Hoffnung und Orientierung in unruhigen Zeiten

von | 2. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Prantl spricht beim Plank­stet­te­ner Forum Bene­dik­ti­ner­ab­tei Plank­stet­ten

Plank­stet­ten – „Die Welt ist so unsi­cher wie lan­ge nicht mehr“, stell­te Prof. Dr. Heri­bert Prantl zu Beginn sei­nes Vor­trags fest. Unter dem Titel „Mensch­lich­keit, Recht und die Kraft der Hoff­nung“ sprach der renom­mier­te Jurist, Kolum­nist und Autor beim Plank­stet­te­ner Forum über Ori­en­tie­rung in Zei­ten von Kri­sen, Krie­gen und gesell­schaft­li­cher Spal­tung.

Prantl spann­te einen wei­ten Bogen von inter­na­tio­na­ler Poli­tik über Euro­pa bis hin zu per­sön­li­chen Vor­bil­dern. Gesell­schaf­ten bräuch­ten Vor­bil­der – im Pri­va­ten wie im Öffent­li­chen. Aus per­sön­li­cher Per­spek­ti­ve schil­der­te er etwa die Lebens­leis­tung sei­ner Groß­mutter eben­so wie das gesell­schaft­li­che Wir­ken des Prä­si­den­ten von Ban­gla­desch. „Die Welt braucht Wei­chen­stel­ler, kei­ne Fal­len­stel­ler“, so Prantl.

Zum The­ma Frie­den ver­wies Prantl auf sein Buch, das er als das schwie­rigs­te sei­ner Wer­ke bezeich­ne­te. Frie­den sei kein natür­li­cher Zustand, erin­ner­te er mit Blick auf Imma­nu­el Kant. Ihn wer­de es erst geben, „wenn der Geist des Krie­ges besei­tigt ist“ – Bil­dung und Erzie­hung zum Frie­den sei­en dafür zen­tral. Mit Nach­druck bekann­te sich Prantl auch zur Rechts­staat­lich­keit. Ein „Recht des Stär­ke­ren“ dür­fe es nicht geben. Der wich­tigs­te Grund­satz blei­be Arti­kel 1 des Grund­ge­set­zes: die Unan­tast­bar­keit der Men­schen­wür­de.

Im Zen­trum des Abends stand immer wie­der die Hoff­nung. Die Welt brau­che sie – inter­na­tio­nal, natio­nal, kom­mu­nal und im per­sön­li­chen Leben. „Je grö­ßer die Pro­ble­me, des­to grö­ßer die Hoff­nung“, sag­te Prantl und ermu­tig­te dazu, sich von der Hoff­nung ande­rer anste­cken zu las­sen. Die Zei­ten sei­en „kar­frei­tag­lich wie nie“, sag­te Prantl, ver­band dies jedoch mit der Hoff­nung auf
das Oster­wun­der: Tod und Gewalt hät­ten nicht das letz­te Wort.

Mit gro­ßem Applaus ver­ab­schie­de­te das Publi­kum den Refe­ren­ten. Abt Dr. Beda Maria Son­nen­berg dank­te ihm für einen eben­so klu­gen wie ermu­ti­gen­den Abend und der anschlie­ßen­de Signier­tisch fand bei den Besu­chern gro­ßen Zuspruch.

Im März lädt das Plank­stet­te­ner Forum erneut ein: Frei­tag, 13.03.2026 | Ein Abend mit Dr. Man­fred Lütz: Vom Sinn des Lebens
www.kloster-plankstetten.de/events/ein-abend-mit-manfred-luetz.

Bild­un­ter­schrift: Abt Beda Maria Son­nen­berg und Heri­bert Prantl bei der Fra­ge­run­de. Foto: Mar­tin Barth