Guss nach Maß – Landrat Manuel Westphal zu Besuch bei Krause-Präzisions-Kokillenguss GmbH

von | 15. Juli 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Bies­wang (red). „Nichts Anfas­sen, sonst sind die Hän­de schwarz!“, begrüßt Betriebs­lei­ter Jochen Strunz Land­rat Manu­el West­phal zum Unter­neh­mens­be­such bei Krau­se-Prä­zi­si­ons-Kokil­len­guss GmbH. War­um wird schnell klar, sobald sich die Tore zur Werks­hal­le öff­nen: Zwi­schen Dampf, glü­hend hei­ßem Metall und ganz viel Gra­phit arbei­ten rund 20 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter allein in der Gie­ße­rei und fer­ti­gen hoch­wer­ti­ge Ein­zel­stü­cke im Hand­ko­kil­len­gieß­ver­fah­ren. Seit 1977 ist Krau­se auf die­ses Guss­ver­fah­ren spe­zia­li­siert und pro­du­ziert so hoch­wer­ti­ge Bau­tei­le für die Indus­trie. Gemein­sam mit Sebas­ti­an Regens­bur­ger von der Wirt­schafts­för­de­rung der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken hat Land­rat West­phal das Unter­neh­men, wel­ches seit der Grün­dung in Bies­wang ange­sie­delt ist, besucht.

Von der Pla­nung und Kon­struk­ti­on, über den For­men­bau und Guss­pro­zess, bis hin zur Nach­be­ar­bei­tung, Mon­ta­ge, Ver­ede­lung und Logis­tik stellt Krau­se eine Gesamt­lö­sung für sei­ne Kun­den aus ganz Euro­pa her. In Bies­wang wer­den unter­schied­li­che Guss­tei­le in klei­nen und mitt­le­ren Los­grö­ßen vor allem für die Medi­zin­tech­nik, aber auch für die Lebens­mit­tel­in­dus­trie sowie den Pum­pen- und Schiffs­bau her­ge­stellt. „Bei uns gibt es noch rich­ti­ge Hand­ar­beit, denn die Legie­run­gen las­sen sich maschi­nell nicht rich­tig ver­ar­bei­ten“, erklärt Geschäfts­füh­rer Uli Krau­se bei der Füh­rung durch die Werks­hal­len. Die Fir­ma stellt für die ver­schie­dens­ten Ein­satz­zwe­cke Legie­run­gen her. Ob Mes­sing, Kup­fer, Bron­ze oder Alu­mi­ni­um – Krau­se stellt je nach Anfor­de­rung auch eige­ne Legie­run­gen her – denn der Zweck bestimmt das Guss­ma­te­ri­al. So ent­ste­hen ver­läss­li­che und belast­ba­re Bau­tei­le nach genau­en Maß und Qua­li­täts­vor­ga­ben.

„Gera­de in gro­ßen Anla­gen las­sen sich Kun­den nur ungern auf Expe­ri­men­te ein, denn die Bau­tei­le über­neh­men wich­ti­ge Auf­ga­ben“, betont der Betriebs­lei­ter Jochen Strunz. So stellt das Unter­neh­men bei­spiels­wei­se lei­ten­de Bau­tei­le mit einem hohen Kup­fer­an­teil für Wind­kraft­an­la­gen her. „Teu­rer, aber die Bau­tei­le sind belast­bar“, weiß Geschäfts­füh­rer Krau­se. Die Pro­duk­te von Krau­se fin­den sich oft dort wie­der, wo sie extre­men Bedin­gun­gen aus­ge­setzt sind, wie bei Dampf­ga­rern in Groß­kü­chen, Ret­tungs­boot­ha­ken in der See­schiff­fahrt, Pum­pen­ge­häu­se oder in Gehäu­sen und Vor­wa­gen bei Maschi­nen zur Kanal­be­fah­rung. Die klei­nen Stück­zah­len von 20 bis 20.000 ermög­licht es dem Unter­neh­men dabei schnell und indi­vi­du­ell auf die Wün­sche und Anfor­de­run­gen der Kun­den ein­zu­ge­hen.

