Auftakt zur 6. Gunzenhäuser Konzertreihe
Gunzenhausen — Dieser Klassikreihenauftakt wird als sinnesberauschender Abend noch länger in Erinnerung bleiben, bot doch das international renommierte Bläserquintett Moraguès ein musikalisches Erlebnis der Extraklasse. Mit einer ganz eigenen Mischung aus tiefer Emotionalität und einer ordentlichen Portion augenzwinkerndem Humor erschuf das Ensemble klangliche Welten, die das Publikum in den Bann zogen. Es war aber auch ein Klassikkonzert, das nicht nur durch technische Brillanz auf Champions League-Niveau überzeugte, sondern es verstand, mit jedem Ton wundervolle Bilder in die Luft zu malen. Und am Ende waren sich alle Besucherinnen und Besucher in der Stadthalle Gunzenhausen einig: Die Belohnung kann nur langanhaltender Applaus sein!
Das Programm war wunderbar zusammengestellt und ein meisterhafter Abstecher zu weltberühmter Kammermusik aus den letzten Jahrhunderten. Highlights waren die Mozart- und Dvořák-Bearbeitungen von Moraguès-Oboist David Walter, der Stücke der großen Meister für das Quintett adaptierte und die Individualität jedes Musikers auf Notenpapier bannte. Aus fünf absoluten Einzelkönnern wurde eine Gruppe harmonischer Genialität. So erklangen Wolfgang Amadeus berühmtes Streichquartett Nr. 17 B‑Dur KV 458 („Jagdquartett“) sowie Antonin Dvořáks „Amerikanisches“ Streichquartett op. 96 in fantastischen Arrangements. Walter hat wahrlich Großes geschaffen und die Farbenpracht der Bläser voll zur Geltung gebracht.
Doch der absolute Höhepunkt des Abends war zweifellos die Darbietung von Paul Hindemiths „Kleiner Kammermusik op. 24/2“. Diese Stücke sind äußerst komplex, sind sie doch geprägt von exotischen Klängen und unerwarteten, faszinierenden Tonfolgen. Doch das alles ist kein Problem für dieses Bläserquintett und so wird selbst Atonales zur leichten Aufgabe. Das Publikum war hochkonzentriert und wurde von der Leichtigkeit des Spiels sichtlich in den Bann gezogen.
Das 1980 in Paris gegründete Quintett Moraguès blickt auf eine glanzvolle Karriere zurück und wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem prestigeträchtigen Choc des „Le Monde de la musique“-Magazins, mit dem Grand Prix der „Nouvelle Académie du Dusque“ sowie mit dem Diapason. Die außergewöhnliche Symbiose des Ensembles besteht aus den Brüdern Michel (Flöte), Pascal (Klarinette) und Pierre (Horn) Moraguès, ergänzt durch Giorgio Mandolesi am Fagott und eben Klassik-Mastermind David Walter an der Oboe.
Die Begeisterung des Publikums kannte letztlich keine Grenzen. Nach zwei leidenschaftlichen Zugaben und einem dritten fulminanten Finale erhob sich das gesamte Auditorium zu Standing Ovations. Es war ein Triumph der Musik, der noch lange nach dem letzten Ton in den Köpfen der Zuhörer nachhallen wird.
Die Gunzenhäuser Konzertreihe kehrt am 15. November 2026 mit dem kongenialen Duo Lionel (Violoncello) und Demian Martin (Klavier) nach Gunzenhausen in die Stadthalle zurück. Karten gibt es wie gewohnt im Vorverkauf über das städtische Kulturbüro (Tel.: 09831/508 109; E‑Mail: kulturamt@gunzenhausen.de). Die Konzertreihe wird von der Sparkasse Mittelfranken-Süd, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie vom Bayerischen Musikrat unterstützt.
Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Grosser


