Generationsbrücke verbindet Alt und Jung in Gunzenhausen

von | 7. April 2026 | Uncategorized

Gun­zen­hau­sen — Begeg­nun­gen zwi­schen Alt und Jung ste­hen im Mit­tel­punkt des Pro­jekts „Gene­ra­ti­ons­brü­cke“, dass bei einem Pres­se­ter­min in der KiTa Alt­mühl-Schät­ze vor­ge­stellt wur­de. Kin­der aus ver­schie­de­nen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen tref­fen sich regel­mä­ßig mit Senio­rin­nen und Senio­ren aus Pfle­ge- und Betreu­ungs­ein­rich­tun­gen in Gun­zen­hau­sen und der Regi­on.

„Gene­ra­tio­nen ver­bin­den heißt Geschich­ten, Lachen und Lebens­freu­de zu tei­len. Bei der ‚Gene­ra­ti­ons­brü­cke‘ ent­ste­hen Begeg­nun­gen, die Her­zen öff­nen für Jung und Alt glei­cher­ma­ßen“, so Tho­mas Thill, der Initia­tor des Pro­jek­tes und Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lebens­hil­fe Gun­zen­hau­sen. Die Stif­tung finan­ziert die Durch­füh­rung des Pro­jekts, das 2009 in Aachen ins Leben geru­fen wur­de und mitt­ler­wei­le in ganz Deutsch­land Part­ner hat. „Wir machen das ger­ne und tei­len Freu­de“, ergänzt Tho­mas Thill.

Die Tref­fen fin­den regel­mä­ßig alle vier Wochen statt und dau­ern jeweils rund ein­ein­halb Stun­den. Der Ablauf ist vor­ge­ge­ben. Dabei besu­chen die Kin­der immer die glei­chen Ein­rich­tun­gen. Fes­te Bezie­hun­gen zwi­schen Kind und älte­rem Men­schen sind das Ziel. Die KiTa Alt­mühl-Schät­ze trifft sich regel­mä­ßig mit den Senio­rin­nen und Senio­ren der Senio­ren­ta­ges­stät­te Dia­ko­neo in Gun­zen­hau­sen, die KiTa Muhr am See besucht das Burk­hard-von-Secken­dorff Heim und das KiFaZ Wil­helm Löhe fährt im glei­chen Rhyth­mus zur Tages­pfle­ge der Evan­ge­li­schen Kran­ken- und Alten­pfle­ge Gun­zen­hau­sen gGmbH.

„Es ist sehr emo­tio­nal und immer ein schö­nes Erleb­nis“, beschreibt Tina Eisen von der KiTa Alt­mühl-Schät­ze die Begeg­nun­gen. Ihre Kol­le­gin Joan­na Voß ergänzt: „Es ist eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Respekt ist heu­te nicht mehr selbst­ver­ständ­lich, zudem haben vie­le Kin­der kei­ne Groß­el­tern mehr. Bei­de Sei­ten pro­fi­tie­ren von­ein­an­der. Nach fünf Minu­ten waren die ers­ten Ängs­te ver­schwun­den.“

Beim Besuch der Kin­der ist den Senio­rin­nen und Senio­ren die Freu­de anzu­se­hen. Es ent­ste­hen inten­si­ve Kon­tak­te. In der Tages­pfle­ge der Evan­ge­li­schen Kran­ken- und Alten­pfle­ge Gun­zen­hau­sen gGmbH wird wie bei den ande­ren Ein­rich­tun­gen nach dem soge­nann­ten Tan­dem-Prin­zip gear­bei­tet: Sechs Kin­der tref­fen auf sechs Senio­rin­nen und Senio­ren, jede und jeder hat einen fes­ten Part­ner. „Seit­dem die Kin­der regel­mä­ßig zu Besuch kom­men, sind vie­le unse­rer Senio­rin­nen und Senio­ren deut­lich moti­vier­ter und freu­en sich schon lan­ge im Vor­aus auf die Tref­fen“, berich­tet Jes­si­ca Bisch­off von der Tages­pfle­ge der Evan­ge­li­schen Kran­ken- und Alten­pfle­ge Gun­zen­hau­sen gGmbH.

Auch auf Sei­ten der Kin­der wird das Pro­jekt bewusst vor­be­rei­tet. „Wir haben inten­siv mit den Eltern und den Kin­dern dar­über gespro­chen. Alle haben sich ent­schie­den, ein Jahr lang an dem Pro­jekt teil­zu­neh­men“, erklärt Steffy Ehren­fried vom Kifaz Wil­helm Löhe. Für die Teil­nah­me wur­den gezielt Kin­der der mitt­le­ren Alters­stu­fe aus­ge­wählt. Die Grup­pe fährt gemein­sam mit dem Stadt­bus zur Senio­ren­ta­ges­stät­te. Ange­legt ist das Pro­jekt auf drei Jah­re, eine Ver­län­ge­rung ist mög­lich.

Die Besu­che sind auch für die älte­ren Men­schen eine beson­de­re Berei­che­rung. „Wir haben die Tref­fen mit den Senio­rin­nen und Senio­ren bespro­chen. Das Inter­es­se war rie­sig. Schon wäh­rend des Besuchs fra­gen sie, wann die Kin­der wie­der­kom­men“, berich­tet Mar­kus Beil von den För­der­stät­ten Dia­ko­neo.

Auch die KiTa aus Muhr am See ist regel­mä­ßig betei­ligt. „Unse­re Hort­kin­der der Klas­sen eins bis vier besu­chen das Burk­hard-von-Secken­dorff Heim. Die Eltern unter­stüt­zen das Pro­jekt sehr, es ist ein tol­les Pro­jekt, von dem alle pro­fi­tie­ren“, sagt KiTa-Lei­te­rin Esther Mau­rer.

Beden­ken wer­den im Vor­feld aus­ge­räumt. Außer­dem wird auf Sicher­heit und Hygie­ne geach­tet. „Die Senio­rin­nen und Senio­ren war­ten immer schon vol­ler Vor­freu­de. Wir ach­ten dar­auf, uns zuerst die Hän­de zu waschen, damit nie­mand gefähr­det wird“, berich­ten Ange­li­ka Dom­mel und Jane Kege­ly von der KiTa Muhr am See.

Für Danie­la Bey­er­lein vom Burk­hard-von-Secken­dorff Heim steht fest, dass die Wir­kung weit über die eigent­li­che Begeg­nungs­zeit hin­aus­geht: „Die­ses Pro­jekt ist mehr als nur die gute Stun­de im Monat, es löst unglaub­lich viel Posi­ti­ves aus und es ent­ste­hen star­ke Bin­dun­gen in kur­zer Zeit.“

Getra­gen wird die Initia­ti­ve vor Ort vom Senio­ren­bei­rat sowie der Stif­tung der Lebens­hil­fe Gun­zen­hau­sen. Meh­re­re KiTas und Senio­ren­ein­rich­tun­gen arbei­ten dabei eng zusam­men, um Begeg­nun­gen zwi­schen den Gene­ra­tio­nen zu för­dern.

Das Pro­jekt ‚Gene­ra­ti­ons­brü­cke‘ kann ger­ne auch erwei­tert wer­den. Inter­es­sier­te KiTas kön­nen sich bei Tho­mas Thill unter stiftungLHgun@icloud.com mel­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen rund um das The­ma „Gene­ra­ti­ons­brü­cke“ gibt es unter www.stiftung-lebenshilfe-gunzenhausen.de.

Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser