Gelungener Ausflug in die Highlands! Schottischer Länderabend in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen

von | 3. Februar 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Vom High­lan­der-Begrü­ßungs­trunk bis zum Abschieds­lied mit einem Text des Natio­nal­dich­ters Robert Burns – beim Schot­ti­schen Abend in der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen gab es eine gut abge­stimm­te Rati­on an schot­ti­scher Kul­tur. Dem bes­tens gelaun­ten Publi­kum in der bis zum letz­ten Platz aus­ver­kauf­ten Büche­rei wur­den Bei­trä­ge zu Land, Leu­ten und Lite­ra­tur, Folk-Music, ein klei­nes Spe­zia­li­tä­ten­büf­fet und am Ende sogar ein klei­nes Whis­ky-Tasting zu einer gro­ßen Schmug­gel-Sto­ry gebo­ten.

Beson­de­re Gäs­te waren die schot­ti­schen Lands­leu­te, sozu­sa­gen der „Schef­fel-Clan“. San­dra Schef­fel kommt aus Glas­gow, lebt aber seit mehr als 50 Jah­ren in Deutsch­land, lan­ge Zeit in Treucht­lin­gen, heu­te in Fürth. Gemein­sam mit Ihrer Freun­din Mary Wae­g­ner ent­führ­te sie in die Städ­te Edin­burgh und Glas­gow, lenk­te den Blick auf Schön­heit der High­lands, der Küs­ten und der schot­ti­schen Inseln.

Ihr ihrer Prä­sen­ta­ti­on mach­te San­dra Schef­fel auf Lan­des­ty­pi­sches wie die bun­ten „Caramel-Wafer“-Taxis oder auf den 140 Meter lan­gen ehe­ma­li­gen Colin­ton-Tun­nel in Edin­burgh auf­merk­sam, der heu­te dank der Graf­fi­ti-Illus­tra­ti­on eines Gedichts von Robert Lou­is Ste­ven­son als ein künst­le­ri­sches High­light der schot­ti­schen Haupt­stadt gilt. Sogar für das schot­ti­sche Natio­nal­ge­richt „Hag­gis“, einen mit Herz, Leber, Lun­ge und Nie­ren­fett gefüll­ten Schafs­ma­gen, wuss­te sie zu begeis­tern. Die zwei­te Schot­tin auf der Büh­ne, Mary Wae­ge­ner, rezi­tier­te eige­ne Gedich­te zum Duart Cast­le auf der Insel Mull und zu Iona Abbey, dem Klos­ter, das als Aus­gangs­punkt der Chris­tia­ni­sie­rung Schott­lands gilt.

Als „Halb­schot­te“ des Abends begrüß­te Mode­ra­to­rin Babett Gut­h­mann den Musi­ker Erik Schef­fel. Gmein­sam mit Max Schä­fer an der Gitar­re inter­pre­tier­te er tra­di­tio­nel­le Folk-Songs auf char­man­te Art und Wei­se und moti­vier­te am Pia­no das Publi­kum zum Mit­sin­gen bei „Auld lang syne“. Als beson­de­re Zuga­be gab es dann Erik Schef­fels Eigen­kom­po­si­ti­on „Lie­be für alle!“ und einen begeis­ter­ten Abschluss-Applaus.

Den lite­ra­ri­schen Part des Abends über­nahm Alex­an­dra Wal­c­zyk. In ihrem Tage­buch aus den High­lands ver­mit­tel­te sie Ein­bli­cke in ihre Art Land­schaft zu erle­ben und berich­te­te von beson­de­ren Begeg­nun­gen. Zum ers­ten Mal unter­nahm die Markt Berolz­hei­mer Künst­le­rin und Autorin im Jahr 1991 eine Rei­se nach Schott­land. Vie­le wei­te­re folg­ten und immer hat sie Tage­buch geführt. So gibt es auch Noti­zen über Orte, die ihr von Anfang an ver­traut erschie­nen, wie der male­ri­sche Land­schafts­park mit vik­to­ria­ni­schem Ursprung „Att­a­da­le Gar­dens“ am Loch Car­ron.

Mit viel Humor berich­te­te sie über einen See­hund, der sich Ärger mit einem loka­len Angel­ver­ein ein­ge­han­delt hat­te, als er vom Meer in den Loch Lomond umzog. Zuerst woll­ten die Ang­ler auf See­hund­jagd gehen, doch dann ent­schloss man sich: Das Tier bekam einen eige­nen Angel­schein.

Zum Abschluss gab der Gitar­ren­bau­er und Whis­ky-Ken­ner Robert Walch noch einen gekonnt erzähl­ten und sehr ori­gi­nel­len Mix aus Fak­ten und Whis­ky-Sto­ries zum Bes­ten. So berich­te­te er von fin­di­gen Schot­ten, die zu Zei­ten der Pro­hi­bi­ti­on Whis­ky als Arz­nei getarnt in die USA schmug­gel­ten. Nach dem einst schnells­ten Segel­schiff der Welt, der „Cut­ty Sark“ ist auch ein Whis­ky-Label benannt. Und aus einer auf­wän­dig bedruck­ten Trans­port­kis­te die­ser Bren­ne­rei hat Robert Walch eine E‑Gitarre gebaut, die am Schott­land-Abend selbst­ver­ständ­lich mit dabei war.

Die Fla­sche mit dem Black-and-White-Whis­ky „Buchanan’s Blen­ded Scotch“ aus dem Jahr 1948, die er mit­ge­bracht hat­te, wur­de übri­gens nicht geöff­net — ein ech­tes Samm­ler­stück! Getrun­ken wur­de ein edles Tröpf­chen „Cut­ty Sark“ – pas­send zur Schmug­gel-Sto­ry.

Ein beson­de­res High­light war das schön deko­rier­te Büfett mit schot­ti­schen Spe­zia­li­tä­ten — von der „Lachs­rol­le — old scot­tish“ bis zum „Mil­lionaires Short­bread“. Viel Spaß mach­te dem Publi­kum das Schott­land-Quiz für alle zum Mit­ma­chen, bei dem laut der Spiel­re­geln mal die Natio­nal­flag­ge mit dem Andre­as­kreuz geschwenkt oder auch eine Papier-Whis­ky-Fla­sche zur Abstim­mung über die rich­ti­ge Ant­wort prä­sen­tiert wur­de.

Wer den Schott­land-Abend ver­passt hat, kann sich den­noch in die High­land-Land­schaf­ten hin­ein­träu­men: Alex­an­dra Wal­c­zyk und San­dra Schef­fel zei­gen noch bis zum 27. Febru­ar 2024 ihre Schott­land-Bil­der unter dem Titel „My heart is in the High­lands!“

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zur Stadt- und Schul­bü­che­rei erhal­ten Sie unter buecherei.gunzenhausen.de, per Tele­fon unter 09831/508 320 oder per E‑Mail an buecherei@gunzenhausen.de.

Bild­un­ter­schrift: San­dra Schef­fel (links) und Mary Wae­g­ner prä­sen­tier­ten ihr Hei­mat­land Schott­land von der bes­ten Sei­te. In der Mit­te, der Musi­ker und „Halb-Schot­te“ Erik Schef­fel. Foto: Babett Gut­h­mann

Sein Vor­trag mit Anek­do­ten zum The­ma Whis­key ende­te mit einer klei­nen Kost­pro­be. Robert Walch prä­sen­tiert hier ein Samm­ler­stück, einen edlen Scotch aus dem Jahr 1948. Foto: Babett Gut­h­mann