Klare Haltung gegen Rechtsextremismus und Blick auf die Kommunalfinanzen  

von | 25. Juni 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Kreis­de­le­gier­ten­kon­fe­renz der SPD Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen mit Neu­wah­len

Winds­feld — Bei ihrer Kreis­de­le­gier­ten­kon­fe­renz im Moar­hof in Winds­feld, an der auch die Gene­ral­se­kre­tä­rin der Bay­ern-SPD, Kath­rin Pol­lack, teil­nahm, stell­te die SPD Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen die Wei­chen für die kom­men­den zwei Jah­re. Die Dele­gier­ten bestä­tig­ten die bis­he­ri­ge Dop­pel­spit­ze mit Harald Dösel und Tan­ja Tüt­ken in ihren Ämtern als Kreis­vor­sit­zen­de. Eben­falls wie­der­ge­wählt wur­de Tho­mas Rödi­ger als stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der. Neu in den Vor­stand rückt Göz­de Cömert aus Wei­ßen­burg als wei­te­re stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de nach. Als Bei­sit­zer fun­gie­ren Bei­sit­zer Ute Grimm (Soln­ho­fen), Taylan Yil­diz (Wei­ßen­burg), Tan­ja Raus-Freu­den­berg (Wei­ßen­burg), Paul Pfei­fer (Gun­zen­hau­sen) und Wer­ner Baum (Treucht­lin­gen). Tho­mas Fay (Wei­ßen­burg) wur­de als Kas­sier bestä­tigt. Als Revi­so­rin­nen und Revi­so­ren wur­den Cor­ne­lia Röhl (Gun­zen­hau­sen), Mari­an­ne Kol­ler (Ellin­gen) und Chris­ti­an Putsch­ky (Treucht­lin­gen) gewählt.  

In ihrem Gruß­wort spann­te die Gene­ral­se­kre­tä­rin der Bay­ern­SPD, Kat­rin Pol­lack, den Bogen von der aktu­el­len bun­des­po­li­ti­schen Lage bis hin zur Kom­mu­nal­po­li­tik vor Ort. Sie mach­te deut­lich, dass die SPD ange­sichts der Reform­dis­kus­si­on und des Drucks auf den Sozi­al­staat der­zeit vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ste­he, warb zugleich aber für Geschlos­sen­heit und Zuver­sicht. Wenn die SPD inhalt­lich gut arbei­te und ein gutes Per­so­nal­an­ge­bot mache, kön­ne sie auch gewin­nen. In die­sem Zusam­men­hang hob sie die Erfol­ge der Kreis-SPD und die SPD-Wahl­sie­ge von Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva Reisch­stadt und den bei­den Ers­ten Bür­ger­meis­tern Gün­gör Bul­duk in Ellin­gen und Tobi­as Eber­le in Soln­ho­fen her­vor.  

Die bei­den SPD-Kreis­vor­sit­zen­den Harald Dösel und Tan­ja Tüt­ken bewer­te­ten in ihrem gemein­sa­men Bericht das Wahl­er­geb­nis trotz leich­ter Ver­lus­te als Zei­chen für eine sta­bi­le Kreis-SPD. Ange­sichts des Ein­zugs einer völ­kisch-natio­na­lis­ti­schen Par­tei in den Kreis­tag sei der Ver­lust von ledig­lich einem Sitz kein Rück­schlag. Beson­ders hoben sie die erfolg­rei­che Wahl von Land­rat Mar­kus Glä­ser her­vor, der als über­par­tei­li­cher Kan­di­dat von einem Fün­fer­bünd­nis getra­gen wor­den sei und die Men­schen im Land­kreis über­zeugt habe. „Die­ser Erfolg sowie unser respek­ta­bles Kreis­tags­er­geb­nis zei­gen, dass die SPD wei­ter­hin ein wich­ti­ger poli­ti­scher Fak­tor im Land­kreis ist“, gab sich Tüt­ken selbst­be­wusst. Zudem ver­wie­sen die SPD-Kreis­vor­sit­zen­den auf Zuge­win­ne bei der Stadt­rats­wahl in Wei­ßen­burg, sta­bi­le Ergeb­nis­se in vie­len Kom­mu­nen und eine im mit­tel­frän­ki­schen Ver­gleich inzwi­schen über­durch­schnitt­li­che Posi­ti­on der SPD. Ins­ge­samt ver­fü­ge die Par­tei wei­ter­hin über eine robus­te Wäh­ler­ba­sis und habe mit ihren Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten ein über­zeu­gen­des per­so­nel­les Ange­bot prä­sen­tiert. 

