Die Stärken der Region mehr herausstellen

von | 30. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Gun­zen­hau­sen (red). In einem Regio­nal­fo­rum als Auf­takt für die Neu­auf­stel­lung des Inte­grier­ten Länd­li­chen Ent­wick­lungs­kon­zep­tes Frän­ki­sches Seen­land-Hah­nen­kamm bestand Ein­mü­tig­keit unter den anwe­sen­den Akteu­ren, dass die­se Regi­on über sehr vie­le Stär­ken ver­fügt, die aber noch umfas­sen­der auch von den Men­schen der Regi­on selbst­be­wusst kom­mu­ni­ziert wer­den soll­ten. Bei der in der Stadt­hal­le Gun­zen­hau­sen durch­ge­führ­ten Dis­kus­si­ons­run­de begrüß­te 1.Bürgermeister Karl Heinz Fitz als Vor­sit­zen­der der ILE-Regi­on inter­es­sier­te Teil­neh­men­de aus allen 11 Kom­mu­nen der inter­kom­mu­na­len Koope­ra­ti­on (Abs­berg, Gnotz­heim, Gun­zen­hau­sen, Haun­dorf, Hei­den­heim, Muhr am See, Pfo­feld, Pol­sin­gen, Thei­len­ho­fen und West­heim im west­li­chen Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sowie die Gemein­de Auhau­sen im Land­kreis Donau-Ries) und stell­te das den Fort­schrei­bungs­pro­zess beglei­ten­de Büro „Plan­werk“ aus Nürn­berg vor.

Regio­nal­fo­rum Fränk.Seenland-Hahnenkamm bie­tet umfas­sen­de Bür­ger­be­tei­li­gung über OnIi­ne-Por­ta­le

Mar­le­ne Huschik vom Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken wies zu Beginn noch­mals auf die Zie­le der Länd­li­chen Ent­wick­lung und ins­be­son­de­re den beson­de­ren ILE-Ansatz vor. Unter dem Mot­to „Nur gemein­sam sind wir stär­ker“ geht dar­um, unter star­ker Ein­bin­dung der Anre­gun­gen und Ideen der Men­schen aus der Regi­on neue Zukunfts­stra­te­gien zu kon­zi­pie­ren und dafür kon­kre­te Umset­zungs­maß­nah­men auf­zu­stel­len. In den letz­ten 10 Jah­ren wur­den dabei bereits beacht­li­che Erfol­ge die­ser inter­kom­mu­na­len Koope­ra­ti­on erreicht. Nun gilt es, dar­auf auf­bau­end neue Zukunfts-per­spek­ti­ven für die kom­men­den 5 Jah­re gemein­sam zu ent­wi­ckeln. Gun­ter Schramm und Jen­ni­fer Ganek vom Pla­nungs­bü­ro PLANWERK boten einen Ein­blick in ers­te Daten­ana­ly­sen über die Regi­on. Im Anschluss haben die regio­na­len Akteu­re aus den 11 Kom­mu­nen dann Stär­ken und Schwä­chen in den vier Hand­lungs­fel­dern „Orts- und Innen­ent­wick­lung, Mobi­li­tät und Daseins­vor­sor­ge“, „Umwelt, Land­wirt­schaft und Ener­gie“, „Sozia­les Mit­ein­an­der, Kul­tur und Frei­zeit“ sowie „Wirt­schaft, Tou­ris­mus und Digi­ta­li­sie­rung“ gesam­melt sowie ers­te Pro­jekt­ideen dar­aus kon­zi­piert.

Die ILE-Regi­on, wird ins­be­son­de­re auf­grund ihres länd­li­chen Cha­rak­ters mit einer hohen Lebens-qua­li­tät als attrak­ti­ver Wohn­stand­ort gese­hen. Die bereits statt­fin­den­de rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie-gewin­nung und das hohe Bewusst­sein für den Umwelt- und Natur­schutz wer­den zudem sehr posi­tiv wahr­ge­nom­men. Auch wird das gute Gemein­schafts­ge­fühl als Stär­ke der ILE-Regi­on für eine her­aus­ste­chen­de Stär­ke ange­se­hen. Im Bereich Tou­ris­mus bewer­te­ten die Teil­neh­men­den die Akti­vie­rung des ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­klos­ters in Hei­den­heim, durch die Regi­on ver­lau­fen­den, Jakobs­weg und auch die Reak­ti­vie­rung des Klos­ters Auhau­sen als äußerst posi­tiv und sie sahen dar­in auch noch nicht aus­ge­schöpf­te Poten­tia­le eines auf Ent­schleu­ni­gung set­zen­den Tou­ris­mus.

