Gelebte Partnerschaft, interkulturelles Lernen und viele gemeinsame Erlebnisse

von | 22. Oktober 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Treuchtlingen

Acht­zehn fran­zö­si­sche Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu Gast an der Sene­fel­der-Schu­le

Vom 7. bis 15. Okto­ber durf­te die Sene­fel­der-Schu­le Treucht­lin­gen acht­zehn Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Col­lè­ge Jean Rebier aus Isle in der Nähe von Limo­ges begrü­ßen. Gemein­sam mit ihren Begleit­lehr­kräf­ten Clai­re Fau­cher und Lau­ri­an­ne Gérald ver­brach­ten die fran­zö­si­schen Gäs­te abwechs­lungs­rei­che Tage in Treucht­lin­gen und Umge­bung. Unter­ge­bracht in deut­schen Gast­fa­mi­li­en, erhiel­ten sie dabei unmit­tel­ba­re Ein­bli­cke in den deut­schen All­tag und das Fami­li­en­le­ben.

Die Schul­part­ner­schaft zwi­schen der Sene­fel­der-Schu­le und dem Col­lè­ge Jean Rebier besteht bereits seit 1991 und zählt damit zu den lang­jäh­ri­gen deutsch-fran­zö­si­schen Schul­part­ner­schaf­ten in Mit­tel­fran­ken. Der Aus­tausch wird auf deut­scher Sei­te maß­geb­lich von den Lehr­kräf­ten Johan­nes Schleiß­hei­mer und Demet Pek orga­ni­siert und beglei­tet. Ziel ist es, nicht nur die Sprach­kennt­nis­se zu ver­bes­sern, son­dern vor allem per­sön­li­che Begeg­nun­gen zu ermög­li­chen, Vor­ur­tei­le abzu­bau­en und das inter­kul­tu­rel­le Ver­ständ­nis zu stär­ken.

Erst­mals gemein­sam mit dem Zug unter­wegs

Eine Beson­der­heit gab es in die­sem Jahr bereits bei der Anrei­se: Zum ers­ten Mal reis­ten die fran­zö­si­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit dem Zug nach Treucht­lin­gen. Auch sämt­li­che Aus­flü­ge wäh­rend des Auf­ent­halts wur­den mit der Bahn unter­nom­men. So wur­de das Bahn­fah­ren selbst zu einem Teil des gemein­sa­men Erle­bens und bot Gele­gen­heit, die Regi­on und ihre Städ­te auf umwelt­freund­li­che Wei­se zu ent­de­cken.

Nach der Ankunft am Mitt­woch­abend stand am Don­ners­tag zunächst das gegen­sei­ti­ge Ken­nen­ler­nen im Mit­tel­punkt. Bei einer Erkun­dung Treucht­lin­gens und einer Schul­haus­füh­rung, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Ober­stu­fen­kur­ses über­nah­men, konn­ten sich die fran­zö­si­schen Gäs­te mit ihrem Gast­ort ver­traut machen. Außer­dem pro­du­zier­ten die Jugend­li­chen gemein­sam Vide­os, die beim Deutsch-Fran­zö­si­schen Abend prä­sen­tiert wer­den soll­ten.

Ein Abend vol­ler Begeg­nun­gen und fran­zö­si­scher Hits

Der Höhe­punkt der ers­ten Tage war der Deutsch-Fran­zö­si­sche Abend am Frei­tag. Nach der Begrü­ßung durch Schul­lei­ter Man­fred Rop­pelt ver­brach­ten die Gast­fa­mi­li­en und die fran­zö­si­schen Gäs­te einen gesel­li­gen Abend mit­ein­an­der. Die zuvor erstell­ten Vide­os gaben Ein­bli­cke in die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten und zeig­ten, wie schnell die Jugend­li­chen mit­ein­an­der ins Gespräch gekom­men waren.

Für beson­de­re Stim­mung sorg­te das gemein­sa­me Sin­gen fran­zö­si­scher Hits und Klas­si­ker. Das von den Eltern mit­ge­brach­te Buf­fet mit zahl­rei­chen Köst­lich­kei­ten run­de­te den Abend kuli­na­risch ab. Die Ver­an­stal­tung mach­te deut­lich, dass Ver­stän­di­gung nicht allein über die Spra­che funk­tio­niert: Gemein­sa­mes Essen, Musik und per­sön­li­che Begeg­nun­gen schaf­fen Ver­bin­dun­gen, die über Län­der­gren­zen hin­weg Bestand haben.

