf der Boden­ve­ge­ta­ti­on in unmit­tel­ba­rer Umge­bung befal­le­ner Bäu­me erken­nen. Durch den aktu­ell häu­fi­gen Regen wird das fri­sche Bohr­mehl jedoch weg­ge­wa­schen und ist dann nur noch schwer zu erken­nen. Ein wei­te­rer Hin­weis sind abge­fal­le­ne grü­ne Nadeln auf dem Wald­bo­den. Falls die Baum­kro­nen sich rot ver­fär­ben oder die Rin­de abfällt, ist es häu­fig schon zu spät.

Dem Förs­ter zufol­ge ist es jetzt ent­schei­dend, durch rasche Bekämp­fung die Käfer­po­pu­la­ti­on ein­zu­däm­men: “Wenn Wald­be­sit­zer die frisch befal­le­nen Fich­ten kon­se­quent ent­neh­men, kön­nen sie die Aus­brei­tung abschwä­chen und die benach­bar­ten Fich­ten schüt­zen.” Dafür muss das Käfer­holz zügig vor dem Aus­flie­gen der Käfer abge­fah­ren und mit einem Min­dest­ab­stand von 500 Metern zum nächs­ten Fich­ten­be­stand gela­gert wer­den.

Bay­ern­weit wer­den von den Forst­be­hör­den im Ver­gleich mit dem Vor­jahr deut­lich erhöh­te Anflug­zah­len an den Bor­ken­kä­fer­fal­len ver­zeich­net. War­um sind die Fich­ten bei so viel Regen immer noch anfäl­lig für den Bor­ken­kä­fer? „Das Pro­blem ist, dass der Bor­ken­kä­fer in den letz­ten Jah­ren eine hohe Popu­la­ti­on auf­bau­en konn­te. Durch die Hit­ze und Tro­cken­heit der letz­ten Jah­re sind die Bäu­me zudem geschwächt. Die Fich­te gehört zu den Ver­lie­rern im Kli­ma­wan­del.“ Der Förs­ter erläu­tert, dass eine gesun­de Fich­te mit ein­zel­nen Käfern gut zurecht­kommt. Sie ver­klebt die ein­boh­ren­den Käfer mit Harz. Befal­len aber sehr vie­le Käfer einen Baum, kann er nicht mehr stand­hal­ten und stirbt ab. Dar­um kann auch der für den Wald wich­ti­ge vie­le Regen in die­sem Jahr die Aus­brei­tung des Bor­ken­kä­fers nicht ver­hin­dern.

Pro­fes­sio­nel­le Bera­tung und Hil­fe fin­den betrof­fe­ne Wald­be­sit­zer bei den Forst­re­vie­ren des Amts für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Roth-Wei­ßen­burg (www.försterfinder.de) und bei den Forst­be­triebs­ge­mein­schaf­ten. Detail­in­for­ma­tio­nen zum Bor­ken­kä­fer und einen aktu­el­len Über­blick über die regio­na­le Gefähr­dungs­la­ge gibt es lau­fend unter www.borkenkaefer.org.

Bild­un­ter­schrift: Vom Bor­ken­kä­fer befal­le­ne Fich­ten sind im spä­te­ren Ver­lauf des Befalls deut­lich an der abfal­len­den Rin­de oder am Nadel­ver­lust der Kro­nen zu erken­nen. Zu die­sem Zeit­punkt sind die jun­gen Bor­ken­kä­fer bereits fer­tig ent­wi­ckelt und haben neue Fich­ten befal­len. Foto: AELF Roth-Wei­ßen­burg

Vom Bor­ken­kä­fer befal­le­ne Fich­ten sind am brau­nen Bohr­mehl um die Bohr­lö­cher oder am Stamm­fuß gut zu erken­nen. Auch Harz­trop­fen deu­ten auf Bor­ken­kä­fer­be­fall hin. AELF Roth-Wei­ßen­burg