Natür­lich wur­den auch die Schwä­chen ehr­li­cher­wei­se bewer­tet, die vor allem in Tei­len der Innen­ent­wick­lung als eine zuneh­men­de Belas­tung ange­se­hen wer­den. So fin­den sich z.B. eine Viel­zahl an min­der­ge­nutz­ten Höfen, für die sinn­vol­le Nut­zungs­op­tio­nen im Bereich von Mehr­ge­ne­ra­tio­nen-Woh­nun­gen oder im Tou­ris­mus gese­hen wer­den. Die nicht zufrie­den stel­len­de ÖPNV-Anbin­dung sowie der Man­gel an Kin­der­arzt­pra­xen in der Regi­on, wur­den als wei­te­re Schwä­chen defi­niert. Auch auf die zu nied­ri­gen Kapa­zi­tä­ten der Strom­net­ze wur­de hin­ge­wie­sen, um den aus rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­quel­len erzeug­ten Strom abtrans­por­tie­ren zu kön­nen. Im Bereich sozia­les Mit­ein­an­der, Kul­tur und Frei­zeit sehen die Akteu­re Nach­hol­be­darf vor allem bei Ange­bo­ten für Jugend­li­che und einen beängs­ti­gen­den Rück­gang der Ver­eins­viel­falt. Die Teil­neh­men­den wünsch­ten aber auch ein ganz­jäh­ri­ges Tou­ris­mus­an­ge­bot und bemän­gel­ten feh­len­de Gewer­be­flä­chen als wei­te­re Schwä­che der Regi­on.

In all die­sen vier Hand­lungs­fel­dern wur­den ers­te Pro­jekt­ideen für die ILE Frän­ki­sches Seen­land-Hah­nen­kamm auf­ge­stellt. So wur­den u.a. die Ergän­zung des bestehen­den und schon sehr brei­ten Ange­bo­tes von Ver­kaufs­au­to­ma­ten um ganz­jäh­rig und rund um die Uhr geöff­ne­te Ver­kaufs­con­tai­ner mit einem grö­ße­ren Pro­dukt­sor­ti­ment, die Ver­mark­tung einer Klos­ter­re­gi­on Hah­nen­kamm sowie die Erstel­lung eines Mobi­li­täts­kon­zep­tes als ers­te poten­ti­el­le Maß­nah­men vor­ge­schla­gen.

Neben den Ergeb­nis­sen aus dem Regio­nal­fo­rum flie­ßen nun aber auch die Bei­trä­ge aus der der­zeit lau­fen­den, drei­tei­li­gen Online-Betei­li­gung in die Erstel­lung des ILEKs ein. Noch bis zum 18. Juni 2023 haben alle Inter­es­sier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Mög­lich­keit, Ihre Ideen und Wün­sche für die Regi­on aktiv ein­zu­brin­gen:

- Online-Befra­gung für Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne unter 26 Jah­ren (Hier geht es zur Online-Befra­gung: https://umfrage.planwerk.de/s/fraenkischesseenland_jugend)

- Online Befra­gung für Per­so­nen über 25 Jah­re (https://umfrage.planwerk.de/s/fraenkischesseenland)

- Web-Map­ping (https://www.jetzt-mitmachen.de/fraenkischesseenland_ilek/)

Bild­un­ter­schrift: Auf­takt­ver­an­stal­tung des Bür­ger­be­tei­li­gungs­pro­zes­ses im Rah­men der Fort­schrei­bung des Kon­zep­tes für die Inte­grier­te Länd­li­che Ent­wick­lung Frän­ki­sches Seen­land-Hah­nen­kamm, in das 11 Kom­mu­nen aus dem Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen und dem Land­kreis Donau-Ries ein­ge­bun­den sind. Foto: Büro PLANWERK