Das Wochen­en­de ver­brach­ten die fran­zö­si­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler in ihren Gast­fa­mi­li­en. Die­se nutz­ten die gemein­sa­me Zeit für indi­vi­du­el­le Unter­neh­mun­gen und Aus­flü­ge, unter ande­rem nach Nörd­lin­gen und auf die Wil­li­balds­burg in Eich­stätt. Dadurch lern­ten die Gäs­te nicht nur Sehens­wür­dig­kei­ten ken­nen, son­dern erhiel­ten auch einen per­sön­li­chen Ein­blick in das Leben und die Kul­tur ihrer Gast­re­gi­on.

Geschich­te, Kul­tur und krea­ti­ve Ent­de­ckun­gen

Am Mon­tag führ­te ein Aus­flug nach Mün­chen. Dort setz­ten sich die Jugend­li­chen bei einer Füh­rung durch die Syn­ago­ge und beim Besuch der Gedenk­stät­te Wei­ße Rose mit unter­schied­li­chen Aspek­ten jüdi­schen Lebens sowie mit dem Wider­stand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus aus­ein­an­der. Eine Foto­ral­lye durch die baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt brach­te anschlie­ßend auf abwechs­lungs­rei­che Wei­se die Stadt­ge­schich­te näher. Sta­tio­nen wie der Alte Peter, der Vik­tua­li­en­markt und der Frau­en­dom boten Gele­gen­heit, typi­sche Münch­ner Sehens­wür­dig­kei­ten zu ent­de­cken.

Am Diens­tag ging es nach Nürn­berg. Im Dürer-Muse­um konn­ten die Jugend­li­chen bei einem Work­shop selbst krea­tiv wer­den und Lin­ol­dru­cke anfer­ti­gen. Bei einer anschlie­ßen­den Stadt­ral­lye erkun­de­ten sie die frän­ki­sche Metro­po­le. Ein gemein­sa­mes Würs­te­l­es­sen in einem Restau­rant sorg­te für einen gemüt­li­chen Abschluss des Aus­flu­ges und durf­te bei einem Besuch in Nürn­berg natür­lich nicht feh­len.

Am Mitt­woch nah­men die fran­zö­si­schen Gäs­te gemein­sam mit ihren Aus­tausch­part­nern am Unter­richt der Sene­fel­der-Schu­le teil. Dabei stell­ten sie so man­che Unter­schie­de zwi­schen dem deut­schen und dem fran­zö­si­schen Schul­all­tag fest. Gera­de sol­che unmit­tel­ba­ren Erfah­run­gen machen den beson­de­ren Wert eines Schü­ler­aus­tau­sches aus: Die Jugend­li­chen ler­nen, ande­re Gewohn­hei­ten und Sicht­wei­sen wahr­zu­neh­men, mit­ein­an­der zu ver­glei­chen und bes­ser zu ver­ste­hen.

Inter­kul­tu­rel­les Ler­nen, das ver­bin­det

Ob im Unter­richt, bei gemein­sa­men Aus­flü­gen, in den Gast­fa­mi­li­en oder beim Sin­gen fran­zö­si­scher Lie­der – wäh­rend der Aus­tausch­wo­che gab es zahl­rei­che Gele­gen­hei­ten, die jeweils ande­re Kul­tur ken­nen­zu­ler­nen. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler konn­ten ihre Sprach­kennt­nis­se in authen­ti­schen Situa­tio­nen anwen­den, neue Freund­schaf­ten schlie­ßen und Gemein­sam­kei­ten ent­de­cken. Gleich­zei­tig lern­ten sie, Unter­schie­de nicht als Hin­der­nis, son­dern als Berei­che­rung zu begrei­fen.

Mög­lich gemacht wur­de der Besuch auch durch die Unter­stüt­zung des Bezirks Mit­tel­fran­ken im Rah­men der Regio­nal­part­ner­schaft zwi­schen Mit­tel­fran­ken und der fran­zö­si­schen Regi­on Nou­vel­le-Aqui­taine. Die lang­jäh­ri­ge Schul­part­ner­schaft zeigt ein­drucks­voll, wie wich­tig sol­che Begeg­nun­gen für ein leben­di­ges und geein­tes Euro­pa sind.

Am Don­ners­tag­mor­gen hieß es schließ­lich Abschied neh­men. Die fran­zö­si­schen Gäs­te tra­ten die Heim­rei­se an – mit vie­len neu­en Ein­drü­cken und hof­fent­lich zahl­rei­chen blei­ben­den Erin­ne­run­gen im Gepäck. Lan­ge war­ten müs­sen die Jugend­li­chen auf ein Wie­der­se­hen nicht: Der Gegen­be­such in Isle ist bereits für März 2027 geplant. Dann wer­den die Treucht­lin­ger Schü­le­rin­nen und Schü­ler die fran­zö­si­sche Part­ner­stadt ken­nen­ler­nen und die deutsch-fran­zö­si­sche Freund­schaft wei­ter ver­tie­fen.

Foto: Sene­fel­der-Schu­le Treucht­lin­gen