Immer weniger Power in der Lohntüte

von | 5. März 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Gegen den Lohn­ver­lust durch Infla­ti­on: Rund 2.610 Unter­neh­men gibt es nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen. „Ein Groß­teil davon drückt sich davor, ihre Beschäf­tig­ten in der Kri­se zu unter­stüt­zen: Extra-Geld gegen die Löcher, die die Infla­ti­on ins Porte­mon­naie reißt? – Fehl­an­zei­ge.

In eini­gen Bran­chen kön­nen sich Beschäf­tig­te tarif­ge­bun­de­ner Betrie­be zwar bereits über Net­to­zah­lun­gen freu­en, aber im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen machen den­noch vie­le Chefs einen gro­ßen Bogen um die Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie. Und das geht quer durch alle Bran­chen: von Metz­ge­rei­en über Hotels bis zu Lebens­mit­tel­be­trie­ben“, sagt Regi­na Schle­ser von der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG). Dabei sei die Prä­mie ein Instru­ment, das die Bun­des­re­gie­rung extra geschaf­fen habe, um die Här­te der Kri­se abzu­fe­dern.

Für alle Beschäf­tig­ten im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die bis­lang leer aus­ge­gan­gen sei­en, wer­de es höchs­te Zeit, einen Infla­ti­ons­aus­gleich zu bekom­men. Es gehe schließ­lich dar­um, den „Schwund bei der Kauf­kraft wenigs­tens ein Stück weit auf­zu­fan­gen“. Immer­hin habe die Infla­ti­on auch im Janu­ar mit einer Teue­rungs­ra­te von 8,7 Pro­zent gegen­über dem Ver­gleichs­mo­nat im Vor­jahr für eine spür­ba­re Belas­tung der pri­va­ten Haus­halts­kas­sen geführt. „Die Aus­wir­kun­gen der Infla­ti­on sind ver­hee­rend. Monat für Monat steckt weni­ger Power in der Lohn­tü­te“, so Regi­na Schle­ser.

Die NGG for­dert Unter­neh­men im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen auf, sich „nicht vor der Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie zu drü­cken“: „Die Prä­mie von bis zu 3.000 Euro soll­te genutzt wer­den. Sie kann auch in Etap­pen aus­ge­zahlt wer­den. Die­ser Ver­ant­wor­tung soll­ten sich die Arbeit­ge­ber stel­len, so die Geschäfts­füh­re­rin der NGG-Regi­on Nürn­berg-Fürth, Regi­na Schle­ser. Es gehe dabei immer­hin um effek­ti­ve Ein­mal­zah­lun­gen, für die kei­ne Steu­ern und Abga­ben fäl­lig wer­den – also kei­ne Lohn­steu­er, kei­ne Abzü­ge für die Renten‑, Kranken‑, Pflege‑, Unfall- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung. Wich­tig sei, dass es sich bei der Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie nicht um einen Ersatz­lohn han­de­le: „Für den fai­ren Lohn set­zen sich die Gewerk­schaf­ten in Tarif­run­den ein. Die Prä­mie ist eine Art finan­zi­el­les ‚Infla­ti­ons-Pflas­ter‘, nicht mehr, aber auch nicht weni­ger. Lang­fris­tig hel­fen nur fort­lau­fen­de Lohn­er­hö­hun­gen, die sich an den Preis­ent­wick­lun­gen ori­en­tie­ren“, sagt Regi­na Schle­ser.

Die Gewerk­schaf­te­rin kün­dig­te Lohn­for­de­run­gen von „10 plus X“ Pro­zent an. Azu­bis müss­ten min­des­tens 150 Euro mehr pro Monat bekom­men. Dafür wer­de sich die Gewerk­schaft NGG in den kom­men­den Wochen am Tarif­tisch ein­set­zen: „In der Back- und Süß­wa­ren-Indus­trie ste­hen Lohn­ver­hand­lun­gen bevor. Eben­so in der Milch‑, Obst- und Gemü­se­indus­trie. Auch für die Beschäf­tig­ten in Braue­rei­en wird es um ein kräf­ti­ges ‚Lohn-Update‘ gehen“, so Schle­ser. Von Tucher und Fro­ne­ri Schöl­ler über Leb­ku­chen Schmidt, Fer­di­nand Wolff und Trol­li bis Bay­ern­land – die NGG habe „gro­ße Namen auf der Lebens­mit­tel­kon­zern-Lis­te“ und stel­le sich auf „ein Früh­jahr mit zähem Rin­gen am Tarif­tisch“ ein.

Beschäf­tig­te, die Unter­stüt­zung bei der Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie benö­ti­gen oder mehr zu den bevor­ste­hen­den Tarif­run­den erfah­ren wol­len, kön­nen sich an die NGG Nürn­berg-Fürth wen­den: Tel. 0911 20 90 12 0 | region.nuernberg-fuerth@ngg.net.

Bild­un­ter­schrift: Aus 10 mach 9: Die Infla­ti­on sorgt für einen enor­men Lohn­ver­lust. „Monat für Monat steckt weni­ger Power in der Lohn­tü­te“, so die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten. Die NGG Nürn­berg-Fürth for­dert Unter­neh­men im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen daher auf, eine Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie zu zah­len. Foto­mon­ta­ge: NGG| Tobi­as Sei­fert