Gastro-Profis sollen künftig „Start-Lohn“ von 3.000 Euro bekommen

von | 20. September 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). „Küchen-Alarm“ – Pro­fis am Herd drin­gend gesucht: Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen bie­tet 46 Jobs in Gas­tro-Küchen: Die Küche bleibt kalt – und das immer öfter: Ob Restau­rant, Gast­stät­te oder Bier­gar­ten – in der Gas­tro­no­mie im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen gehö­ren „neue Öff­nungs­zei­ten“ zum All­tag. „Immer häu­fi­ger ste­hen Gäs­te vor ver­schlos­se­nen Türen.

Wer zum Essen raus­fährt oder etwas trin­ken möch­te, soll­te sich bes­ser vor­her im Inter­net oder per Anruf erkun­di­gen, ob das Lokal auch offen hat. Und vor allem, wie lan­ge es war­me Küche gibt“, rät Regi­na Schle­ser von der Gas­tro­no­mie-Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG). Vie­le Gast­stät­ten und Restau­rants hät­ten bereits einen zusätz­li­chen Ruhe­tag ein­ge­legt. „Eini­ge Häu­ser strei­chen den Mit­tags­tisch kom­plett. Und oft schließt die Küche abends deut­lich frü­her. Der Trend ist klar: Die Gas­tro­no­mie kocht und bedient nur noch auf
Spar­flam­me“, sagt Schle­ser. Die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth schlägt „Küchen-Alarm“ für die Gas­tro-Sze­ne. Der Grund lie­ge auf der Hand: „Zu wenig Per­so­nal. Hotels, Restau­rants, Gast­stät­ten, Bier­gär­ten, Cafés, Cate­rings … – fast alle suchen hän­de­rin­gend Unter­stüt­zung“, so Regi­na Schle­ser.

„Wer in der Küche klar­kommt, kann sofort anfan­gen: Laut Arbeits­agen­tur war­ten 46 unbe­setz­te Jobs im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen auf Köchin­nen und Köche. Aber auch um den Nach­wuchs macht sich das Gast­ge­wer­be Sor­gen: 8 Aus­bil­dungs­plät­ze sind immer noch frei. Für die Azu­bi-Suche läuft der Count­down. Und es sieht nicht gut aus. Denn eigent­lich müss­ten die Ver­trä­ge für das neue Aus­bil­dungs­jahr schon längst abge­schlos­sen sein“, sagt NGG-Geschäfts­füh­re­rin Schle­ser.

In der Gas­tro-Bran­che müs­se sich eini­ges ändern: „Höhe­re Löh­ne und bes­se­re Arbeits­zei­ten sind der Schlüs­sel für mehr Per­so­nal“, macht Regi­na Schle­ser klar. Kon­kret peilt sie dabei für die Zukunft einen „Gas­tro-Start-Lohn“ von 3.000 Euro brut­to pro Monat für alle an, die in der Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie nach ihrer Aus­bil­dung in einem Voll­zeit-Job wei­ter­ar­bei­ten. „Das muss die Bran­che hin­be­kom­men. Denn wer sei­ne Aus­bil­dung in der Küche, im Ser­vice oder im Hotel abge­schlos­sen hat, braucht eine kla­re Per­spek­ti­ve. Egal, wo eine Köchin, ein Kell­ner oder eine Hotel­fach­frau hin­geht – egal, an wel­cher Hotel­bar, an wel­cher Rezep­ti­on, bei wel­chem Cate­rer oder in wel­chem Bier­gar­ten es einen neu­en Job gibt: Der fai­re Ein­stiegs­lohn liegt bei min­des­tens 3.000 Euro.“

Von fai­ren Löh­nen sei­en vie­le Beschäf­tig­te der Bran­che heu­te immer noch weit ent­fernt: „Tat­säch­lich schram­men Köche und Kell­ne­rin­nen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ziem­lich oft nah an der Min­dest­lohn­kan­te von 12 Euro pro Stun­de ent­lang. Ein Groß­teil der Gas­tro-Betrie­be zahlt noch immer kei­nen Tarif­lohn. Das ist ein Unding, wenn man gute Leu­te sucht“, so Regi­na Schle­ser.

Bild­un­ter­schrift: Läuft im Tur­bo­gang: Gemü­se­schnei­den – bei Küchen-Pro­fis sitzt jeder Hand­griff. Es gibt nur zu weni­ge, die den Küchen-Job machen wol­len, sagt die Gas­tro-Gewerk­schaft NGG. Foto: NGG | Tobi­as Sei­fert