Impulse für die Verkehrswende in Gunzenhausen

von | 17. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Fach­ex­kur­si­on führ­te nach Ober­fran­ken

Gun­zen­hau­sen — Ende März 2026 unter­nah­men Mit­glie­der des Gun­zen­häu­ser Stadt­rats sowie Mit­ar­bei­ten­de der Ver­wal­tung und Mobi­li­täts- und Ver­kehrs-GmbH eine Fach­ex­kur­si­on nach Ober­fran­ken, um sich dort über zukunfts­wei­sen­de Ansät­ze all­tags­taug­li­cher Mobi­li­täts­ent­wick­lung zu infor­mie­ren. Ers­tes Rei­se­ziel war die Gemein­de Bur­ge­brach. Der Land­kreis Bam­berg gilt in der kom­mu­na­len Fami­lie als Vor­rei­ter bei der Umset­zung inno­va­ti­ver Mobi­li­täts­kon­zep­te. Für die Gun­zen­häu­ser Grup­pe war die­se Rei­se beson­ders span­nend, soll am Bahn­hof doch ein moder­nes Mobi­li­täts­zen­trum ent­ste­hen, wel­ches den kom­mu­na­len ÖPNV nicht nur stär­ken, son­dern auch ein gro­ßer Schritt inner­halb der Ver­kehrs­wen­de sein soll.

In der 7100-See­len­ge­mein­de Bur­ge­brach wur­de die Dele­ga­ti­on zunächst vom Ers­ten Bür­ger­meis­ter Johan­nes Macie­jon­c­zyk offi­zi­ell emp­fan­gen. Im Anschluss folg­ten fach­lich fun­dier­te Vor­trä­ge zum Auf­bau und Betrieb von Mobi­li­täts­sta­tio­nen im Land­kreis Bam­berg. Als Refe­ren­ten konn­ten der Land­rat Johann Kalb sowie der Fach­be­reichs­lei­ter Mobi­li­tät im Land­rats­amt, Mar­kus Hamm­rich, gewon­nen wer­den. Die Exper­ten erläu­ter­ten pra­xis­nah die kon­zep­tio­nel­len Grund­la­gen, die pla­ne­ri­schen Her­aus­for­de­run­gen sowie die orga­ni­sa­to­ri­schen und finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen sol­cher Infra­struk­tur­pro­jek­te. Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wur­de die Bedeu­tung der Ver­knüp­fung unter­schied­lichs­ter Ange­bo­te an einem Stand­ort. So wer­den ver­schie­de­ne Ver­kehrs­trä­ger, vom öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr, über Car­sha­ring bis hin zum Fahr­rad, gebün­delt. Mobi­li­täts­sta­tio­nen leis­ten damit einen ent­schei­den­den Bei­trag zur Redu­zie­rung des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs und för­dern gleich­zei­tig eine fle­xi­ble, bedarfs­ge­rech­te Mobi­li­tät. Im Anschluss besich­tig­te die Rei­se­grup­pe eine bei­spiel­haf­te Mobi­li­täts­sta­ti­on in Bur­ge­brach, um die zuvor ver­mit­tel­ten Inhal­te unmit­tel­bar in der Pra­xis nach­voll­zie­hen zu kön­nen. Vor Ort wur­den ins­be­son­de­re Aspek­te wie Nut­zer­freund­lich­keit, Flä­chen­be­darf und die Inte­gra­ti­on in bestehen­de Ver­kehrs­net­ze dis­ku­tiert.

Die Fach­ex­kur­si­on führ­te anschlie­ßend wei­ter in die Gemein­de Cadolz­burg. Nach einem klei­nen Mit­tags­im­biss im Rat­haus wur­de die Dele­ga­ti­on von der Drit­ten Bür­ger­meis­te­rin Clau­dia Augus­tin begrüßt. Im Mit­tel­punkt des dor­ti­gen Pro­gramms stand ein Vor­trag der Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­ten Sil­va Dießl, die vor allem das gemeind­li­che Las­ten­rad-Ver­leih­sys­tem vor­stell­te. Sie ging detail­liert auf die Kon­zep­ti­on, die Betriebs­struk­tur sowie auf die Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung ein. Deut­lich wur­de, dass Las­ten­rä­der ins­be­son­de­re im urba­nen Raum ein erheb­li­ches Poten­zi­al zur Ver­la­ge­rung von Trans­port­we­gen bie­ten, sowohl im pri­va­ten als auch im gewerb­li­chen Bereich. Sie tra­gen zur Ent­las­tung des Ver­kehrs, zur Reduk­ti­on von Emis­sio­nen und zur Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät bei.

Im Anschluss wur­de eine Las­ten­rad-Ver­leih­sta­ti­on vor Ort besich­tigt. Dabei konn­ten sich die Teil­neh­men­den ein umfas­sen­des Bild von der prak­ti­schen Umset­zung, den tech­ni­schen Anfor­de­run­gen sowie den Nut­zungs­vor­aus­set­zun­gen machen.

„Die Mobi­li­täts­wen­de zählt zu den prä­gen­den The­men unse­rer Zeit. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de die Fach­ex­kur­si­on nach Ober­fran­ken von allen Betei­lig­ten als äußerst gewinn­brin­gend bewer­tet“, äußer­te sich der Gun­zen­häu­ser Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­te Klaus Ste­phan. „Der direk­te Aus­tausch mit erfah­re­nen Akteu­ren sowie die Mög­lich­keit, funk­tio­nie­ren­de Sys­te­me im Real­be­trieb zu erle­ben, lie­fer­ten wert­vol­le Impul­se für die eige­ne Stadt- bzw. Mobi­li­täts­ent­wick­lung vor Ort. Vie­le der gewon­ne­nen Erkennt­nis­se und Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­le sind unmit­tel­bar auf Gun­zen­hau­sen über­trag­bar und kön­nen bei der Pla­nung des Mobi­li­täts­zen­trums am Bahn­hof eine wich­ti­ge Rol­le spie­len.“

Dar­über hin­aus hat­te die gemein­sa­me Exkur­si­on zusätz­lich eine team­bil­den­de Wir­kung und stärk­te die Zusam­men­ar­beit zwi­schen poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern und Ver­wal­tung. Einig­keit bestand dar­über, dass eine erfolg­rei­che Stär­kung des ÖPNV nur mit all­tags­taug­li­chen, attrak­ti­ven und gut ver­netz­ten Ange­bo­ten mög­lich ist. Ange­sichts der Ver­ant­wor­tung gegen­über kom­men­den Gene­ra­tio­nen wur­de betont, dass ent­schlos­se­nes Han­deln erfor­der­lich ist, um nach­hal­ti­ge und umwelt­freund­li­che Mobi­li­täts­lö­sun­gen kon­se­quent vor­an­zu­brin­gen.

Bild­un­ter­schrift: In Bur­ge­brach besich­tig­te die Gun­zen­häu­ser Rei­se­grup­pe eine Mobi­li­täts­sta­ti­on. Auf dem Bild sind die Exkur­si­ons­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mer zusam­men mit den ober­frän­ki­schen Gast­ge­bern zu sehen. Foto: Mar­kus Hamm­rich