Informationen zum Schutz vor Hasenpest  

von | 11. Dezember 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Auf­grund eines Infek­ti­ons­falls mit Tularä­mie (land­läu­fig auch „Hasen­pest“ genannt) im Nach­bar­land­kreis Donau-Ries infor­mie­ren das Gesund­heits­amt und das Vete­ri­när­amt am Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen vor­sorg­lich über die Krank­heit.

Die Tularä­mie kommt vor allem bei wild­le­ben­den Tie­ren vor. Beson­de­re Bedeu­tung als Reser­voir hat in Deutsch­land vor allem der Feld­ha­se. Kanin­chen und Nage­tie­re, wie Mäu­se, Wühl­mäu­se, Rat­ten oder Eich­hörn­chen, kön­nen genau­so wie Wild­wie­der­käu­er, Fleisch­fres­ser und sogar Vögel eben­falls infi­ziert sein. Auch Blut­sauger wie Stech­in­sek­ten und Zecken etc. kön­nen bei der Über­tra­gung eine wich­ti­ge Rol­le spie­len.

Die Erkran­kung wird bei Feld­ha­sen in Nord- und Süd­bay­ern glei­cher­ma­ßen nach­ge­wie­sen. Betrof­fe­ne Tie­re zei­gen sich ins­be­son­de­re abge­ma­gert, mit strup­pi­gem Fell und apa­thisch. Auch inne­re Orga­ne kön­nen auf­fäl­lig ver­än­dert sein.

Men­schen kön­nen sich vor allem bei inten­si­vem Kon­takt mit erkrank­ten Tie­ren oder deren Aus­schei­dun­gen bzw. beim Umgang mit Schlacht­kör­pern, Fleisch oder Kada­vern, insb. beim Ent­häu­ten und Aus­neh­men erleg­ten Wil­des infi­zie­ren. Die Tularä­mie des Men­schen ist daher auch eine Berufs­krank­heit von Jägern, aber auch von Köchen, Metz­gern und Tier­ärz­ten. Zuneh­mend von Bedeu­tung ist auch eine Über­tra­gung des Erre­gers durch Zecken. Infek­tio­nen von Land­wir­ten durch infek­tiö­se Stäu­be sind genau­so beschrie­ben wie Infek­tio­nen nach Biss­ver­let­zun­gen. Eine Infek­ti­on über unzu­rei­chend erhitz­te Nah­rungs­mit­tel oder kon­ta­mi­nier­tes Was­ser ist eben­falls mög­lich. Die Tularä­mie ist eine rela­tiv sel­te­ne Erkran­kung. Eine Anste­ckung von Mensch zu Mensch ist bis­her nicht bekannt.

Die Krank­heit äußert sich beim Men­schen mit grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men und ist mit Anti­bio­ti­ka bei recht­zei­ti­ger Dia­gno­se erfolg­reich zu behan­deln.

Um eine Anste­ckung zu ver­hin­dern, soll­ten Per­so­nen, die mit Wild­fleisch in Kon­takt kom­men, Ein­mal­hand­schu­he und Mund­schutz tra­gen. So kann ver­hin­dert wer­den, dass es zu einer Infek­ti­on über Haut­wun­den kommt oder der Erre­ger ein­ge­at­met wird.

Offen­sicht­lich kran­ke Tie­re bzw. die Kada­ver von Tie­ren soll­ten eben­falls nicht ohne die genann­ten Vor­keh­run­gen berührt wer­den. Der Ver­zehr von Hasen­fleisch ist wei­ter­hin beden­ken­los mög­lich, wenn das Fleisch aus­rei­chend durch­ge­gart ist.

Foto: Pix­a­bay