Gewerkschaft NGG ruft zur Gründung von Betriebsräten auf

von | 16. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen: In vie­len der 2.540 Betrie­be haben Beschäf­tig­te kei­ne Mit­spra­che

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Im Betrieb braucht es jeman­den, der dem Arbeit­ge­ber auf die Fin­ger schaut: Im Land­kreis
Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen arbei­ten nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur rund 38.600 Beschäf­tig­te in rund 2.540 Betrie­ben. „Aber längst nicht alle haben in ihren Jobs eine star­ke Stim­me gegen­über dem Chef: Vie­le der Beschäf­tig­ten im Kreis Wei­ßen­burg Gun­zen­hau­sen haben kei­ne Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung. Dabei ist jeder feh­len­de Betriebs­rat eine ver­ta­ne Chan­ce“, sagt Regi­na Schle­ser von der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss Gast­stät­ten (NGG).

Denn gera­de Betriebs­rä­te sei­en gut für die Unter­neh­men: „Vom Ärger übe Über­stun­den­kon­ten bis zum bes­se­ren Arbeits­schutz – ein Betriebs­rat packt die heik­len The­men im Unter­neh­men an. Er küm­mert sich um gute Arbeits­be­din­gun­gen für die Beschäf­tig­ten. Und genau­so dar­um, dass die Azu­bis ver­nünf­tig aus­ge­bil­det und anschlie­ßend über­nom­men wer­den“, sagt Schle­ser. Ein Betriebs­rat sei das „Sprach­rohr der Beleg­schaft gegen­über dem Chef“, so die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth.

Die Situa­ti­on vie­ler Beschäf­tig­ter sei durch­aus kri­tisch: Vie­le Bran­chen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen spür­ten bereits die aktu­el­le Wirt­schafts­kri­se. Außer­dem pla­ne die neue Bun­des­re­gie­rung Ände­run­gen für Arbeits­be­din­gun­gen. Dazu zäh­le etwa das Abrü­cken von der täg­li­chen Höchst­ar­beits­zeit, das Aus­wir­kun­gen auf die Arbeits­be­las­tung in vie­len Betrie­ben im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen haben wer­de, so die NGG Nürn­berg-Fürth.

„Gera­de des­halb ist es jetzt wich­tig, dass es einen Betriebs­rat gibt. Der macht das, was ein ein­zel­ner Beschäf­tig­ter nicht kann: Er setzt sich bei der Unter­neh­mens­lei­tung für die Inter­es­sen der gesam­ten Beleg­schaft ein. Und er küm­mert sich auch um Ein­zel­fäl­le – um indi­vi­du­el­le Pro­ble­me von Beschäf­ti­gen“, sagt Regi­na Schle­ser. Ein Betriebs­rat sei wich­tig für den rei­bungs­lo­sen Ablauf und für das Kli­ma im Unter­neh­men. Er mache gera­de auch in Kri­sen­zei­ten „Jobs siche­rer und bes­ser“.

Die NGG Nürn­berg-Fürth appel­liert daher an die Beschäf­tig­ten der Unter­neh­men im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, in denen es noch kei­nen Betriebs­rat gibt, jetzt eine Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung zu grün­den: „Ab fünf Beschäf­tig­ten kann und soll­te es einen Betriebs­rat geben. Je mehr Beschäf­tig­te es gibt, des­to mehr kön­nen sich auch im Betriebs­rat enga­gie­ren“, sagt Schle­ser.

Von Hotels bis zur Ernäh­rungs­wirt­schaft – die NGG Nürn­berg-Fürth bie­tet für ihre Bran­chen eine „Start­hil­fe“ für die Grün­dung eines Betriebs­rats an: region.nuernberg-fuerth@ngg.net oder (0911) 20 90 12 0.

Bild­un­ter­schrift: Wäh­len für eine star­ke Mit­be­stim­mung: Beschäf­tig­te im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sol­len einen Betriebs­rat grün­den, wenn es noch kei­ne Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung gibt. Dazu hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) auf­ge­ru­fen. Foto: NGG | Flo­ri­an Göri­cke