Fund des Monats

von | 12. Oktober 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Weißenburg

Frag­ment eines Gesichts­helms (Replik)

Wei­ßen­burg — Die Muse­en Wei­ßen­burg stel­len im Okto­ber das Visier eines römi­schen Mas­ken­helms als Fund des Monats vor.

Das Teil­stück des Helms wur­de 1841 unter dem Wei­ßen­bur­ger Süd­fried­hof aus­ge­gra­ben und wird auf das 2. Jahr­hun­dert n. Chr. datiert. Die hier gezeig­te Replik aus dem 19. Jh. ist aus Metall. Das Ori­gi­nal aus Bron­ze befin­det sich im Mark­gra­fen­mu­se­um in Ans­bach. In den Donau­pro­vin­zen fand man aus die­ser Zeit wei­te­re Hel­me und Mas­ken. Beson­ders pracht­vol­le Exem­pla­re sind in der dama­li­gen Pro­vinz Rae­ti­en anzu­tref­fen. Trotz der Anpas­sung an das Gesicht des Trä­gers war das Sicht­feld stark ein­ge­schränkt, so dass davon aus­zu­ge­hen ist, dass für Ein­sät­ze mit Mas­ke ein vor­he­ri­ges Trai­ning erfor­der­lich war.

Helm­mas­ken erfüll­ten ver­schie­de­ne Funk­tio­nen und wur­den zu Para­de­zwe­cken und im Kampf von gepan­zer­ten Rei­tern getra­gen. Laut anschau­li­chen Über­lie­fe­run­gen wirk­ten Rei­ter zusam­men mit dem Rest ihrer Rüs­tung wie mäch­ti­ge Göt­ter­sta­tu­en. In die­sem Kon­text kön­nen die auf­wen­dig gestal­te­ten Hel­me eine star­ke psy­cho­lo­gi­sche Wir­kung auf den Feind ent­fal­tet haben – etwa durch die Erhö­hung der Kör­per­grö­ße der Rei­ter und durch die Ver­hül­lung ihrer mensch­li­chen Züge. Da das dama­li­ge Wei­ßen­burg eine 400 bis 500 Mann star­ke Rei­ter­ein­heit beher­berg­te, ist die­ses Objekt eng mit der römi­schen Ver­gan­gen­heit der Stadt ver­bun­den.

Foto: Muse­en Wei­ßen­burg