Gunzenhäuser Konzertreihe – Apollon Musagète Streichquartett

von | 4. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Gun­zen­hau­sen — Die vier pol­ni­schen Musi­ker vom Apol­lon Mus­a­gè­te Streich­quar­tett sind über­all dort auf den Welt­büh­nen zu fin­den, wo exzel­len­te Kam­mer­mu­sik gewünscht und gespielt wird. Beim jüngs­ten Kon­zert des Quar­tetts in der Gun­zen­häu­ser Stadt­hal­le bewies das Ensem­ble ein­drucks­voll, war­um es zu den Gefrag­tes­ten der Gegen­wart zählt. Das Kon­zert war der Abschluss der 5. Gun­zen­häu­ser Kon­zert­rei­he.

Bereits im eröff­nen­den Streich­quar­tett C‑Dur KV 465, dem sog. „Dis­so­nan­zenquar­tett“ von Wolf­gang Ama­de­us Mozart, zeig­te das Quar­tett sei­ne außer­ge­wöhn­li­che Klas­se. Die heik­len, har­mo­ni­schen Span­nun­gen der Ein­lei­tung wur­den mit gro­ßer Prä­zi­si­on und klang­li­cher Raf­fi­nes­se gestal­tet, ohne dabei an Leich­tig­keit ein­zu­bü­ßen. Die char­man­ten Musi­ker ver­stan­den es, Mozarts sub­ti­le Iro­nie eben­so wie sei­ne struk­tu­rel­le Klar­heit her­aus­zu­ar­bei­ten und klang­lich zu inter­pre­tie­ren.

Im dar­an anschlie­ßen­den „Lang­sa­men Satz für Streich­quar­tett“ von Anton Webern bewie­sen die Musi­ker fei­nes Gespür für Klang­far­ben und musi­ka­li­sche Ver­dich­tung. Die fra­gi­le, bei­na­he schwe­ben­de Atmo­sphä­re die­ses Wer­kes wur­de mit äußers­ter Sen­si­bi­li­tät und her­aus­ra­gen­der Tech­nik umge­setzt.

Mit Antonín Dvořáks Streich­quar­tett Nr. 9 d‑Moll op. 34 stand schließ­lich ein Werk auf dem Pro­gramm, das sowohl emo­tio­na­le Tie­fe als auch folk­lo­ris­ti­sche Ele­men­te ver­eint. Hier bril­lier­ten die Musi­ker durch Aus­drucks­kraft und dyna­mi­sche Band­brei­te. Das Ensem­ble ließ die Musik förm­lich atmen und ent­wi­ckel­te einen packen­den Span­nungs­bo­gen.

Als Zuga­be folg­te der Tan­go „Vida Mia“ von Osval­do Fre­se­do, es war ein stim­mi­ger Aus­klang des Abends und unter­strich noch­mals die beein­dru­cken­de Homo­ge­ni­tät im Klang­bild. Das Publi­kum zeig­te sich ent­spre­chend begeis­tert und dank­te mit lang­an­hal­ten­dem Applaus.

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he wird von der Spar­kas­se Mit­tel­fran­ken-Süd finan­zi­ell unter­stützt. Außer­dem enga­gie­ren sich das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst sowie der Baye­ri­sche Musik­rat.

Die­ser Abschluss der 5. Gun­zen­häu­ser Kon­zert­rei­he war ein musi­ka­li­scher Genuss und bleibt sicher in Erin­ne­rung. Die nächs­te Sai­son star­tet am Sonn­tag, 11. Okto­ber 2026, in der Stadt­hal­le mit dem Blä­ser­quin­tett Mora­guès, die Wer­ke von Mozart und Dvořák inter­pre­tie­ren wer­den.

Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser