Flaute auf Arbeitsmarkt spürbar — Arbeitslosigkeit dennoch auf moderatem Niveau – Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefähig  

von | 7. November 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Daten im Über­blick

Arbeits­lo­sen­zahl im Okto­ber: ‑203 zu Vor­mo­nat (‑2,6 Pro­zent) auf 7.590

Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich: +397 (+5,5 Pro­zent)

Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: ‑0,1 auf 2,9 Pro­zent

Arbeits­lo­sen­quo­te im Vor­jahr: 2,8 Pro­zent

(red). Wie im Okto­ber üblich ging auch heu­er die Arbeits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­mo­nat zurück. Aller­dings nahm sie mit 203 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 2,6 Pro­zent etwas weni­ger ab als in den Vor­jah­ren. Letz­tes Jahr waren 293 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 3,9 Pro­zent weni­ger arbeits­los gemel­det als im Vor­mo­nat. Noch grö­ßer ist der Unter­schied zu Okto­ber 2022, als 745 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 10,0 Pro­zent weni­ger arbeits­los gemel­det waren als im Vor­mo­nat.

Auch die­ses Jahr haben wie­der jun­ge Men­schen unter 25 Jah­ren zum Okto­ber ein Stu­di­um auf­ge­nom­men oder eine Aus­bil­dung begon­nen, die vor­her arbeits­los gemel­det waren. Dem­entspre­chend sank die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 144 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 16,1 Pro­zent. Doch auch die­se Ent­wick­lung fiel schwä­cher aus als in den Jah­ren zuvor. So war letz­tes Jahr ein Rück­gang um 17,6 Pro­zent zu ver­zeich­nen und 2022 um 31,2 Pro­zent.

Gleich­zei­tig macht der Rück­gang der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit ähn­lich wie im Sep­tem­ber mit 71 Pro­zent nahe­zu drei Vier­tel des Gesamt­rück­gangs der Arbeits­lo­sig­keit aus. Vor einem Jahr lag die­ser Anteil bei rund 51 Pro­zent.

„Der Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit fällt merk­lich schwä­cher aus als in den Vor­jah­ren. Zudem ist er weit über­wie­gend auf den Über­gang in Stu­di­um oder Aus­bil­dung von vor­her arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen zurück­zu­füh­ren und damit auf einen jah­res­zeit­lich übli­chen Effekt. Posi­ti­ve wirt­schaft­li­che Impul­se spie­len, wenn über­haupt, nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Viel­mehr ist die anhal­ten­de wirt­schaft­li­che Flau­te spür­bar. Gleich­wohl reagiert der Arbeits­markt rela­tiv robust“, ana­ly­siert Clau­dia Wol­fin­ger, Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg.

So fällt das Plus bei der Arbeits­lo­sen­zahl gegen­über dem Vor­jahr mit 397 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 5,5 Pro­zent ver­gleichs­wei­se nied­rig aus. Außer­dem fan­den im Okto­ber 894 arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen eine neue Arbeits­stel­le. Das sind 103 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 13,0 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Der Arbeits­markt der Regi­on ist also wei­ter­hin auf­nah­me­fä­hig.

„Dass der Arbeits­markt der Regi­on bis­her so gut durch die wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zei­ten gekom­men ist, liegt unter ande­rem am viel­fäl­ti­gen Bran­chen­mix. Zudem arbei­ten gera­de ein­mal 27,5 Pro­zent der Beschäf­tig­ten in Groß­be­trie­ben mit mehr als 249 Mitarbeiter*innen. Dem­entspre­chend sind weni­ger Men­schen auf ein­mal von ernst­haf­ten Schwie­rig­kei­ten ein­zel­ner Unter­neh­men betrof­fen. Das heißt im Fall von Kün­di­gun­gen wer­den weni­ger Men­schen auf ein­mal arbeits­los. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen zahl­rei­che Unter­neh­men im Agen­tur­be­zirk bereit, die nach Fach- und Arbeits­kräf­ten suchen“, erläu­tert Wol­fin­ger.

Mehr neu gemel­de­te Stel­len als im Vor­mo­nat, weni­ger als im Vor­jahr

Unbe­scha­det des­sen agie­ren die Arbeitgeber*innen der Regi­on aktu­ell vor­sich­tig und üben sich bei der Mel­dung neu­er Stel­len in Zurück­hal­tung. So mel­de­ten die Arbeitgeber*innen dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern mit 850 neu­en Stel­len 191 mehr als im Vor­mo­nat. Doch im Ver­gleich zum Vor­jahr sind es 108 bzw. 11,3 Pro­zent weni­ger. Auch in Sum­me mel­de­ten die Arbeitgeber*innen seit Jah­res­be­ginn 11,0 Pro­zent weni­ger neue Stel­len.

Der größ­te Anteil neu gemel­de­ter Stel­len kam mit 170 aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Danach fol­gen das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen mit 143 sowie die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit 115 neu­en Stel­len. Aus dem Groß- und Ein­zel­han­del wur­den 89, aus der öffent­li­chen Ver­wal­tung 57, aus dem Bau­ge­wer­be 50 und aus dem Gast­ge­wer­be 15 neue Stel­len gemel­det. Mit Aus­nah­me des Groß- und Ein­zel­han­dels mel­de­ten alle Bran­chen weni­ger neue Stel­len als im Vor­jahr. Am größ­ten fällt die Ver­rin­ge­rung im Gast­ge­wer­be (-24) aus.

Fach­kräf­te­man­gel besteht fort

Der Fach­kräf­te­man­gel besteht wei­ter­hin fort. So waren von den 850 neu gemel­de­ten Stel­len 493 für Fach­kräf­te und 178 für Men­schen mit einer höhe­ren Qua­li­fi­ka­ti­on auf Meis­ter- oder Hoch­schul­ni­veau. Ledig­lich 179 der neu gemel­de­ten Stel­len sind auf Hel­fer­ni­veau. Ähn­lich ver­teilt sind die Anfor­de­rungs­ni­veaus der Stel­len im Bestand. Von ihnen rich­ten sich 1.148 an Helfer*innen, 3.328 an Fach­kräf­te und 962 an Per­so­nen mit höhe­rer Qua­li­fi­ka­ti­on. Dem­ge­gen­über stan­den im Okto­ber 3.372 (-8 im Ver­gleich zum Vor­mo­nat) arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen ohne Berufs­aus­bil­dung, 3.409 (-184) mit Berufs­ab­schluss und 651 (-24) mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung.

„Die Daten zei­gen, dass Per­so­nen ohne Berufs­aus­bil­dung ein höhe­res Risi­ko haben arbeits­los zu wer­den und es län­ger zu blei­ben. Auf der ande­ren Sei­te wer­den Fach­kräf­te benö­tigt. Dem­entspre­chend för­dern wir bereits seit lan­gem die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung sowohl von arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen als auch von Arbeitnehmer*innen. Beson­ders auch in wirt­schaft­lich her­aus­for­dern­den Zei­ten ist dies eine wich­ti­ge Inves­ti­ti­on in die Zukunft“, führt Clau­dia Wol­fin­ger aus.

Stadt und Landkreise

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen waren im Okto­ber 1.771 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 54 weni­ger als im Vor­mo­nat und 71 weni­ger als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 38 auf 181. Das sind 30 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,2 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punk­te unter dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te unter dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Okto­ber 177 neue Stel­len, das sind 76 mehr als vor einem Monat und sie­ben mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach

In der Stadt Ans­bach waren im Okto­ber 1.093 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 53 weni­ger als im Vor­mo­nat und 17 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 22 auf 97. Das sind vier weni­ger als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,5 Pro­zent. Das sind 0,3 Pro­zent­punk­te weni­ger als im Vor­mo­nat und ent­spricht exakt dem Wert des Vor­jahrs.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Okto­ber 148 neue Stel­len, das sind 32 mehr als vor einem Monat und 17 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach

Im Land­kreis Ans­bach waren im Okto­ber 2.938 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 48 weni­ger als im Vor­mo­nat und 303 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 44 auf 276. Das sind 28 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt wie im Vor­mo­nat bei 2,7 Pro­zent und 0,3 Pro­zent­punk­te über dem Wert des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im Okto­ber 280 neue Stel­len, das sind 46 mehr als vor einem Monat und 96 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth

Im Land­kreis Roth waren im Okto­ber 1.788 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 48 weni­ger als im Vor­mo­nat und 148 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re sank im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 40 auf 198. Das sind fünf mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Roth liegt bei 2,4 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punk­te unter dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Okto­ber 245 neue Stel­len, das sind 37 mehr als vor einem Monat und nahe­zu genau­so vie­le wie vor einem Jahr.

Foto: Bri­git­te Dorr