Hörnlein-Kreuzung: ÖDP weist Vorwurf der „erfundenen Zahlen“ zurück und mahnt Kostentransparenz an

von | 11. März 2026 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg


Die ÖDP im Land­kreis reagiert mit Unver­ständ­nis auf die jüngs­ten Äuße­run­gen von West­heims Bür­ger­meis­ter Her­bert Weigel bezüg­lich der Kos­ten für den Aus­bau der „Hörn­lein-Kreu­zung“. Den Vor­wurf, die genann­ten Sum­men sei­en „frei erfun­den“, weist der Vor­sit­zen­de des ÖDP Kreis­ver­bands Rein­hard Ebert ent­schie­den zurück und ver­weist statt­des­sen auf die offi­zi­el­le Doku­men­ta­ti­on der Kreis­aus­schuss­sit­zun­gen.

Kos­ten­pro­gno­se von 50 Mil­lio­nen Euro ist rea­lis­ti­sche Erwar­tung

Die ÖDP stellt klar, dass bereits am 23. Okto­ber 2023 der dama­li­ge Bau­amts­lei­ter Schmidt die Kos­ten für den „gro­ßen“ Umbau vor dem Kreis­aus­schuss auf rund 40 Mil­lio­nen Euro bezif­fert hat­te. Ange­sichts der mas­si­ven Bau­kos­ten­stei­ge­run­gen der letz­ten zwei­ein­halb Jah­re sowie der bekann­ten tech­ni­schen Risi­ken – ins­be­son­de­re durch die Pro­ble­ma­tik des „ver­spann­ten Grund­was­sers“ bei Tief­bau­maß­nah­men am Eich­stät­ter Hang– ist eine aktu­el­le Pro­gno­se von 50 Mil­lio­nen Euro kei­ne Erfin­dung, son­dern eine kauf­män­nisch vor­sich­ti­ge und rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung.

„Es ist die Pflicht einer ver­ant­wor­tungs­vol­len Poli­tik, der Öffent­lich­keit die unge­schön­te Wahr­heit über die zu erwar­ten­den Kos­ten zu sagen“, so das Gun­zen­häu­ser ÖDP-Mit­glied Simon Sche­rer. „Wer heu­te noch auf Basis ver­al­te­ter Zah­len argu­men­tiert, ver­kennt die Rea­li­tät: Die explo­die­ren­den Bau­kos­ten bei der Treucht­lin­ger Sene­fe­der-Schu­le oder dem Neu­bau des Lan­des­amts für Schu­le sind nur eini­ge loka­le Bei­spie­le, die dies ein­drucks­voll bele­gen.“

Wider­sprüch­li­che Signa­le aus der Poli­tik

Beson­ders kri­tisch bewer­tet die ÖDP den Kurs­wech­sel von Land­rat Manu­el West­phal und MdB Artur Auern­ham­mer. Noch im Febru­ar 2025 erklär­ten bei­de bei einem Ter­min in West­heim (Alt­mühl-Bote vom 19.02.2025) wört­lich, dass die „finan­zi­el­le Situa­ti­on nicht rosig“ sei und die „Zeit der gro­ßen Stra­ßen­bau­maß­nah­men eher vor­bei“ sei.
Dass die­se Mah­nun­gen zur Spar­sam­keit nun im Zusam­men­hang mit der Hörn­lein-Kreu­zung kei­ne Rol­le mehr spie­len sol­len, ist für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nicht nach­voll­zieh­bar. Die ÖDP kri­ti­siert die­se man­geln­de Strin­genz in der Argu­men­ta­ti­on der Kreis­po­li­tik.

Mas­si­ve Belas­tung für den Kreis­haus­halt befürch­tet

Auch die Dar­stel­lung der Eigen­an­tei­le durch Bür­ger­meis­ter Weigel sieht die ÖDP kri­tisch. Bei einer Gesamt­sum­me von 50 Mil­lio­nen Euro müss­te der Land­kreis – selbst mit einem Drit­tel am Bau betei­ligt — auch nach Abzug aller zu erwar­ten­den Zuschüs­se – mit einer Eigen­be­tei­li­gung von etwa 10 Mil­lio­nen Euro rech­nen. Ange­sichts eines bereits stark belas­te­ten Kreis­haus­halts und eines wach­sen­den Schul­den­bergs sei eine sol­che Inves­ti­ti­on in ein ein­zel­nes Kreu­zungs­pro­jekt kaum zu recht­fer­ti­gen, wäh­rend ande­re wich­ti­ge Infrastrukturmaßnahmen/Schulbaumaßnahmen auf der Stre­cke blei­ben, weil abseh­bar die Kreis­um­la­ge stark stei­gen wird.

Die ÖDP for­dert daher eine Rück­kehr zu einer fak­ten­ba­sier­ten Dis­kus­si­on, die auch die lang­fris­ti­gen finan­zi­el­len Risi­ken für den Land­kreis ehr­lich benennt.

Foto: Bri­git­te Dorr