Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: In vielen der 2.540 Betriebe haben Beschäftigte keine Mitsprache
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (red). Im Betrieb braucht es jemanden, der dem Arbeitgeber auf die Finger schaut: Im Landkreis
Weißenburg-Gunzenhausen arbeiten nach Angaben der Arbeitsagentur rund 38.600 Beschäftigte in rund 2.540 Betrieben. „Aber längst nicht alle haben in ihren Jobs eine starke Stimme gegenüber dem Chef: Viele der Beschäftigten im Kreis Weißenburg Gunzenhausen haben keine Arbeitnehmervertretung. Dabei ist jeder fehlende Betriebsrat eine vertane Chance“, sagt Regina Schleser von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss Gaststätten (NGG).
Denn gerade Betriebsräte seien gut für die Unternehmen: „Vom Ärger übe Überstundenkonten bis zum besseren Arbeitsschutz – ein Betriebsrat packt die heiklen Themen im Unternehmen an. Er kümmert sich um gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Und genauso darum, dass die Azubis vernünftig ausgebildet und anschließend übernommen werden“, sagt Schleser. Ein Betriebsrat sei das „Sprachrohr der Belegschaft gegenüber dem Chef“, so die Geschäftsführerin der NGG Nürnberg-Fürth.
Die Situation vieler Beschäftigter sei durchaus kritisch: Viele Branchen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen spürten bereits die aktuelle Wirtschaftskrise. Außerdem plane die neue Bundesregierung Änderungen für Arbeitsbedingungen. Dazu zähle etwa das Abrücken von der täglichen Höchstarbeitszeit, das Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung in vielen Betrieben im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen haben werde, so die NGG Nürnberg-Fürth.
„Gerade deshalb ist es jetzt wichtig, dass es einen Betriebsrat gibt. Der macht das, was ein einzelner Beschäftigter nicht kann: Er setzt sich bei der Unternehmensleitung für die Interessen der gesamten Belegschaft ein. Und er kümmert sich auch um Einzelfälle – um individuelle Probleme von Beschäftigen“, sagt Regina Schleser. Ein Betriebsrat sei wichtig für den reibungslosen Ablauf und für das Klima im Unternehmen. Er mache gerade auch in Krisenzeiten „Jobs sicherer und besser“.
Die NGG Nürnberg-Fürth appelliert daher an die Beschäftigten der Unternehmen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen, in denen es noch keinen Betriebsrat gibt, jetzt eine Arbeitnehmervertretung zu gründen: „Ab fünf Beschäftigten kann und sollte es einen Betriebsrat geben. Je mehr Beschäftigte es gibt, desto mehr können sich auch im Betriebsrat engagieren“, sagt Schleser.
Von Hotels bis zur Ernährungswirtschaft – die NGG Nürnberg-Fürth bietet für ihre Branchen eine „Starthilfe“ für die Gründung eines Betriebsrats an: region.nuernberg-fuerth@ngg.net oder (0911) 20 90 12 0.
Bildunterschrift: Wählen für eine starke Mitbestimmung: Beschäftigte im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen sollen einen Betriebsrat gründen, wenn es noch keine Arbeitnehmervertretung gibt. Dazu hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen. Foto: NGG | Florian Göricke


