Erneutes Rekordjahr für Photovoltaik im Netzgebiet der N‑ERGIE

von | 4. Februar 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Rund 17.000 neue Anla­gen – enor­me Her­aus­for­de­rung für das Strom­netz

(red). Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die rege­ne­ra­ti­ve Erzeu­gung durch Pho­to­vol­ta­ik (PV) in Deutsch­land einen neu­en Rekord auf­ge­stellt: Ins­ge­samt wur­den PV-Anla­gen mit einer maxi­ma­len Leis­tung von 16 Giga­watt (GW) neu instal­liert, etwa zwei Drit­tel davon auf Haus­dä­chern. Die instal­lier­te PV-Leis­tung stieg damit bun­des­weit auf über 100 GW.

Die­se Ent­wick­lung spie­gelt sich im Netz­ge­biet der N‑ERGIE deut­lich wider: Gut 17.000 Anla­gen mit einer Spit­zen­leis­tung von 417 Mega­watt (MW) gin­gen 2024 ans Netz. Damit wur­de die Leis­tungs­stei­ge­rung aus dem Rekord­jahr 2023 noch ein­mal deut­lich über­trof­fen (2023: + 318 MW). Die instal­lier­te Leis­tung aus Pho­to­vol­ta­ik erhöh­te sich im Netz­ge­biet um 16 Pro­zent auf fast 3 GW. Bei einer Gesamt-Leis­tung der erneu­er­ba­ren Ener­gien von rund 4 GW, liegt der Anteil von Pho­to­vol­ta­ik damit mitt­ler­wei­le bei 73 Pro­zent.

Solar-Boom stellt Strom­ver­teil­netz vor enor­me Her­aus­for­de­rung

Zum Ver­gleich: Indus­trie, Gewer­be sowie alle pri­va­ten Haus­hal­te benö­ti­gen im Netz­ge­biet der N‑ERGIE zusam­men­ge­nom­men maxi­mal etwa 1.100 MW für ihre Strom­ver­sor­gung. Immer häu­fi­ger wird der Strom­be­darf dem­zu­fol­ge kom­plett aus erneu­er­ba­ren Ener­gien gedeckt. Immer häu­fi­ger wird jedoch auch deut­lich mehr Strom erzeugt, als nach­ge­fragt wird – haupt­säch­lich bei Son­nen­schein. Ins­be­son­de­re wenn weni­ger Strom ver­braucht wird, wie bei­spiels­wei­se an einem Oster- oder Pfingst­wo­chen­en­de, wird aus Erneu­er­ba­ren zeit­wei­se ein Viel­fa­ches des regio­nal benö­tig­ten Stroms erzeugt.

Das Strom­ver­teil­netz wird durch die­se Erzeu­gungs­spit­zen enorm bean­sprucht. Um eine Über­las­tung zu ver­mei­den und die Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, müs­sen bei­spiels­wei­se gro­ße Solar­parks zuneh­mend abge­re­gelt wer­den. Eine immer schwie­ri­ge­re Her­aus­for­de­rung stel­len in die­sem Zusam­men­hang die zahl­lo­sen PV-Dach­an­la­gen im Netz­ge­biet dar, die auf­grund feh­len­der Ein­griffs­mög­lich­kei­ten unbe­schränkt Strom ins Netz ein­spei­sen.

Netz­aus­bau­plan: Rund 100 Maß­nah­men im Netz­ge­biet bis 2028

Für den Abtrans­port der vor Ort nicht benö­tig­ten Strom­men­gen müs­sen die Kapa­zi­tä­ten im Strom­ver­teil­netz mas­siv aus­ge­baut wer­den. Die N‑ERGIE Netz GmbH wird des­halb in den kom­men­den Jah­ren bei­spiels­wei­se bestehen­de Hoch­span­nungs­lei­tun­gen ver­stär­ken und neue Umspann­wer­ke errich­ten. Allein bis 2030 plant die N‑ERGIE Netz GmbH mit Inves­ti­tio­nen von rund 1,3 Mil­li­ar­den Euro in ihr Strom­netz.

Die Maß­nah­men sind im 2024 ver­öf­fent­lich­ten Netz­aus­bau­plan doku­men­tiert. Bis 2028 sind rund 100 Bau­maß­nah­men ver­merkt, die das Strom­netz sub­stan­zi­ell stär­ken sol­len. Eine ent­schei­den­de Rol­le spielt dabei auch eine ver­stärk­te Ver­bin­dung zum Höchst­span­nungs­netz. Der Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber Ten­neT plant hier­zu neue Netz­kup­pel­stel­len, wel­che jedoch erst lang­fris­tig zur Ver­fü­gung ste­hen.

Netz­aus­bau ist nicht die ein­zi­ge Ant­wort auf die Ener­gie­wen­de

Aus Sicht der N‑ERGIE Netz GmbH sind für das Gelin­gen der Ener­gie­wen­de zusätz­li­che Maß­nah­men zum Netz­aus­bau not­wen­dig. Hier­zu gehö­ren vor­ran­gig Spei­cher­mög­lich­kei­ten, etwa in Form von netz­dien­li­chen Bat­te­rie­spei­chern sowie im Süden Deutsch­lands ein bes­se­res Ver­hält­nis zwi­schen Wind­kraft und Solar­an­la­gen. Auch eine netz­ori­en­tier­te Steue­rung von PV-Dach­an­la­gen, wie sie aktu­ell im Gesetz­ge­bungs­pro­zess dis­ku­tiert wird, ist aus Sicht der N‑ERGIE Netz GmbH unum­gäng­lich.

Das Strom­netz der N‑ERGIE Netz GmbH deckt wei­te Tei­le Mit­tel­fran­kens ab und geht in die angren­zen­den Regie­rungs­be­zir­ke über. Es erstreckt sich vom Würz­bur­ger Umland im Nor­den bis Eich­stätt im Süden, sowie von Wei­kers­heim im Wes­ten bis nach Sulz­bach-Rosen­berg im Osten. Die Hoch‑, Mit­tel- und Nie­der­span­nungs­lei­tun­gen sind ins­ge­samt rund 29.000 Kilo­me­ter lang.

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