Geflügelpestvirus im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

von | 15. Dezember 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Sechs wei­te­re Fäl­le im Wild­vo­gel­be­reich wur­den vom Fried­rich-Loeff­ler-Insti­tut bestä­tigt.

Alt­mühl­fran­ken — Nach dem ers­ten Nach­weis am 11.11.2025 für die hoch­pa­tho­ge­ne aviä­re Influ­en­za (HPAI), auch Geflü­gel­pest oder Vogel­grip­pe genannt, bei einer Wild­ente im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen in Winds­feld gibt es mitt­ler­wei­le sechs wei­te­re Fäl­le im Wild­vo­gel­be­reich im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die durch das natio­na­le Refe­renz­la­bor am Fried­rich-Loeff­ler-Insti­tut bestä­tigt wur­den.

Das Geflü­gel­pest-Virus konn­te bei vier Grau­gän­sen, einem Schwan und einem Kor­mo­ran nach­ge­wie­sen wer­den. Alle Tie­re sind ver­en­det beprobt wor­den. Fünf Tie­re wur­den am Alt­mühl­see gefun­den, ein Tier am Brom­b­ach­see. 

Das Geflü­gel­pest­vi­rus zir­ku­liert in Deutsch­land in der Wild­vo­gel­po­pu­la­ti­on. In Bay­ern wird das Risi­ko der Aus­brei­tung der Geflü­gel­pest bei Wild­vö­geln sowie einer Über­tra­gung auf Geflü­gel und ande­re gehal­te­ne Vögel auf­grund der aktu­el­len Seu­chen­fest­stel­lun­gen nach wie vor als hoch ein­ge­stuft. Daher ruft das Vete­ri­när­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen erneut alle Geflü­gel­hal­ter zu beson­de­rer Auf­merk­sam­keit und zur strik­ten Ein­hal­tung der Bio­si­cher­heits­maß­nah­men auf.

Um den Ein­trag der Geflü­gel­pest in Bestän­de zu ver­mei­den, ist eine strik­te Ein­hal­tung betriebs­hy­gie­ni­scher Maß­nah­men not­wen­dig. Denn nur durch kon­se­quen­ten Klei­der- und Schuh­wech­sel, Rei­ni­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­maß­nah­men, Siche­rung gegen unbe­fug­tes Betre­ten der Hal­tun­gen sowie Unter­bin­dung des Kon­tak­tes zwi­schen Haus­ge­flü­gel und Wild­vö­geln, kön­nen die Ein­schlep­pung des Erre­gers und die dar­aus resul­tie­ren­den erfor­der­li­chen Maß­nah­men ver­hin­dert wer­den. Auch ohne ver­pflich­ten­de Auf­stal­lung rät das Vete­ri­när­amt drin­gend allen Geflü­gel­hal­tern, den Kon­takt zwi­schen Haus­ge­flü­gel und Wild­vö­geln nach­hal­tig zu unter­bin­den. Hier­für ist zum Bei­spiel eine Volie­ren­hal­tung geeig­net, wenn der Aus­lauf mit einer für Wild­vö­gel aller Art unüber­wind­ba­ren Bar­rie­re (z.B. eng­ma­schi­ger Git­ter­zaun) ein­ge­fasst und durch eine geschlos­se­ne, dich­te Dach­kon­struk­ti­on (Kot­ein­trag von oben) gesi­chert ist. Es soll­te kein Ober­flä­chen­was­ser als Trän­ke­was­ser ver­wen­det wer­den und Geflü­gel­fut­ter soll­te vor Wild­vö­geln geschützt wer­den.

Ein wirt­schaft­lich hohes Risi­ko besteht bei Weih­nachts­ge­flü­gel (z.B. Weih­nachts­gän­se), die oft im Frei­en gehal­ten wer­den. Auf­grund der sehr dyna­mi­schen Seu­chen­ent­wick­lung rät das Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die Schlach­tun­gen die­ser Tie­re vor­zu­zie­hen.

Wegen der Nach­wei­se der Geflü­gel­pest im Wild­vo­gel­be­reich sind kei­ne Restrik­ti­ons­zo­nen vor­ge­se­hen. Loka­le Geflü­gel­märk­te und ‑schau­en sowie die Jagd auf Wild­vö­gel kön­nen im Moment wei­ter statt­fin­den, aller­dings muss jeder­zeit mit Ein­schrän­kun­gen, Vor­schrif­ten sowie Markt- oder Aus­stel­lungs­ver­bo­te gerech­net wer­den. Tot auf­ge­fun­de­ne Wild­vö­gel, ins­be­son­de­re Was­ser­vö­gel, soll­ten wei­ter den Vete­ri­när­be­hör­den gemel­det wer­den. 

Die Aviä­re Influ­en­za (umgangs­sprach­lich auch „Vogel­grip­pe“ genannt) bezeich­net eine durch Influ­en­za A Viren aus­ge­lös­te Infek­ti­on beim Wild- und Haus­ge­flü­gel. Zu einer Erkran­kung kommt es in aller Regel dann, wenn Viren der Sub­ty­pen H5 oder H7 betei­ligt sind. Die hoch­pa­tho­ge­ne Form die­ser Sub­ty­pen kann die äußerst anste­cken­de und oft töd­lich ver­lau­fen­de „Geflü­gel­pest“ aus­lö­sen. Es han­delt sich hier­bei um eine anzei­ge­pflich­ti­ge Tier­seu­che, die vor allem für Hüh­ner­vö­gel hal­ten­de Betrie­be mit wirt­schaft­li­chen Ein­bu­ßen ein­her­ge­hen kann. Grund­sätz­lich sind auch Säu­ge­tie­re, dar­un­ter der Mensch, für eine Infek­ti­on emp­fäng­lich, wenn das Virus direkt in die tie­fen Atem­we­ge gelangt. In der Ver­gan­gen­heit tra­ten ent­spre­chen­de Erkran­kun­gen vor­wie­gend nach engem Kon­takt mit Geflü­gel auf.

Das Vete­ri­när­amt for­dert noch­mals alle Geflü­gel­hal­ter – auch die von Kleinst­be­stän­den – auf, ihre Tier­hal­tun­gen beim Land­wirt­schafts- und Vete­ri­när­amt sowie bei der Baye­ri­schen Tier­seu­chen­kas­se anzu­mel­den. Wer (Hobby-)Geflügelhalter ist, sei­ne Tier­hal­tung jedoch bis­lang noch nicht beim Vete­ri­när- bzw. Land­wirt­schafts­amt ange­zeigt hat, muss das umge­hend nach­ho­len. Bit­te geben Sie dazu unter Tele­fon 09141 902–272 oder per E‑Mail an veterinaeramt@landkreis-wug.de Name, Adres­se und Anzahl der gehal­te­nen Tie­re an. Auch Kleinst­hal­tun­gen sind unbe­dingt zu mel­den!

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