Drohnenübung für den Ernstfall

von | 19. November 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Die Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest (ASP) ist eine Krank­heit, die Haus- und Wild­schwei­ne glei­cher­ma­ßen befal­len kann und bei Aus­bruch schwer­wie­gen­de Kon­se­quen­zen vor allem für schwei­ne­hal­ten­de Betrie­be hat. Um für den Ernst­fall gerüs­tet zu sein, führt das Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen regel­mä­ßig ver­schie­de­ne Übun­gen zur Bekämp­fung der Afri­ka­ni­schen Schwei­ne­pest durch. So wur­de jetzt zum zwei­ten Mal der Ein­satz von Droh­nen bei der Bekämp­fung der ASP bei Wild­schwei­nen getes­tet.

Droh­nen kom­men in ver­schie­de­nen Sze­na­ri­en der Seu­chen­be­kämp­fung zum Ein­satz. Sie spü­ren bei­spiels­wei­se mit­tels Ther­mo­gra­fie, also Wär­me­bild­ka­me­ras, ver­en­de­te Wild­schwei­ne auf. Die Fund­stel­len wer­den anschlie­ßend an die zustän­di­gen Stel­len gemel­det wer­den, sodass der Kada­ver gebor­gen und die Fund­stel­le ent­spre­chend gerei­nigt und des­in­fi­ziert wer­den kann. Außer­dem flie­gen Droh­nen­pi­lo­ten Gebie­te ab und sam­meln geo­gra­fi­sche Daten und Bil­der. Somit kön­nen nicht nur Kada­ver, son­dern gege­be­nen­falls auch leben­de Wild­schwei­ne mit der Wär­me­bild­ka­me­ra gefun­den wer­den.

Orga­ni­siert wur­de die Übung vom Vete­ri­när­amt des Land­rats­amts Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zusam­men mit den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­heit (IuK-Ein­heit) des Land­krei­ses. Unter­stützt wur­de das Team durch das Droh­nen­team des Baye­ri­schen Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LGL) unter der Lei­tung von Dr. Franz Krontha­ler. Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Regie­rung von Mit­tel­fran­ken und benach­bar­ter Land­krei­se waren eben­falls dabei.

Nach­dem Dr. Krontha­ler die aktu­el­le Lage der Aus­brei­tung der ASP in Euro­pa und im spe­zi­el­len in Deutsch­land dar­stell­te, stell­te er die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen des Ein­sat­zes von Droh­nen bei der Bekämp­fung der ASP vor. Anschlie­ßend wur­den die Droh­ne des LGL sowie die der IuK-Ein­heit Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen vor Ort getes­tet. Dabei konn­ten die Reich­wei­te, die Auf­lö­sung der Kame­ras, Wär­me­bil­der und Akku­ka­pa­zi­tä­ten der bei­den ein­ge­setz­ten Droh­nen demons­triert wer­den.

Die Übung hat für die wei­te­ren Vor­be­rei­tun­gen auf einen ASP-Aus­bruch im Land­kreis vie­le Erkennt­nis­se gebracht, die in die Maß­nah­men der Bekämp­fung ein­flie­ßen.

Das Virus der Afri­ka­ni­schen Schwei­ne­pest ist für Men­schen nicht anste­ckend und unge­fähr­lich. Es wird direkt über Tier­kon­tak­te oder indi­rekt, zum Bei­spiel über Fleisch oder Wurst von infi­zier­ten Tie­ren, über­tra­gen. Unter ungüns­ti­gen Bedin­gun­gen kön­nen unacht­sam ent­sorg­te Res­te von virus­hal­ti­gem Rei­se­pro­vi­ant aus­rei­chen, um die Seu­che ein­zu­schlep­pen. Sol­che Essens­res­te soll­ten daher für Wild­schwei­ne unzu­gäng­lich ent­sorgt wer­den.

Vor­ran­gi­ges Ziel ist es, den Kon­takt von Haus­schwei­nen mit Wild­schwei­nen zu ver­hin­dern. Der Land­wirt muss sei­nen Bestand so abschot­ten, dass jed­we­der Kon­takt sei­ner gehal­te­nen Tie­re aber auch des Fut­ters und Ein­streu sowie der Gül­le bzw. des hof­ei­ge­nen Mis­tes oder jed­we­der Gerät­schaf­ten, die im Stall zum Ein­satz kom­men, mit Wild­schwei­nen unmög­lich gemacht wird.

Die all­ge­mei­nen Hygie­ne- und Bio­si­cher­heits­maß­nah­men sowie die Bestim­mun­gen der Schwei­ne­hal­tungs­hy­gie­never­ord­nung sind zu beach­ten. Ein Seu­chen­aus­bruch bei Wild­schwei­nen ist über einen lan­gen Zeit­raum mit erheb­li­chen Belas­tun­gen für die Schwei­ne­hal­tung, die Land- und Forst­wirt­schaft sowie die Jagd in den Sperr­zo­nen und enor­men Kos­ten ver­bun­den. Die Afri­ka­ni­sche Schwein­pest bedroht nach wie vor die hei­mi­schen Haus- und Wild­schwei­ne­be­stän­de. In Deutsch­land wur­de die ASP erst­mals am 10.09.2020 in Schen­ken­dö­bern, Land­kreis Spree-Nei­ße, Bran­den­burg, bei einem Wild­schwein fest­ge­stellt. Deutsch­land­weit sind bis­lang Fäl­le der ASP beim Wild­schwein in Bran­den­burg, Sach­sen und Meck­len­burg-Vor­pom­mern auf­ge­tre­ten. Beim Haus­schwein gab es Aus­brü­che in Bran­den­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Baden-Würt­tem­berg und Nie­der­sach­sen.

Bild­un­ter­schrift: Das Vete­ri­när­amt des Land­rats­amts Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zusam­men mit der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­heit (IuK-Ein­heit) des Land­krei­ses und dem Droh­nen­team des Baye­ri­schen Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LGL). Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen