Fragment eines Gesichtshelms (Replik)
Weißenburg — Die Museen Weißenburg stellen im Oktober das Visier eines römischen Maskenhelms als Fund des Monats vor.
Das Teilstück des Helms wurde 1841 unter dem Weißenburger Südfriedhof ausgegraben und wird auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert. Die hier gezeigte Replik aus dem 19. Jh. ist aus Metall. Das Original aus Bronze befindet sich im Markgrafenmuseum in Ansbach. In den Donauprovinzen fand man aus dieser Zeit weitere Helme und Masken. Besonders prachtvolle Exemplare sind in der damaligen Provinz Raetien anzutreffen. Trotz der Anpassung an das Gesicht des Trägers war das Sichtfeld stark eingeschränkt, so dass davon auszugehen ist, dass für Einsätze mit Maske ein vorheriges Training erforderlich war.
Helmmasken erfüllten verschiedene Funktionen und wurden zu Paradezwecken und im Kampf von gepanzerten Reitern getragen. Laut anschaulichen Überlieferungen wirkten Reiter zusammen mit dem Rest ihrer Rüstung wie mächtige Götterstatuen. In diesem Kontext können die aufwendig gestalteten Helme eine starke psychologische Wirkung auf den Feind entfaltet haben – etwa durch die Erhöhung der Körpergröße der Reiter und durch die Verhüllung ihrer menschlichen Züge. Da das damalige Weißenburg eine 400 bis 500 Mann starke Reitereinheit beherbergte, ist dieses Objekt eng mit der römischen Vergangenheit der Stadt verbunden.
Foto: Museen Weißenburg


