Der „Gläserne“ Stammtisch

von | 19. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Zwi­schen Hörn­lein-Kreu­zung, Groß­pro­jek­ten und Tou­ris­mus: Für Mar­kus Glä­ser ist bes­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on der Schlüs­sel für den Land­kreis

Rohr­bach – Es war an sich ein ganz nor­ma­ler Mitt­woch­abend im klei­nen Rohr­bach bei Etten­statt, das durch die Stei­ner­ne Rin­ne weit über den Land­kreis hin­aus bekannt ist. Zur Stei­ner­nen Rin­ne heißt auch das klei­ne Gast­haus von Hans Hüb­ner, wo sich ein­mal in der Woche die Orts­an­säs­si­gen nach geta­ner Arbeit zum Stamm­tisch tref­fen, um über das Wet­ter, die Poli­tik und das Leben im All­ge­mei­nen zu reden.

Doch am ver­gan­ge­nen Mitt­woch war etwas anders: Land­rats­kan­di­dat Mar­kus Glä­ser hat­te sich unter die Stamm­tisch­run­de gemischt – nicht ohne das vor­her mit Wirt Hans Hüb­ner abge­spro­chen zu haben. „Jeder kriegt sei­ne Chan­ce“, mein­te die­ser. Dass sich dar­aus eine leb­haf­te Dis­kus­si­on ent­wi­ckeln wür­de, hat­te jedoch nie­mand erwar­tet.

Glä­ser stell­te sich den Fra­gen und unter­schied­li­chen Mei­nun­gen der Anwe­sen­den. Sein zen­tra­les Anlie­gen zog sich durch den gesam­ten Abend: Die Kom­mu­ni­ka­ti­on müs­se ins­ge­samt wie­der deut­lich gestei­gert wer­den – zwi­schen Land­rats­amt und Bür­gern, zwi­schen den Gemein­den unter­ein­an­der, zwi­schen Ver­wal­tung, Land­wirt­schaft, Jäger­schaft, Umwelt­stel­len und Jugend, aber auch par­tei­über­grei­fend.

Gera­de wäh­rend der Coro­na-Zeit sei vie­les ins Sto­cken gera­ten. Ent­schei­dun­gen müss­ten trans­pa­ren­ter vor­be­rei­tet und Bür­ge­rin­nen und Bür­ger früh­zei­tig ein­be­zo­gen wer­den. Man müs­se bereit sein, auch nach­zu­steu­ern, statt nur zu reden.
Natür­lich blieb es nicht bei Grund­satz­fra­gen – auch die Hörn­lein-Kreu­zung wur­de dis­ku­tiert. Glä­ser mein­te: „Jetzt muss man es so durch­zie­hen“, selbst wenn die Kos­ten zu hoch sei­en.

Wei­te­re The­men waren gro­ße Bau­pro­jek­te im Land­kreis, etwa an Schu­len und am Kli­ni­kum. Die­se müss­ten selbst­ver­ständ­lich fer­tig­ge­stellt wer­den, gleich­zei­tig brau­che es kla­re Prio­ri­tä­ten – ins­be­son­de­re in den Berei­chen Gesund­heit und Bil­dung. Auch Digi­ta­li­sie­rung und fle­xi­ble­re Struk­tu­ren in der Ver­wal­tung sieht Glä­ser als wich­ti­ge Bau­stei­ne, um Bür­ger künf­tig bes­ser unter­stüt­zen zu kön­nen.

Nach gut einer Stun­de ver­ab­schie­de­te sich der Kan­di­dat. Zurück blieb eine Run­de, die wei­ter dis­ku­tier­te. Die Reak­tio­nen fie­len unter­schied­lich aus – von kri­ti­schen Anmer­kun­gen bis hin zu Aner­ken­nung. „Er tritt gegen sei­nen eige­nen Chef an – er hat Schneid“, mein­te ein Stamm­tisch­bru­der.

Bild­un­ter­schrift: Gast­wirt Hans Hüb­ner freu­te sich vor allem dar­über, dass sich „auch mal jemand hier ins klei­ne Rohr­bach ver­irrt hat“. Foto: Jes­si­ca Frank