Um den hohen Ansprü­chen an Qua­li­tät gerecht zu wer­den, wer­den die Legie­run­gen aus den Rein­ma­te­ria­li­en her­ge­stellt. Das macht auch die Pro­duk­ti­on beson­ders effi­zi­ent. Denn Feh­ler­stü­cke und Abfäl­le kön­nen wie­der ein­ge­schmol­zen wer­den. Auch sonst ver­sucht das Unter­neh­men, mög­lichst nach­hal­tig zu arbei­ten. So inves­tier­te Krau­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in ener­ge­ti­sche Opti­mie­run­gen der Gebäu­de­tech­nik, Wär­me­rück­ge­win­nung der Schmelz­öfen oder auch Wachs­tums­in­ves­ti­tio­nen in Maschi­nen- und Anla­gen­park. Allein durch die Abwär­me der Guss­öfen, durch die Was­ser zum Hei­zen der Gebäu­de und Brauch­was­ser erwärmt wird, spart Krau­se rund 30.000 Liter Heiz­öl im Jahr.

2014 hat die zwei­te Gene­ra­ti­on die Geschäfts­füh­rung über­nom­men. Brit­ta Strunz und Uli Krau­se freu­ten sich, Land­rat Manu­el West­phal und den Wirt­schafts­för­de­rer der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken zu begrü­ßen.

Vor allem in der Guss­nach­be­ar­bei­tung wird deut­lich, dass Robo­tik und Auto­ma­ti­sie­rung die Arbeit der ins­ge­samt rund 95 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter erleich­tern. So kön­nen die Mit­ar­bei­ten­den ver­stärkt in der Qua­li­täts­kon­trol­le oder Pro­gram­mie­rung ein­ge­setzt wer­den. Die Beleg­schaft kommt vor allem aus gewerb­li­chen, tech­ni­schen und hand­werk­li­chen Beru­fen, wie Indus­trie- und Werk­zeug­me­cha­ni­ker oder Zer­spa­nungs- und Gie­ße­rei­me­cha­ni­ker, aber auch vie­le unge­lern­te Arbeits­kräf­te bekom­men in dem Fami­li­en­be­trieb eine Chan­ce. „Wir haben Men­schen aus allen Berei­chen und jeden Alters, die sich bei uns im Betrieb ein­brin­gen“, erklärt die Geschäfts­füh­re­rin Brit­ta Strunz. „Wir ver­su­chen unse­ren Mit­ar­bei­tern so gut es geht ent­ge­gen­zu­kom­men und sie da abzu­ho­len, wo sie gera­de ste­hen oder es ihre Lebens­si­tua­ti­on zulässt. Die Men­schen sind auch der Grund, war­um sich das regio­na­le Unter­neh­men im Fami­li­en­pakt Bay­ern für eine fami­li­en­freund­li­che und men­schen­ge­rech­te Arbeits­welt ste­tig ein­setzt. Ob durch unter­schied­lichs­te Arbeits­zeit­mo­del­le, auf indi­vi­du­el­le Inter­es­sen und Fähig­kei­ten ange­pass­te Ein­satz­be­rei­che, ein stets offe­nes Ohr oder gera­de klei­ne Ges­ten der Wert­schät­zung.“ Dadurch hat Krau­se auch wenig Pro­ble­me Fach­kräf­te zu hal­ten oder neue zu gewin­nen. Der­zeit bil­det das Unter­neh­men sechs Azu­bis aus.

Bild­un­ter­schrift: (v. l.). Land­rat Manu­el West­phal, Uli Krau­se (Geschäfts­füh­rer Krau­se-Prä­zi­si­ons-Kokil­len­guss GmbH), Sebas­ti­an Regens­bur­ger (Wirt­schafts­för­de­rer Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken) und Jochen Strunz (Betriebs­lei­ter Krau­se-Prä­zi­si­ons-Kokil­len­guss GmbH). Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Sabri­na Huf