Jubiläumsgottesdienst für 16 Diakonissen

von | 26. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Fest­li­cher Rück­blick auf bis zu 75 Jah­re Dienst am Men­schen

Gun­zen­hau­sen (red). Am 20. Juli 2025 wur­de in einem fest­li­chen Got­tes­dienst das Jubi­lä­um von 16 Dia­ko­nis­sen und einem dia­ko­ni­schen Mit­ar­bei­ter gefei­ert. Die Ver­an­stal­tung bot unter ande­rem einen bewe­gen­den Rück­blick auf das außer­ge­wöhn­li­che Enga­ge­ment der Jubi­la­rin­nen.

Beson­ders her­vor­zu­he­ben war die Fest­pre­digt von Frie­der Trom­mer, Vor­stand des Deut­schen Gemein­schafts-Dia­ko­nie­ver­bands (DGD). Er leg­te die bekann­ten Ver­se aus Mat­thä­us 9 aus: „Die Ern­te ist groß, aber weni­ge sind der Arbei­ter. Dar­um bit­tet den Herrn der Ern­te, dass er Arbei­ter in sei­ne Ern­te sen­de.“ Er beton­te, wie wich­tig es sei, dass Men­schen sich lei­den­schaft­lich für Gott ein­set­zen. Direkt an die Jubi­la­rin­nen rich­te­te er sei­nen Dank: „Sie, lie­be Schwes­tern, waren und sind sei­ne Bot­schaf­te­rin­nen – an unter­schied­li­chen Orten: In Kin­der­gär­ten, Kran­ken­häu­sern, in Buch­hand­lun­gen und Alten­pfle­ge, als Zahn­tech­ni­ke­rin und Unter­richts­schwes­tern, in Gemein­schaf­ten und in der Ver­wal­tung, in Öster­reich und in Japan, ja auch im Blau­en Kreuz und in der Zen­tra­le in Mar­burg, als Mes­ne­rin und als Obe­rin – wo auch immer. Die meis­ten von Ihnen haben län­ger gedient, als ich lebe. Von Her­zen, vie­len Dank, dass Sie die­sem Ruf gefolgt sind, dass Sie die­se vie­len Jah­re durch­ge­hal­ten haben, an der Sei­te Jesu, die­sem guten Hir­ten geblie­ben sind –und dass sie es immer noch tun.“ Sei­ne Pre­digt wur­de umrahmt von den Musik­stü­cken des Hen­solts­hö­her Cho­res und des Flö­ten­tri­os „Flau­tis­si­mo“ am Anfang und Ende des Got­tes­diens­tes.

Ehrung der Jubi­la­rin­nen

Im Rah­men des Got­tes­diens­tes kamen alle Jubi­la­rin­nen in einem kurz­wei­li­gen Video zu Wort. Den zahl­rei­chen Got­tes­dienst­be­su­chern wur­de so ein per­sön­li­cher Ein­blick in ihr Leben und ihren Dienst ermög­licht. Ins­ge­samt bli­cken die Jubi­la­rin­nen auf sage und schrei­be 995 Dienst­jah­re zurück – ein leben­di­ges Zeug­nis für Hin­ga­be und Glau­ben. Her­vor­zu­he­ben sind dabei drei Dia­ko­nis­sen:

Schwes­ter Elfrie­de Häm­mer­le – die ältes­te Jubi­la­rin

Elfrie­de Häm­mer­le blickt mit 100 Jah­ren auf 75 Jah­re Dienst zurück. Sie ist aktu­ell die zweit­äl­tes­te leben­de Dia­ko­nis­se der Hen­solts­hö­her Schwes­tern­schaft und ein leben­di­ges Zeug­nis für die Wer­te der Dia­ko­nie. Lei­der konn­te sie aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht am Got­tes­dienst teil­neh­men.

Schwes­ter Karin Kama­da – die am wei­tes­ten gereis­te Jubi­la­rin

Sr. Karin Kama­da kam anläss­lich ihres Jubi­lä­ums aus dem Mut­ter­haus in Kobe, Japan, nach Gun­zen­hau­sen ange­reist. Die Schwes­tern­schaft in Japan hat eine beson­ders enge Ver­bin­dung zur Hen­solts­hö­her Schwes­tern­schaft. Sr. Karin ver­brach­te einen Groß­teil ihres Arbeits­le­bens in einem Kran­ken­haus in Kobe, wo sie sowohl als Kran­ken­schwes­ter als auch als Seel­sor­ge­rin tätig war.

Schwes­ter Mari­on Hol­land – Jubi­la­rin und Obe­rin

Obe­rin Mari­on Hol­land fei­er­te in die­sem Jahr ihr 50-jäh­ri­ges Jubi­lä­um als Dia­ko­nis­se. Sie hat die längs­te Zeit ihres Diens­tes in Mün­chen im pas­to­ra­len Dienst in der Evan­ge­li­schen Gemein­schaft gear­bei­tet und ist seit neun Jah­ren als Obe­rin tätig. Ihr Enga­ge­ment für die Schwes­tern­schaft und ihre Arbeit mit Kin­dern und Fami­li­en spie­geln den Geist der Dia­ko­nie wider – ein Leben, das geprägt ist von Für­sor­ge, Ver­ant­wor­tung und Gemein­schaft. Dank­bar beton­te sie am Anfang ihres Rück­blicks: „Beim Jubi­lä­um fei­ern gehört für mich Gott in den Mit­tel­punkt. Er hat mich durch gute und auch durch schwie­ri­ge Zei­ten getra­gen, fest­ge­hal­ten und reich beschenkt.“

Ein Appell zum Schluss

Frie­der Trom­mer bat in sei­ner Pre­digt auch ein­dring­lich um Gebet für die Berufs­wahl vie­ler jun­ger Men­schen: „Wir haben in Deutsch­land einen aku­ten Not­stand an Men­schen, die bereit sind, in einen geist­li­chen Beruf zu gehen, Theo­lo­gie zu stu­die­ren, eine Bibel­schu­le zu besu­chen, Pas­tor zu wer­den, was auch immer.“ Er beton­te, dass es neben den dra­ma­ti­schen Rück­gän­gen bei den Kir­chen-Mit­glie­dern zuneh­mend schwie­rig sei, jun­ge Men­schen zu fin­den, die das als ihre Auf­ga­be sähen. Er appel­lier­te wei­ter an die Schwes­tern und die anwe­sen­de Fest­ge­mein­de, zu beten, dass jun­ge Men­schen gefun­den wür­den.

Das Jubi­lä­um der 16 Dia­ko­nis­sen war nicht nur ein fest­li­cher Anlass, son­dern auch ein Moment der Dank­bar­keit und des Inne­hal­tens –und des Respekts für die uner­müd­li­che Arbeit und Hin­ga­be der Schwes­tern. Zugleich war es auch ein Appell an alle, sich für Mit­men­schen ein­zu­set­zen und Got­tes Lie­be wei­ter­zu­ge­ben.

Bild­un­ter­schrift: Ins­ge­samt 995 Jah­re im Dienst für Gott – die Jubi­la­rin­nen mit Obe­rin Sr. Mari­on Hol­land und Rek­tor Pfr. Wolf­gang Becker. Foto: Stif­tung Hen­solts­hö­he / Harald Braun