Erhöhte Belastung in Brunnen in Gunzenhausen – Trinkwasser nicht gefährdet

von | 28. Februar 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Im Rah­men der letz­ten Rou­ti­ne­un­ter­su­chun­gen wur­den erhöh­te Kon­zen­tra­tio­nen von LHKW (leicht­flüch­ti­ge halo­ge­nier­te Koh­len­was­ser­stof­fe) im Roh­was­ser des Brun­nen IV im nörd­li­chen Stadt­ge­biet von Gun­zen­hau­sen fest­ge­stellt. Der Brun­nen wur­de des­halb vor­sorg­lich außer Betrieb genom­men. Die Trink­was­ser­ver­sor­gung der Stadt war zu kei­ner Zeit von den Belas­tun­gen betrof­fen.

Auf­grund von bekann­ten Alt­las­ten im nörd­li­chen Stadt­ge­biet von Gun­zen­hau­sen, die bereits weit­ge­hend saniert und gesi­chert sind, wur­den vor vie­len Jah­ren zur Siche­rung der öffent­li­chen Trink­was­ser­brun­nen der Stadt­wer­ke Gun­zen­hau­sen Vor­feld­mess­stel­len errich­tet und regel­mä­ßig beprobt.

Bis­her wur­den in den Mess­stel­len und den Brun­nen kei­ne erhöh­ten Schad­stoff­kon­zen­tra­tio­nen gemes­sen. Im Rah­men der letz­ten Rou­ti­ne­un­ter­su­chun­gen stell­te sich ein stei­gen­der Trend der Kon­zen­tra­tio­nen von LHKW (leicht­flüch­ti­ge halo­ge­nier­te Koh­len­was­ser­stof­fe) im Roh­was­ser der Vor­feld­mess­stel­len sowie des Brun­nen IV ein.

LHKW sind Bestand­teil vie­ler Lösungs- und Extrak­ti­ons­mit­tel. LHKW wur­den und wer­den auch heu­te noch vor­wie­gend als Rei­ni­gungs­stof­fe in der che­mi­schen Tex­til­rei­ni­gung oder zur Ent­fet­tung bei der Metall­ver­ar­bei­tung ein­ge­setzt. Durch frü­he­re Lecka­gen, Hand­ha­bungs­ver­lus­te und unsach­ge­mä­ßen Umgang gelang­ten Schad­stof­fe in Boden und Grund­was­ser. Wenn LHKW über den Boden in das Grund­was­ser gelan­gen, kön­nen sie unter­ir­disch mit dem Grund­was­ser trans­por­tiert wer­den und sich so mit dem natür­li­chen Grund­was­ser­strom aus­brei­ten.

Die Betei­lig­ten haben dar­auf­hin umge­hend reagiert und den Brun­nen IV zunächst vor­sorg­lich außer Betrieb genom­men. Anschlie­ßend erfolg­te eine gemein­sa­me Bespre­chung des Land­rats­amts Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mit den Stadt­wer­ken Gun­zen­hau­sen, dem Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach sowie dem Gesund­heits­amt zur Ursa­chen­fin­dung des Kon­zen­tra­ti­ons­an­stie­ges bei Brun­nen IV und Pla­nung der wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se.

Es wur­den aktu­el­le Ana­ly­se­er­geb­nis­se von Bepro­bun­gen vor­ge­legt, die kurz vor Außer­be­trieb­nah­me des Brun­nens ent­nom­men wur­den. Die Schad­stoff­kon­zen­tra­ti­on bei Brun­nen IV ist zu die­sem Zeit­punkt gegen­über den o.g. Fest­stel­lun­gen wie­der deut­lich gesun­ken.

Um die Ursa­chen des Kon­zen­tra­ti­ons­an­stie­ges ermit­teln zu kön­nen und die wei­te­re Betriebs­wei­se des Brun­nen IV fest­le­gen zu kön­nen sowie um zukünf­tig wei­te­re Kon­zen­tra­ti­ons­an­stie­ge von Schad­stof­fen in Brun­nen IV zu ver­mei­den, wur­den die fol­gen­den Maß­nah­men zur Sicher­stel­lung der Was­ser­ver­sor­gung der Stadt Gun­zen­hau­sen ver­ein­bart.

Um fest­zu­stel­len aus wel­cher Tie­fe die Belas­tun­gen in den Brun­nen gelang­ten, wer­den in den kom­men­den Wochen durch die Stadt­wer­ke Gun­zen­hau­sen hori­zon­tier­te Zufluss­mes­sun­gen und Bepro­bun­gen an Brun­nen IV sowie an der Vor­feld­mess­stel­le „Not­brun­nen Ste­pha­ni-Schu­le“ durch­ge­führt. Der Brun­nen IV wird zunächst mit einer redu­zier­ten Leis­tung von etwa 15 m³/h wie­der in Betrieb genom­men wer­den. Das Roh­was­ser der Brun­nen III und IV, der Ste­pha­ni-Schu­le und der Vor­feld­mess­stel­len 3 und 4 sowie das Rein­was­ser wer­den dabei wöchent­lich beprobt und die Ergeb­nis­se an das Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sowie an das Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach über­mit­telt.

Falls die wei­te­ren Unter­su­chun­gen not­wen­di­ge Schrit­te erge­ben, wer­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger dar­über unver­züg­lich infor­miert.

Foto: Pix­a­bay