Erste Igel wachen auf – so können Sie helfen

von | 4. März 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Auf­grund der mil­den Tem­pe­ra­tu­ren erwa­chen die ers­ten Igel aus ihrem Win­ter­schlaf, doch der Früh­ling hält noch nicht genug Nah­rung für die Tie­re bereit. Der BUND Natur­schutz gibt prak­ti­sche Tipps, wie jeder hel­fen kann.

„Igel sind fle­xi­bel in ihrem Win­ter­schlaf­ver­hal­ten. Doch die zuneh­mend mil­den Win­ter und dadurch häu­fi­ge­ren Unter­bre­chun­gen des Win­ter­schlafs stel­len eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für die Tie­re dar“, erklärt Bri­git­te Löff­ler, Vor­sit­zen­de der Kreis­grup­pe Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen des BUND Natur­schutz. Durch das früh­zei­ti­ge Auf­wa­chen haben Igel oft mit Nah­rungs­man­gel zu kämp­fen. Da Insek­ten und ande­re Beu­te­tie­re noch kaum aktiv sind, fin­den die Tie­re nur wenig Nah­rung.

Wer bereits jetzt einen Igel ent­deckt, kann aber hel­fen. Die Tie­re haben nach dem Auf­wa­chen zunächst gro­ßen Durst. Eine fla­che Scha­le mit fri­schem Was­ser im Gar­ten ist eine ein­fa­che und wirk­sa­me Hil­fe. Als Nah­rung eig­nen sich Rührei­er, Kat­zen­fut­ter, getrock­ne­te Insek­ten oder auch ange­bra­te­nes Hack­fleisch und gekoch­tes Geflü­gel­fleisch. Je fett­rei­cher und pro­te­in­rei­cher das Fut­ter, des­to bes­ser. Wich­tig ist, das Fut­ter an einem geschütz­ten Ort auf­zu­stel­len, damit es den Igeln zugu­te­kommt und nicht von ande­ren Tie­ren wie Kat­zen gefres­sen wird. Zu die­sem Zweck stellt der BN auf sei­ner Web­sei­te auch eine Bau­an­lei­tung für ein Igel­haus zur Ver­fü­gung, das als Fut­ter­haus und auch als Unter­schlupf ver­wen­det wer­den kann (Igel­haus im Gar­ten selbst bau­en (bund-naturschutz.de).

Zudem ist Gar­ten­ar­beit im Früh­jahr pro­ble­ma­tisch. Vor allem das Auf­räu­men von Laub- und Rei­sig­hau­fen oder das Ent­fer­nen von Sträu­chern kann dazu füh­ren, dass Igel auf­ge­scheucht wer­den und ihren Unter­schlupf ver­lie­ren. Unse­re gro­ße Bit­te an die Bevöl­ke­rung: Las­sen Sie die Gar­ten­ar­bei­ten noch ein wenig ruhen. Die Igel brau­chen die­se Ver­ste­cke drin­gend.
Um mehr über das Ver­hal­ten der Igel und ihre früh­zei­ti­ge Akti­vi­tät zu erfah­ren, läuft der­zeit die Igel-Chall­enge über die App Obs­I­den­ti­fy. Jeder, der zufäl­lig einen Igel ent­deckt, kann den Fund ein­fach per Foto mel­den. Seit dem Start der Akti­on im Okto­ber 2024 wur­den bereits mehr als 1.400 Igel gemel­det. Die gesam­mel­ten Daten lie­fern wert­vol­le Erkennt­nis­se über die Lebens­wei­se und das Ver­hal­ten der Tie­re, die wie­der­um für den Schutz der Igel genutzt wer­den kön­nen. Die Igel-Chall­enge wird von Pro Igel e.V. in Zusam­men­ar­beit mit dem BUND Natur­schutz als regio­na­lem Part­ner orga­ni­siert. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Igel-Chall­enge und zur Mel­dung von Igel-Beob­ach­tun­gen fin­den Inter­es­sier­te unter www.bund-naturschutz.de/aktionen/igel-challenge.

Foto: Pix­a­bay