…bescherte die inklusive Theatergruppe „Schau mer X“ dem Publikum.
Gunzenhausen — Im kleinen Dörfchen Hollerbusch geht es hoch her. Hier kennt man sich. Jeder weiß was von seinen Mitbürgern zu halten und zu erwarten ist. Doch plötzlich wird alles anders. Die Bratwurstbude wird aufgebaut und der Kuchen gebracht. Da ertönt eine Fanfare. Der rote Teppich wird ausgebreitet und Laetitia, elegant gekleidete, schreitet über den Teppich. Für alle Dorfbewohner ist diese Erscheinung unerwartet. Erwartet hatten sie Herrn Pfleger vom Kulturerbepflegeverein. Dem Dorf sollte eine Auszeichnung verliehen werden. Verzweifelt versucht der Bürgermeister Horatius und seine Sekretärin ihn zu erreichen, denn kommt er nicht rechtzeitig, gehen die erhofften Gelder an den „Kopfsteinpflasterfugenpflegeverein“. Doch sie haben keinen Erfolg.
Die Schönheitschirurgin Laetitia will im Dorf eine Praxis eröffnen. Doch weshalb kommt sie überhaupt. Ist in München die Miete zu teuer oder hat sie sie gar nicht bezahlt? Wilde Spekulation bereichern ab jetzt das Dorfleben. Sie schreibt Nachrichten, die die Zuschauer mitlesen können. An wen? Das bleibt vorerst ein Geheimnis.
Mit etwas Hilfe und dem guten Willen gelangt sie in ihre neuen Praxisräume im ersten Stock mit dem Fahrstuhl. Pause und Bühnenumbau.
Der neue Tag beginnt soll mit einer Chorprobe beginnen. Doch was ist denn da schon wieder los? Die Dörfler wollen erst einmal, nach der Enttäuschung vom Vortag Eierkuchen haben. Jedoch Professor Janson besteht auf die Chorprobe. „Mein kleiner grüner Kaktus“ wird meisterhaft angesungen. Plötzlich taucht die Tierärztin auf und wirbelt über die Bühne. Sie wiegt sich in einem rosaroten Abendkleid im Rhythmus der Melodie um den Chor. Das Publikum macht begeistert macht und klatscht heftig Beifall.
Nach einem gekonnten Schnitt in der Beleuchtung rollt ein Planschbecken über die Bühne. Nepomuk aus München will die Ruhe auf dem Land genießen. Als Spülkraft hatte er sehr viel Stress und sucht nun eine Bleibe. Der Bürgermeister lässt sich erweichen und bietet einen Platz in seinem Garten an. Dort richtet Nepomuk sich häuslich in seinem Schwimmbecken ein und beschimpft von nun an die neugierig geworden Dorfbewohner.
Im Dorf ist nicht mehr wie es vorher war. Alles ist anders geworden, seit die beiden da sind. Das Planschbeckenhaus mit Nepomuk soll wieder verschwinden. Niemand mag ihn.
Immer noch wartet man auf Herrn Pfleger am Bahnhof. Eine Frau steht plötzlich da und entpuppt sich als „Herr“ Pfleger. Der rote Teppich wird geschwind wieder ausgerollt, ein großes Fest wird ausgerichtet und es stellt sich heraus, dass Nepomuk mit seinem Schwimmbecken nur wegen Laetitia gekommen ist. Beide entschuldigen sich und alles wird gut.
Hallo, die Geschichte ist noch nicht zu Ende!
Heike Pfänder Theaterpädagogin und Heidemarie Metzger Heilpädagogin betont in ihrem Dankeswort gerichtet an Thomas Thill, dass die Entwicklung in der Improvisation geschieht, d. h. die Themen werden erfragt – „Was wollt ihr spielen?“, „Was ist Eure Idee für das nächste Stück?“. Corona gab damals den Anstoß. Viele unserer Darsteller waren verschreckt wegen des Virus und suchten nach den Einschränkungen, Sicherheit im Alltag. So kamen sie auf das Thema Angst und schrieben das Stück und entwickelt die Charakteren.
Dekan Aschoff, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, war begeistert und dankte den Schauspielern für ihr tolles auftreten und lobte Charme, Witz und Tiefe des Stücks. „Es war ernsthaft und kann mitunter zum Nachdenken anregen“, so Dekan Aschoff.
Ulrike Hörst von der katholischen Kirchengemeinde dankte der Stiftung der Lebenshilfe Gunzenhausen für die in Aussicht gestellte Spende und Thomas Thill bat um eine Spende für die kirchliche Altenarbeit in beiden Gemeinden.
Dank der Unterstützung durch die örtliche VR Bank im südlichen Franken und der Spendensammlung am Benefiztheaterabend gehen jeweils sechshundert Euro an die beiden Kirchengemeinden.
Es war ein gelungener Abend.
Foto: Stiftung der Lebenshilfe Gunzenhausen


