Keine Einigung im Ampel-Zank

von | 5. April 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Der Ampel-Zank geht in die nächs­te Run­de — das wur­de bei den dürf­ti­gen Ergeb­nis­sen nach über 30 Stun­den Koali­ti­ons­aus­schuss deut­lich. Eigent­lich hät­te der Koali­ti­ons­aus­schuss Eini­gung bei bekann­ten Streit­the­men, wie etwa Öl- und Gas­hei­zun­gen, Auto­bahn- und Schie­nen­aus­bau, Finan­zie­rung der Bun­des­wehr und der Kin­der­grund­si­che­rung brin­gen sol­len. Doch Artur Auern­ham­mer zieht ins­ge­samt ein ent­täu­schen­des Resü­mee für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger.

Unter­and­e­rem soll es zwar eine Pla­nungs­be­schleu­ni­gung für 144 Auto­bahn­pro­jek­te geben, doch gleich­zei­tig soll der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan mit Umwelt- und Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­den neu prio­ri­siert wer­den. Das sieht Auern­ham­mer beson­ders kri­tisch, denn der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ist das zen­tra­le Pla­nungs­in­stru­ment für die bun­des­deut­sche Ver­kehrs­po­li­tik und ent­hält vie­le dring­li­che Ent­las­tungs­stra­ßen gera­de für den länd­li­chen Raum. “Wenn hier die grü­ne Ver­bots­po­li­tik fort­ge­setzt wird, geht dies ein­mal mehr zu Las­ten der Men­schen auf dem Land”, befürch­tet der Abge­ord­ne­te. Die­se Befürch­tung setzt sich auch bei der LKW-Maut fort. Denn der Koali­ti­ons­aus­schuss beschloss des­sen Aus­wei­tung sowie einen CO2-Auf­schlag.

Beson­ders beim Gebäu­de­en­er­gie­ge­set­ze, wel­ches auch den Ein­bau von Öl- und Gas­hei­zun­gen regelt, wur­de sei­tens der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on auf Abmil­de­run­gen gehofft. Nach Ansicht von Artur Auern­ham­mer sind die weni­gen ver­kün­de­ten Abmil­de­run­gen jedoch nur wenig ein­deu­tig. Im Ergeb­nis­pa­pier heißt es bei­spiels­wei­se, dass ab 1. Janu­ar 2024 “mög­lichst” jede neu ein­ge­bau­te Hei­zung zu 65 Pro­zent mit erneu­er­ba­ren Ener­gien betrie­ben wird. “Auch nach 30 Stun­den der Ver­hand­lung wur­den bei einem solch wich­ti­gen The­ma für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit erreicht”, stellt Auern­ham­mer unzu­frie­den fest.

Die Finan­zie­rung der Bun­des­wehr, Lösun­gen zur Migra­ti­ons­kri­se und Hil­fen für die Kom­mu­nen oder gar die hart­nä­ckig hohe Infla­ti­on fin­den im Beschluss­pa­pier des Koali­ti­ons­aus­schus­ses gar kei­ne Erwäh­nung. “Dass die ein­deu­ti­ge Mehr­heit der Bun­des­bür­ger die Zusam­men­ar­beit inner­halb der Bun­des­re­gie­rung kri­tisch sehen, ist für mich wirk­lich kei­ne Über­ra­schung”, bezieht sich der Abge­ord­ne­te Auern­ham­mer abschlie­ßend auf die Ergeb­nis­se einer FOR­SA-Umfra­ge.

Foto: Tobi­as Koch