Jetzt Borkenkäfer suchen und rasch aufarbeiten

von | 27. August 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Roth/Hersbruck/ Gunzenhausen/Weißenburg (red). Das bay­ern­weit reg­ne­ri­sche und küh­le Wet­ter Ende Juli/Anfang August war für die Wäl­der nach der vor­an­ge­gan­ge­nen Tro­cken­pe­ri­ode eine klei­ne Ver­schnauf­pau­se. Grund zur Sorg­lo­sig­keit gera­de mit Blick auf wei­te­ren Bor­ken­kä­fer­be­fall ist dies jedoch nicht. Denn in den letz­ten warm-hei­ßen Tagen ent­wi­ckelt sich unter der Rin­de und geschützt die zwei­te Bor­ken­kä­fer­ge­ne­ra­ti­on, die unmit­tel­bar vor dem Aus­flie­gen steht.

Um die wei­te­re Aus­brei­tung ein­zu­däm­men, ist es jetzt ent­schei­dend, die Fich­ten­be­stän­de inten­siv auf Bor­ken­kä­fer­be­fall zu kon­trol­lie­ren und befal­le­nes Holz rasch auf­zu­ar­bei­ten. Dafür muss das Käfer­holz zügig ein­ge­schla­gen und vor dem Aus­flie­gen der Käfer abge­fah­ren oder mit einem Min­dest­ab­stand von 500 Metern zum nächs­ten Fich­ten­be­stand gela­gert wer­den.

Gera­de auch von den durch Gewit­ter­stür­me im Juli umge­wor­fe­nen oder geschä­dig­ten Fich­ten geht eine erheb­li­che Aus­brei­tungs­ge­fahr aus. Die meist ein­zeln oder in klei­nen Grup­pen umge­fal­le­nen Bäu­me bie­ten dem Käfer eine idea­le Brut­stät­te und wer­den bevor­zugt besie­delt. Wer­den die­se nicht recht­zei­tig aus dem Wald abge­fah­ren, kön­nen vie­le neue „Hot­spots“ ent­ste­hen, die eine wirk­sa­me Bekämp­fung erschwe­ren. Am AELF Roth-Wei­ßen­burg i.Bay. sind beson­ders die Wäl­der im Bereich um Gre­ding von Sturm­schä­den betrof­fen.

Fri­schen Bor­ken­kä­fer­be­fall erkennt man gut am brau­nen, kaf­fee­pul­ver­ähn­li­chen Bohr­mehl auf den Rin­den­schup­pen oder auf der Boden­ve­ge­ta­ti­on in unmit­tel­ba­rer Umge­bung befal­le­ner Bäu­me. Jetzt im Spät­som­mer fin­det man zudem rot ver­färb­te Kro­nen und abge­platz­te Rin­den­stü­cke. Dort soll­te man im nähe­ren Umfeld beson­ders genau kon­trol­lie­ren.

Das AELF Roth-Wei­ßen­burg i.Bay. unter­stützt bei der Bor­ken­kä­fer­be­kämp­fung mit umfas­sen­der finan­zi­el­ler und orga­ni­sa­to­ri­scher Hil­fe. So wird die insek­ti­zid­freie, wald­schutz­wirk­sa­me Auf­ar­bei­tung des Käfer­hol­zes geför­dert. Als wald­schutz­wirk­sam gel­ten dabei das Zwi­schen­la­gern von Käfer­holz auf einem aner­kann­ten Lager­platz, das Ent­rin­den sowie das Häck­seln von Rest­höl­zern, also Kro­nen­ma­te­ri­al, Rei­sig und Ästen.

Aktu­el­le Infos zur Bor­ken­kä­fer­ge­fahr sowie eine Pra­xis­hil­fe gibt es im Inter­net unter www.borkenkaefer.org. Für Fra­gen und Infor­ma­tio­nen kön­nen sich die Wald­be­sit­zer an ihren zustän­di­gen Bera­tungs­förs­ter wen­den. Die­se sind unter https://www.waldbesitzer-portal.bayern.de/025776/index.php zu fin­den.

Foto: Pix­a­bay