Exkursion Wasserwirtschaft trifft Ländliche Entwicklung — Seenland als gutes Beispiel

von | 8. Juni 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Pleinfeld/Heidenheim (red).  Rund 20 Refe­ren­da­re der Länd­li­chen Ent­wick­lung, Ver­mes­sungs­ver­wal­tung und Was­ser­wirt­schaft aus ganz Bay­ern haben sich unter ande­rem die Stau­stu­fe am Brom­b­ach­see und meh­re­re „boden:ständig“-Maßnahmen rund um den Hah­nen­kamm­see im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ange­schaut. Am Vor­mit­tag ging es für den Nach­wuchs an den Brom­b­ach­see: Hel­ga Pfit­zin­ger-Schie­le, die für das Seen­land zustän­di­ge Abtei­lungs­lei­te­rin beim Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach, gab Ein­bli­cke in die Geschich­te der belieb­ten Urlaubs­re­gi­on – spe­zi­ell in die Ent­ste­hung des Brom­b­ach­sees. Im Info­zen­trum Man­dles­müh­le in Plein­feld hat­ten die Refe­ren­da­re Gele­gen­heit, sich die mul­ti­me­dia­le Aus­stel­lung anzu­schau­en. Sie spannt den Bogen vom Bau des Karls­gra­bens im Jahr 793 bis zum com­pu­ter­ge­steu­er­ten Betrieb der Über­lei­tung. Außer­dem besich­tig­ten die jun­gen Leu­te die Stau­stu­fe. Am Nach­mit­tag stand dann der Hah­nen­kamm­see auf dem Pro­gramm, für das Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach war Diplom-Bio­lo­gin Dr. Gabrie­le Trom­mer dabei.

Der idyl­lisch gele­ge­ne Hah­nen­kamm­see gilt als Geheim­tipp für Ein­hei­mi­sche und Tou­ris­ten, die Ruhe und Natur suchen. Vie­le Jah­re hat­te das Gewäs­ser mit Blau­al­gen zu kämp­fen und nach Unwet­tern kam es immer wie­der zu Über­schwem­mun­gen im Rohr­ach­tal – zum Teil bis in die Dör­fer hin­ein. Durch ver­schie­de­ne Maß­nah­men, die das Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken (ALE) durch die Initia­ti­ve „boden:ständig“ unter­stütz­te, hat sich viel um den Hah­nen­kamm­see getan. „Die größ­te Her­aus­for­de­rung für die Land­wir­te mit ihren Acker­flä­chen rund um das Gewäs­ser sei das star­ke Gefäl­le, das zum Teil 20 Pro­zent betra­ge, so Pro­jekt­be­glei­ter Jakob Mei­er vom ALE. Die Bau­ern bewirt­schaf­ten ihre Fel­der boden­scho­nend, als Fol­ge ver­si­ckert bereits viel Regen dar­auf. Doch das allein reicht noch nicht. Bei „boden:ständig“ grei­fen vie­le Hän­de inein­an­der. „Wir sind mit der Markt­ge­mein­de, den betrof­fe­nen Bür­gern, Land­wir­ten und den Fach­leu­ten der betei­lig­ten Behör­den die prag­ma­ti­schen Macher vor Ort“, so Ingo Stein­bre­cher, Abtei­lungs­lei­ter beim Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken.

14 Maß­nah­men sind bereits umge­setzt – eine der größ­ten liegt über Hech­lin­gen am See: Ober­flä­chen­was­ser von höher­lie­gen­den Äckern und Wald­flä­chen über­flu­te­te nach star­ken Regen­fäl­len Weg­sei­ten­grä­ben und von dort lief der abge­schwemm­te Boden zum Teil bis in die Ort­schaft rein. Vier hin­ter­ein­an­der lie­gen­de Becken mit einem Fas­sungs­ver­mö­gen von rund 1000 Kubik­me­tern – das sind cir­ca 6600 vol­le Bade­wan­nen – ver­lang­sa­men den Was­ser­fluss und ermög­li­chen ein Abset­zen der Sedi­men­te. Die Kos­ten für alle Maß­nah­men bis­her schätz­te Pro­jekt­lei­ter Mar­kus Früh vom ALE auf rund 100.000 Euro, die För­de­rung liegt bei 85 Pro­zent. Die letz­te Maß­nah­me auf der Exkur­si­on „Was­ser­wirt­schaft trifft Länd­li­che Ent­wick­lung“ führ­te die Grup­pe nörd­lich zur Bal­sen­müh­le bei Hei­den­heim. Eine ehe­ma­li­ge exten­siv genutz­te Wie­se wan­del­te sich zur natur­na­hen Was­ser­rück­hal­tung, die ein öffent­li­cher Weg erschließt. „Das Was­ser floss vor­her direkt über einen Gra­ben in die Rohr­ach. Nach Stark­re­gen­er­eig­nis­sen hält das Becken Was­ser und Sedi­men­te zurück und dros­selt die Abfluss­ge­schwin­dig­keit“, erklär­te Pro­jekt­lei­ter Mar­kus Früh. 2014 star­te­te „boden:ständig Hah­nen­kamm­see“ als Pilot­pro­jekt in Mit­tel­fran­ken – mit an Bord das Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten, die Unte­re Natur­schutz­be­hör­de am Land­rats­amt sowie das Was­ser­wirt­schafts­amt Ans­bach. Schlüs­sel zum Erfolg sind das Mit­ein­an­der der Behör­den und der Men­schen vor Ort.

Foto: Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken oder ALE Mit­tel­fran­ken