Für den Notfall vorbereitet sein – Koordinierungsgruppe beschäftigt sich mit der Energiekrise

von | 10. Januar 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Der Ukrai­ne­kon­flikt macht deut­lich, wie eine Abhän­gig­keit von ein­zel­nen Groß­lie­fe­rern plötz­lich und uner­war­tet zu Ener­gie­eng­päs­sen füh­ren kann. Wie sich Ver­sor­gungs­la­gen bei uns vor Ort in Gun­zen­hau­sen ent­wi­ckeln und ob am Ende gar eine Gas­knapp­heit oder ein Strom­aus­fall droht, das kann nie­mand vor­aus­sa­gen. Den­noch soll­ten wir uns mit die­sen schwie­ri­gen The­men aus­ein­an­der­set­zen, denn wir ste­cken mit­ten in einer Ener­gie­kri­se, die sich kurz­fris­tig wohl nicht auf­lö­sen wird. Zur Ana­ly­se der Situa­ti­on vor Ort, zur Vor­be­rei­tung auf Aus­nah­me­fäl­le und zur Ver­net­zung regio­na­ler Hilfs­kom­pe­ten­zen wur­de in der Stadt Gun­zen­hau­sen eine Koor­di­nie­rungs­grup­pe ein­ge­rich­tet. Die­se trifft sich seit meh­re­ren Mona­ten regel­mä­ßig und betreibt akti­ve Not­fall­vor­sor­ge für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stadt Gun­zen­hau­sen plus deren Orts­tei­le.

Die Koor­di­nie­rungs­grup­pe besteht aus dem Ers­ten Bür­ger­meis­ter, Mit­glie­dern der Ver­wal­tung, Stadt­wer­ke, Feu­er­wehr, Poli­zei und regio­na­len Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. Bei Bedarf kön­nen wei­te­re Fach­leu­te hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Die Grup­pe arbei­tet an ver­schie­dens­ten The­men, etwa der Kraft­stoff­ver­sor­gungs­si­cher­heit wäh­rend einer Man­gel­la­ge, der Ein­rich­tung von Wär­me­stu­ben bei län­ge­rem Strom­aus­fall oder einer funk­tio­nie­ren­den Bevöl­ke­rungs­in­for­ma­ti­on bei Aus­fall des Mobil­funk­net­zes. Auch die Ver­sor­gung von medi­zi­ni­schen Not­fäl­len steht im Fokus, soll­te unser All­tag uner­war­tet auf den Kopf gestellt wer­den.

„Wir wis­sen um die Situa­ti­on und soll­ten uns des­we­gen auf alle mög­li­chen Sze­na­ri­en vor­be­rei­ten. Ein län­ge­rer Strom­aus­fall ist Stand heu­te zwar eher unwahr­schein­lich, aber sicher nicht unmög­lich“, betont Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Als ver­ant­wor­tungs­vol­le Kom­mu­ne machen wir unse­re Haus­auf­ga­ben und berei­ten uns so gut wie mög­lich vor. Mein Appell gilt aber auch unse­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern: Infor­mie­ren Sie sich und berei­ten Sie sich im per­sön­li­chen Umfeld auf Aus­nah­me­si­tua­tio­nen vor. Dazu gehört bei­spiels­wei­se ein Grund­vor­rat an Lebens­mit­teln für meh­re­re Tage. Eigen­vor­sor­ge ist für den Fall der Fäl­le unab­ding­bar.“

Soll­te tat­säch­lich eine Ener­gie­man­gel­la­ge dro­hen oder ein plötz­li­cher Black­out die Strom­ver­sor­gung still­le­gen, dann gilt es ruhig zu blei­ben. Gera­de wenn der Strom län­ger weg ist, wird unser All­tag auf den Kopf gestellt. Han­dys funk­tio­nie­ren nicht mehr, Fern­se­hen oder digi­ta­le Radio­sen­der auch nicht. Was­ser kochen, Essen zube­rei­ten – unge­wiss, ob dies dann noch ohne grö­ße­re Ein­schrän­kun­gen mög­lich ist. Schnell kom­men Fra­gen auf, manch­mal wird gar Hil­fe benö­tigt, bei­spiels­wei­se wenn eine medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung sicher­ge­stellt wer­den muss. Die Ver­wal­tung ist sich des­sen bewusst und wird daher im Aus­nah­me­fall im Stadt­ge­biet und in den Orts­tei­len zügig sog. Not­ruf­mel­de­stel­len ein­rich­ten, also Infor­ma­ti­ons­punk­te, bei denen sich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf den neu­es­ten Stand brin­gen kön­nen und Hil­fe erfah­ren. Die­se Not­ruf­mel­de­stel­len wer­den ca. 30 Minu­ten nach einer Stö­rung besetzt und befin­den sich unter ande­rem im Gun­zen­häu­ser Rat­haus, der Ret­tungs­wa­che und in den Feu­er­wehr­ge­rä­te­häu­sern in den Orts­tei­len. Ange­häng­te Kar­te zeigt die vor­läu­fi­gen Stand­or­te.

Soll­te die Strom­ver­sor­gung uner­war­tet län­ger aus­fal­len, dann wer­den je nach Bedarf und Ver­füg­bar­keit auch Ver­sor­gungs­plät­ze und Wär­me­hal­len ein­ge­rich­tet, so bei­spiels­wei­se in der Ste­pha­ni-Schu­le. Je nach­dem wie lan­ge ein sol­cher Aus­nah­me­zu­stand anhält, wer­den wei­te­re Gebäu­de fol­gen. Eine Not­strom­ver­sor­gung des Burk­hard-von-Secken­dorff Heims wur­de bereits instal­liert und kann im Not­fall den Bedarf vor Ort im Alten- und Pfle­ge­heim decken. Zudem grei­fen Ver­wal­tung und wei­te­re Berei­che der Kern­in­fra­struk­tur wie Stadt­wer­ke, aber auch Feu­er­wehr und THW auf Not­strom­ag­gre­ga­te zurück. „Wir haben unse­re Haus­auf­ga­ben gemacht und in den letz­ten Mona­ten meh­re­re leis­tungs­fä­hi­ge Gerä­te ange­schafft“, so Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Im Not­fall wer­den wir ein­satz­fä­hig sein und an der Pro­blem­be­he­bung arbei­ten kön­nen. Soll­te eine Man­gel­la­ge ein­tre­ten, dann ach­ten Sie bit­te auf Ihre Mit­men­schen. Nicht jeder kommt in solch einer schwie­ri­gen Situa­ti­on auch gut klar. Hier gilt es rück­sichts­voll zu sein und sich gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen.“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie im Inter­net auf der Sei­te des Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (www.bbk.bund.de), aber auch auf der Inter­net­sei­te der Stadt Gun­zen­hau­sen (https://gunzenhausen.de/zivilschutz/articles/selbstschutz-und-vorsorge-im-zivil-und-katastrophenschutz.html). Ein prak­ti­scher Rat­ge­ber im Hand­ta­schen­for­mat kann in der Stadt Gun­zen­hau­sen, Zim­mer 18, kos­ten­los abge­holt wer­den.

Gra­fik: Stadt Gun­zen­hau­sen