Flurneuordnung in Dettenheim ist abgeschlossen

von | 10. Februar 2025 | Altmühlfranken, Weißenburg

Wei­ßen­burg (red). Der Wege­bau im Orts­teil Det­ten­heim ist seit Anfang des noch jun­gen Jah­res fer­tig­ge­stellt, damit neigt sich die Flur­neu­ord­nung dem Ende ent­ge­gen. Die Flä­chen sind neu­ver­teilt, die Land­wir­te sind seit rund zwei Jah­ren schon flei­ßig auf ihren Äckern unter­wegs und bewirt­schaf­ten sie.

Mit­ar­bei­ter des Amts für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken beglei­te­ten und betreu­ten die Flur­neu­ord­nung in Det­ten­heim. Das Gebiet ist ins­ge­samt 444 Hekt­ar groß – davon sind 365 Hekt­ar land­wirt­schaft­li­che Flä­chen. Die Flur­neu­ord­nung hat bedeu­ten­de Maß­nah­men auf den Weg gebracht, um die Infra­struk­tur und bio­lo­gi­sche Viel­falt zu ver­bes­sern. Es ent­stan­den über vier Kilo­me­ter neue Wege, sechs­ein­halb Kilo­me­ter alte Wege wur­den rück­ge­baut und rekul­ti­viert. Als eines der zen­tra­len Pro­jek­te ent­stan­den sie­ben Hekt­ar Land­schafts­pfle­ge­flä­chen. Unter ande­rem Streu­obst­wie­sen, exten­si­ve Mager­stand­or­te sowie Gum­pen erhal­ten und för­dern die Arten­viel­falt in der Regi­on.

Das i‑Tüpfelchen war, den Küh­len­bach auf einer Län­ge von rund 350 Metern zu ver­le­gen. Der schma­le Gra­ben war zuvor nur einen hal­ben Meter breit, nun hat das Gewäs­ser die Mög­lich­keit, sich auf einer Brei­te von 15 Metern frei durch die Land­schaft zu schlän­geln. Die geschaf­fe­nen Gum­pen hel­fen, das Was­ser in der Flä­che zu hal­ten und wir­ken sich posi­tiv aufs loka­le Öko­sys­tem aus. „Bei Bag­ger­ar­bei­ten des neu­en Bach­bet­tes, die archäo­lo­gisch beglei­tet wur­den, fan­den Fach­leu­te Grä­ber aus der Kel­ten­zeit und bar­gen sie“, wirft Pro­jekt­lei­ter Han­nes Man­tsch vom Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken den Blick zurück auf die Maß­nah­men im Orts­teil von Wei­ßen­burg. „Neben diver­sen Kera­mi­ken war auch ein sel­te­ner Bron­ze­ring dabei, der nun restau­ra­to­risch erst­ver­sorgt wur­de.”

Durch die Flur­neu­ord­nung ist es auch gelun­gen, den Ver­lauf der Fos­sa Caro­li­na – auch Karls­gra­ben genannt – zu sichern. Er ist jetzt in öffent­li­cher Hand und schafft dadurch die Vor­aus­set­zung, das Boden­denk­mal von euro­päi­schem Rang zu schüt­zen. Das rie­si­ge Bau­pro­jekt war der ers­te Ver­such Kai­ser Karl des Gro­ßen im Jahr 793, Donau und Main durch eine Was­ser­stra­ße zu ver­bin­den – was heu­te vom Karls­gra­ben noch zu sehen ist, gehört zu den wohl größ­ten inge­nieur­geo­lo­gi­schen Bau­pro­jek­ten des Mit­tel­al­ters. Das nun gesi­cher­te Natur­denk­mal bie­tet die Mög­lich­keit, es geschicht­lich und tou­ris­tisch zu nut­zen – ein rie­si­ges Poten­zi­al für den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen.

Dar­über hin­aus wur­den durch die Boden­ord­nung die Flä­chen für die Neu­bau­tras­se der Bun­destra­ße B2 für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land bereit­ge­stellt. Ein wei­te­rer Plus­punkt: Durch die Boden­ord­nung gelang es, zer­schnit­te­ne land­wirt­schaft­li­che Grund­stü­cke aus­zu­glei­chen und vie­le Flä­chen für die Bewirt­schaf­tung zu ver­bes­sern. Die Flur­neu­ord­nung in Det­ten­heim ist damit ein bedeu­ten­der Schritt in Rich­tung einer nach­hal­ti­gen Flä­chen­be­wirt­schaf­tung und schützt wert­vol­le Natur- und Kul­tur­gü­ter in Bay­ern. Die Kos­ten für die Maß­nah­men in der Flur lie­gen bei rund einer Mil­li­on Euro, der För­der­satz des Amtes für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken liegt bei 85 Pro­zent. Damit bleibt für die Stadt Wei­ßen­burg ein Eigen­an­teil von 150.000 Euro. Doch der Teil­neh­mer­ge­mein­schaft Det­ten­heim 2 bleibt nicht viel Zeit zum Luft­ho­len: In dem Wei­ßen­bur­ger Stadt­teil steht auch noch die Dorf­er­neue­rung mit einem vor­aus­sicht­li­chen Volu­men von über drei Mil­lio­nen Euro an.

Foto: Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken