Die Klangmagier vom Bläserquintett Moraguès

von | 14. Oktober 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Auf­takt zur 6. Gun­zen­häu­ser Kon­zert­rei­he

Gun­zen­hau­sen — Die­ser Klas­sik­rei­hen­auf­takt wird als sin­nes­be­rau­schen­der Abend noch län­ger in Erin­ne­rung blei­ben, bot doch das inter­na­tio­nal renom­mier­te Blä­ser­quin­tett Mora­guès ein musi­ka­li­sches Erleb­nis der Extra­klas­se. Mit einer ganz eige­nen Mischung aus tie­fer Emo­tio­na­li­tät und einer ordent­li­chen Por­ti­on augen­zwin­kern­dem Humor erschuf das Ensem­ble klang­li­che Wel­ten, die das Publi­kum in den Bann zogen. Es war aber auch ein Klas­sik­kon­zert, das nicht nur durch tech­ni­sche Bril­lanz auf Cham­pi­ons League-Niveau über­zeug­te, son­dern es ver­stand, mit jedem Ton wun­der­vol­le Bil­der in die Luft zu malen. Und am Ende waren sich alle Besu­che­rin­nen und Besu­cher in der Stadt­hal­le Gun­zen­hau­sen einig: Die Beloh­nung kann nur lang­an­hal­ten­der Applaus sein!

Das Pro­gramm war wun­der­bar zusam­men­ge­stellt und ein meis­ter­haf­ter Abste­cher zu welt­be­rühm­ter Kam­mer­mu­sik aus den letz­ten Jahr­hun­der­ten. High­lights waren die Mozart- und Dvořák-Bear­bei­tun­gen von Mora­guès-Obo­ist David Wal­ter, der Stü­cke der gro­ßen Meis­ter für das Quin­tett adap­tier­te und die Indi­vi­dua­li­tät jedes Musi­kers auf Noten­pa­pier bann­te. Aus fünf abso­lu­ten Ein­zel­kön­nern wur­de eine Grup­pe har­mo­ni­scher Genia­li­tät. So erklan­gen Wolf­gang Ama­de­us berühm­tes Streich­quar­tett Nr. 17 B‑Dur KV 458 („Jagd­quar­tett“) sowie Anto­nin Dvořáks „Ame­ri­ka­ni­sches“ Streich­quar­tett op. 96 in fan­tas­ti­schen Arran­ge­ments. Wal­ter hat wahr­lich Gro­ßes geschaf­fen und die Far­ben­pracht der Blä­ser voll zur Gel­tung gebracht.

Doch der abso­lu­te Höhe­punkt des Abends war zwei­fel­los die Dar­bie­tung von Paul Hin­de­mit­hs „Klei­ner Kam­mer­mu­sik op. 24/2“. Die­se Stü­cke sind äußerst kom­plex, sind sie doch geprägt von exo­ti­schen Klän­gen und uner­war­te­ten, fas­zi­nie­ren­den Ton­fol­gen. Doch das alles ist kein Pro­blem für die­ses Blä­ser­quin­tett und so wird selbst Ato­na­les zur leich­ten Auf­ga­be. Das Publi­kum war hoch­kon­zen­triert und wur­de von der Leich­tig­keit des Spiels sicht­lich in den Bann gezo­gen.

Das 1980 in Paris gegrün­de­te Quin­tett Mora­guès blickt auf eine glanz­vol­le Kar­rie­re zurück und wur­de bereits viel­fach aus­ge­zeich­net, unter ande­rem mit dem pres­ti­ge­träch­ti­gen Choc des „Le Mon­de de la musique“-Magazins, mit dem Grand Prix der „Nou­vel­le Aca­dé­mie du Dus­que“ sowie mit dem Dia­pa­son. Die außer­ge­wöhn­li­che Sym­bio­se des Ensem­bles besteht aus den Brü­dern Michel (Flö­te), Pas­cal (Kla­ri­net­te) und Pierre (Horn) Mora­guès, ergänzt durch Gior­gio Man­do­le­si am Fagott und eben Klas­sik-Mas­ter­mind David Wal­ter an der Oboe.

Die Begeis­te­rung des Publi­kums kann­te letzt­lich kei­ne Gren­zen. Nach zwei lei­den­schaft­li­chen Zuga­ben und einem drit­ten ful­mi­nan­ten Fina­le erhob sich das gesam­te Audi­to­ri­um zu Stan­ding Ova­tions. Es war ein Tri­umph der Musik, der noch lan­ge nach dem letz­ten Ton in den Köp­fen der Zuhö­rer nach­hal­len wird.

Die Gun­zen­häu­ser Kon­zert­rei­he kehrt am 15. Novem­ber 2026 mit dem kon­ge­nia­len Duo Lio­nel (Vio­lon­cel­lo) und Demi­an Mar­tin (Kla­vier) nach Gun­zen­hau­sen in die Stadt­hal­le zurück. Kar­ten gibt es wie gewohnt im Vor­ver­kauf über das städ­ti­sche Kul­tur­bü­ro (Tel.: 09831/508 109; E‑Mail: kulturamt@gunzenhausen.de). Die Kon­zert­rei­he wird von der Spar­kas­se Mit­tel­fran­ken-Süd, dem Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst sowie vom Baye­ri­schen Musik­rat unter­stützt. 

Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser