Erste Ergebnisse vom Naturschutzprojekt „Amphibien rund um Wellheim“

von | 16. Februar 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Natur­park Alt­mühl­tal (red). Hei­mi­sche Amphi­bi­en und deren Lebens­räu­me schüt­zen und erhal­ten: mit die­sem Ziel hat der Natur­park Alt­mühl­tal (Südl. Fran­ken­alb) e.V. ein Natur­schutz­pro­jekt ange­sto­ßen, in Koope­ra­ti­on mit den unte­ren Natur­schutz­be­hör­den Eich­stätt und Neu­burg-Schro­ben­hau­sen, der Regie­rung von Ober­bay­ern sowie den Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­den Eich­stätt und Neu­burg-Schro­ben­hau­sen. Dazu wer­den in und um die Gemein­de Well­heim die dort leben­den Amphi­bi­en kar­tiert: Gelb­bau­chun­ke, Laub­frosch, Spring­frosch und Kamm­molch ste­hen hier­bei beson­ders im Fokus der Beob­ach­tun­gen. Ein klei­ner Teil der Gewäs­ser lie­gen im Gemein­de­ge­biet Ren­nerts­ho­fen, Land­kreis Neu­burg-Schro­ben­hau­sen. Finan­ziert wird das Pro­jekt nach den Land­schafts­pfle­ge- und Natur­park-Richt­li­ni­en des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz (StMUV).

Die mit der Kar­tie­rung beauf­trag­te Bio­lo­gin Caro­lin Stoll aus Wittis­lin­gen leg­te nun die Ergeb­nis­se des ers­ten Jah­res vor. Zwi­schen März und August 2024 war sie an rund 30 Gewäs­sern unter­wegs – zu ver­schie­de­nen Tages- und Nacht­zei­ten, denn zum Kar­tie­ren gehört neben Beob­ach­ten, Keschern und Reu­sen legen auch das „Ver­hö­ren“ der Rufe in der Nacht. Schaut man sich die Lebens­wei­se der Frö­sche, Mol­che und Unken genau­er an, wird klar, war­um man jedes Gewäs­ser öfter auf­su­chen muss: ganz unter­schied­lich sind der Zeit­punkt und die Art der Eiab­la­ge (des Laichs), die Wan­der­be­we­gun­gen oder auch die bevor­zug­ten Gewäs­ser der ver­schie­de­nen Amphi­bi­en­ar­ten. Beson­ders High­light der Kar­tie­rung sind zwei Kamm­molch-Vor­kom­men, zudem wur­de häu­fig der Spring­frosch gefun­den. Bei­de sind inzwi­schen sehr sel­ten gewor­den und auf der Roten Lis­te der gefähr­de­ten Tier­ar­ten in Bay­ern zu fin­den. An eini­gen Gewäs­sern wur­den Gelb­bau­chun­ke und Laub­frosch gefun­den, waren aber ins­ge­samt im Unter­su­chungs­ge­biet eher sel­ten.

Nun geht es schon bald in die zwei­te Run­de der Beob­ach­tun­gen; dann wer­den auch die bis­he­ri­gen Maß­nah­men­emp­feh­lun­gen zu den ein­zel­nen Gewäs­sern wei­ter kon­kre­ti­siert, so Pro­jekt­lei­te­rin Chris­ta Boretz­ki vom Natur­park Alt­mühl­tal (Südl. Fran­ken­alb) e.V. Hier kann es zum Bei­spiel not­wen­dig sein, dass Gehöl­ze ent­fernt wer­den oder eine maß­vol­le Ent­landung von Gewäs­sern vor­ge­nom­men wird. Außer­dem kann eine Anla­ge neu­er Bio­to­pe sinn­voll sein, um den Erhalt der streng geschütz­ten Arten zu gewähr­leis­ten.

Die Umset­zung der Maß­nah­men erfolgt in Koope­ra­ti­on des Natur­park Alt­mühl­tal (SF) e. V. mit den unte­ren Natur­schutz­be­hör­den Eich­stätt und Neu­burg-Schro­ben­hau­sen, den Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­den Eich­stätt und Neu­burg-Schro­ben­hau­sen, dem Bund Natur­schutz, dem Forst sowie mit pri­va­ten Flä­chen­ei­gen­tü­mern. Bereits seit lan­gem ist die unte­re Natur­schutz­be­hör­de Eich­stätt im Well­hei­mer Tro­cken­tal mit dem Pro­jekt „Urdo­nau­ta­ler Auer­och­sen“ auf den Moor­stand­or­ten aktiv. Eben­so ist die Ort­grup­pe Well­heim des Bund Natur­schutz e.V. im Bereich Amphi­bi­en­schutz tätig. Im Vor­feld des Pro­jek­tes konn­te Natur­park-Ran­ge­rin Bir­git­ta Mündl hier zahl­rei­che Kon­tak­te knüp­fen. Im Rah­men eines Arbeits­tref­fens nach dem 1. Kar­tier­durch­gang wur­den bereits mög­li­che Maß­nah­men mit den Akteu­ren bespro­chen und vor Ort besich­tigt.

So kön­nen nun die Pro­jekt­be­tei­lig­ten, ob Kom­mu­nen, Land­schafts­pfle­ge­ver­bän­de, Bund Natur­schutz, Forst, Natur­park und natür­lich auch Pri­vat­leu­te aktiv wer­den und sich gemein­sam für den Erhalt von Laub­frosch, Gelb­bau­chun­ke und Co und ihrer Lebens­räu­me ein­set­zen.

Bild­un­ter­schrift: Struk­tur­rei­ches Klein­ge­wäs­ser mit Spring­frosch­laich. Foto: Caro­lin Stoll (Copy­right — Natur­park Alt­mühl­tal e. V.)