Festakt 10 Jahre kunststoffcampus bayern in Weißenburg

von | 26. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg — Am Diens­tag, den 18. Novem­ber, fand in Wei­ßen­burg eine Jubi­lä­ums­fei­er der beson­de­ren Art statt: Auf dem Gelän­de des kunst­stoff­cam­pus bay­ern traf man sich, um das 10-jäh­ri­ge Bestehen des Wei­ßen­bur­ger Tech­no­lo­gie- und Stu­di­en­zen­trums mit einem Fest­akt zu wür­di­gen. Neben einem kur­zen Rück­blick auf das Erreich­te stand vor allem der Blick in die Zukunft im Vor­der­grund. Auch Mar­kus Blu­me – baye­ri­scher Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst – ließ sich die Gele­gen­heit nicht neh­men und stat­te­te dem kunst­stoff­cam­pus bay­ern in Wei­ßen­burg zu gege­be­nem Anlass einen Besuch ab.

Im März 2015 wur­de der kunst­stoff­cam­pus bay­ern (kcb) am Stand­ort Wei­ßen­burg eröff­net. Seit­dem hat sich der kcb bes­tens eta­bliert und ist heu­te ein fes­ter Bau­stein der Bil­dungs- und Wirt­schafts­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken. Aus die­sem Anlass lud die Wirt­schafts­för­de­rung des Land­krei­ses am ver­gan­ge­nen Diens­tag Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Poli­tik und Wirt­schaft ein, um die­ses Jubi­lä­um zu fei­ern.

Nach der offi­zi­el­len Begrü­ßung und ein­füh­ren­den Wor­ten von Land­rat Manu­el West­phal rich­te­te auch Staats­mi­nis­ter Mar­kus Blu­me eini­ge Wor­te an die Gäs­te und beton­te dabei, dass er dem kunst­stoff­cam­pus sowie den ange­pass­ten Neu­struk­tu­rie­run­gen sehr posi­tiv gegen­über­ste­he. „Der kunst­stoff­cam­pus bay­ern zeigt ein­drucks­voll, wie regio­na­le Stär­ke, wis­sen­schaft­li­che Exzel­lenz und unter­neh­me­ri­sche Pra­xis zusam­men­wir­ken kön­nen. Hier ent­ste­hen Lösun­gen für die Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen – und genau sol­che Orte brau­chen wir, um Bay­erns Inno­va­ti­ons­kraft wei­ter aus­zu­bau­en“, so der Staats­mi­nis­ter.

Mit Jür­gen Schröp­pel (Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Wei­ßen­burg i. Bay­ern), Prof. Wal­de­mar Berg (Prä­si­dent der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Deg­gen­dorf), Prof. Dr.-Ing. Sascha Mül­ler-Feu­er­stein (Prä­si­dent der Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Ans­bach) sowie Dr.-Ing. Simon Ames­öder (Vize­prä­si­dent der IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken und Gre­mi­ums­vor­sit­zen­der) kamen auch wei­te­re Stim­men aus Poli­tik, Wis­sen­schaft und Indus­trie zur Spra­che. Den Abschluss der Jubi­lä­ums-Ver­an­stal­tung bil­de­ten dann die Füh­run­gen durch das haus­ei­ge­ne Tech­no­lo­gie­zen­trum.

„Als Ober­bür­ger­meis­ter, der von der ers­ten Stun­de an die­ses Pro­jekt beglei­tet, freue ich mich beson­ders auf die Zukunft des kunst­stoff­cam­pus bay­ern. Es ist span­nend zu sehen, wie Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Kom­mu­ne gemein­sam wei­ter wach­sen und inno­va­ti­ve Lösun­gen für mor­gen ent­wi­ckeln“, befand Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Schröp­pel.

Die Prä­si­den­ten der bei­den Hoch­schu­len beton­ten die stets gute Zusam­men­ar­beit der bei­den Ein­rich­tun­gen, die das Tech­no­lo­gie- und Stu­di­en­zen­trum in Wei­ßen­burg seit dem Start gemein­sam erfolg­reich auf­ge­baut haben. Mit der Über­nah­me des Tech­no­lo­gie­trans­fer­zen­trums durch die Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Ans­bach liegt seit Okto­ber 2025 die Gesamt­ver­ant­wor­tung für den kcb in Wei­ßen­burg zen­tral in einer Hand.

Prof. Wal­de­mar Berg war sich sicher, dass man auf das Erreich­te stolz sein kön­ne: „Was hier in Wei­ßen­burg in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ent­stan­den ist, ist bemer­kens­wert. Ich wün­sche der Hoch­schu­le Ans­bach mit der nun über­nom­me­nen Gesamt­ver­ant­wor­tung für den kcb alles Gute und viel Erfolg für die wei­te­re Ent­wick­lung.“

Auch Prof. Dr.-Ing. Sascha Mül­ler-Feu­er­stein rich­te­te den Blick nach vor­ne und skiz­zier­te die Plä­ne der Hoch­schu­le Ans­bach: „Für uns ist der kcb ein zen­tra­ler Ort, an dem Inno­va­ti­on und Pra­xis Hand in Hand gehen. Mit der neu­en struk­tu­rel­len Aus­rich­tung wird der Cam­pus nun zum Haupt­stand­ort für Kunst­stoff­tech­nik der Hoch­schu­le Ans­bach und soll die­se füh­ren­de Rol­le auch in Zukunft wei­ter aus­bau­en.“

Und auch Dr.-Ing. Simon Ames­öder ist erfreut über die neu­en Ent­wick­lun­gen: „Es ist als ein sehr posi­ti­ves Zei­chen zu bewer­ten, dass auf die kon­kre­ten Anfor­de­run­gen der Regi­on und der regio­na­len Wirt­schaft im neu­en Gesamt­kon­zept des kunst­stoff­cam­pus ein­ge­gan­gen wird. Ich sehe hier gro­ßes Poten­zi­al auf bei­den Sei­ten.“

Stolz auf das Erreich­te, Ansporn für die Zukunft

Gleich­zei­tig möch­te man den Blick in Wei­ßen­burg aber auch in die Zukunft rich­ten. Dafür stellt sich der kcb aktu­ell fach­lich, per­so­nell und struk­tu­rell neu auf. Dies geschieht nicht grund­los. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren haben sich die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen auch in Alt­mühl­fran­ken stark ver­än­dert. Die Struk­tur von Unter­neh­men, aber auch tie­fer­grei­fen­de Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se, etwa in der Auto­mo­bil- und Zulie­fe­rer­in­dus­trie, sowie gesamt­wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Ent­wick­lun­gen sind davon beein­flusst.

Auf einen sol­chen Pro­zess will man in Alt­mühl­fran­ken nicht nur reagie­ren, son­dern die­sen aktiv mit­ge­stal­ten. Dazu zählt auch ganz wesent­lich die Wei­ter­ent­wick­lung des kunst­stoff­cam­pus bay­ern. Hier­für wur­den mit einem neu­en Stu­di­en­gang sowie eini­gen neu­en, pass­ge­nau­en Pro­fes­su­ren zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten geschaf­fen – als kla­re Inves­ti­ti­on in Inno­va­ti­on, Fach­kräf­te­si­che­rung und wirt­schaft­li­che Zukunfts­fä­hig­keit.

So wur­de etwa neben den bei­den eta­blier­ten Bache­lor­stu­di­en­gän­gen „Stra­te­gi­sches Manage­ment“ und „Ange­wand­te Kunst­stoff­tech­nik“ mit dem Som­mer­se­mes­ter 2025 der Mas­ter­stu­di­en­gang „Sus­taina­bi­li­ty in Poly­mer Tech­no­lo­gy“ ein­ge­führt. Hin­zu kom­men der neue fach­li­che Schwer­punkt „smart and pro­tec­ti­ve poly­mer sys­tems“, zusätz­li­che Pro­fes­su­ren gebün­delt in Wei­ßen­burg, ein wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat und die Wei­ter­ent­wick­lung des kcb zum Haupt­stand­ort für Kunst­stoff­tech­nik der Hoch­schu­le Ans­bach. Des Wei­te­ren sol­len mit dem geplan­ten Eco­sys­tem Alt­mühl­fran­ken zukünf­tig auch unter Ein­bin­dung des kunst­stoff­cam­pus und regio­na­ler Fir­men gezielt Start-Ups unter­stützt wer­den. Mit Dr. Mar­co Wacker konn­te zudem ab Febru­ar 2026 bereits die ers­te Pro­fes­sur (Smart & Pro­tec­ti­ve Poly­mer Sys­tems) besetzt wer­den. Der kcb fun­giert so als Inno­va­ti­ons­mo­tor und ver­eint For­schung, Leh­re und Trans­fer im Bereich smar­te, funk­tio­na­le und schüt­zen­de Poly­mer­werk­stof­fe.

Kunst­stoff­in­dus­trie bleibt zen­tral – und darf auf wei­te­re Unter­stüt­zung zäh­len

Das wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz­feld Kunst­stoff mit Auto­mo­ti­ve sowie die Kunst­stoff­ver- und Metall­be­ar­bei­tung sind in der Regi­on Alt­mühl­fran­ken tra­di­tio­nell von gro­ßer Rele­vanz. Des­halb war und ist es ein zen­tra­les Anlie­gen der gesam­ten Wirt­schafts­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken, zukünf­tig einen noch stär­ke­ren Fokus auf geziel­ten Tech­no­lo­gie- und Wis­sens­trans­fer in die­sem Bereich zu legen. Das 10-jäh­ri­ge Jubi­lä­um des kcb, die Neu­struk­tu­rie­rung sowie die Pro­fil­schär­fung auf die kon­kre­ten Bedürf­nis­se der regio­na­len Unter­neh­men und Part­ner sind hier­bei ein essen­zi­el­ler Schritt.

Auch Land­rat Manu­el West­phal fand im Zuge der Jubi­lä­ums-Ver­an­stal­tung nur loben­de Wor­te für den der­zeit lau­fen­den Pro­zess: „Beson­ders ange­sichts umfas­sen­der Trans­for­ma­tio­nen, rasan­ter Inno­va­ti­ons­pro­zes­se und wach­sen­der Anfor­de­run­gen in For­schung und Ent­wick­lung benö­ti­gen unse­re Unter­neh­men eine ver­läss­li­che und pra­xis­ori­en­tier­te Unter­stüt­zung. Die nun in die Wege gelei­te­ten Schrit­te sind dafür enorm wich­tig. Ich freue mich sehr dar­über, dass uns das so gut gelun­gen ist. Dafür arbei­ten am kcb Wis­sen­schaft und Wirt­schafts­för­de­rung Hand in Hand, um in direk­ter Part­ner­schaft mit der Wirt­schaft For­schungs­pro­jek­te zu rea­li­sie­ren.“

Bild­un­ter­schrift: Auch Mar­kus Blu­me (m.), baye­ri­scher Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst, nahm am Fest­akt teil und begrüß­te die neu­en Ent­wick­lun­gen am kunst­stoff­cam­pus bay­ern in Wei­ßen­burg. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Nico Kögel