Mit Blick auf die ange­spann­te Finanz­la­ge der Kom­mu­nen warn­te Harald Dösel davor, not­wen­di­ge Leis­tun­gen durch Kür­zun­gen im sozia­len Bereich und bei der Daseins­vor­sor­ge zu gefähr­den. Statt eines rei­nen Spar­kur­ses for­der­te er eine gerech­te­re Ver­tei­lung der finan­zi­el­len Las­ten zwi­schen Bund, Län­dern und Kom­mu­nen sowie höhe­re Bei­trä­ge von gro­ßen Ver­mö­gen, Erb­schaf­ten und Kapi­tal­erträ­gen. Der Uni­on warf er vor, die Debat­te über die enor­me Ver­mö­gens­un­gleich­heit in Deutsch­land und eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung öffent­li­cher Auf­ga­ben nur halb­her­zig zu füh­ren. Statt sich in Bay­ern wei­ter­hin für die „schwar­ze Null“ zu fei­ern, soll­ten CSU und auch FW lie­ber alles dafür tun, dass die Kom­mu­nen in Bay­ern finan­zi­ell bes­ser aus­ge­stat­tet wer­den. Dabei warn­te er: „Ohne aus­rei­chen­de Inves­ti­tio­nen und hand­lungs­fä­hi­ge Kom­mu­nen dro­hen nicht nur sozia­le Ver­wer­fun­gen, son­dern auch ein wei­te­rer Ver­trau­ens­ver­lust in die Demo­kra­tie.“

Mit deut­li­chen Wor­ten wand­ten sich Dösel und Tüt­ken zudem gegen die zuneh­men­de Nor­ma­li­sie­rung rechts­extre­mer Posi­tio­nen. Beson­ders scharf ver­ur­teil­ten sie den Auf­tritt des AfD-Poli­ti­kers Björn Höcke bei einer Ver­an­stal­tung in einer Gast­stät­te in Ale­sheim. „Höcke steht für Aus­gren­zung, Spal­tung und völ­ki­sches Den­ken und dür­fe nicht als gewöhn­li­cher Poli­ti­ker behan­delt wer­den. Er ist einer der schlimms­ten rech­ten Het­zer in unse­rem Land“, so der Wei­ßen­bur­ger Sozi­al­de­mo­krat Harald Dösel. Demo­kra­tie brau­che kla­re Gren­zen gegen­über ihren Fein­den, in den Par­la­men­ten und kom­mu­na­len Gre­mi­en genau­so wie in der Zivil­ge­sell­schaft.

Für inten­si­ve Dis­kus­sio­nen sorg­te die Ent­wick­lung rund um den Kli­nik­neu­bau in Wei­ßen­burg. In einer Sit­zung des Kreis­aus­schus­ses war bekannt gewor­den, dass die Kos­ten des Pro­jekts nach aktu­el­len Schät­zun­gen um rund 30 Mil­lio­nen Euro höher aus­fal­len als bis­lang ange­nom­men. Die Nach­richt habe vie­le Kreis­rä­tin­nen und Kreis­rä­te völ­lig unvor­be­rei­tet getrof­fen und im Gre­mi­um für erheb­li­che Irri­ta­tio­nen gesorgt.

SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Mat­thi­as Hertlein sprach in sei­nem Bericht von einem Vor­gang, der umfas­send auf­ge­ar­bei­tet wer­den müs­se. „Die­se Nach­richt ist im Kreis­tag ein­ge­schla­gen wie eine Bom­be. Bei einer Kos­ten­stei­ge­rung in die­ser Grö­ßen­ord­nung erwar­ten wir, dass die poli­ti­schen Gre­mi­en früh­zei­tig und voll­stän­dig infor­miert wer­den“, beton­te Hertlein.

Für die SPD-Kreis­tags­frak­ti­on gehe es dabei nicht um par­tei­po­li­ti­sche Schuld­zu­wei­sun­gen, son­dern um Trans­pa­renz und Ver­trau­en in poli­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se. „Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben ein Recht dar­auf, zu erfah­ren, wie es zu einer sol­chen Ent­wick­lung kom­men konn­te. Wir wer­den dar­auf drän­gen, dass die Abläu­fe voll­stän­dig auf­ge­ar­bei­tet wer­den und sich ein sol­cher Vor­gang nicht wie­der­holt“, so Hertlein wei­ter.  

Mit Blick auf die kom­men­den Jah­re kün­dig­ten die bei­den Kreis­vor­sit­zen­den an, den ein­ge­schla­ge­nen Kurs fort­set­zen zu wol­len. Die SPD wer­de wei­ter­hin für sozia­le Gerech­tig­keit, star­ke und hand­lungs­fä­hi­ge Kom­mu­nen sowie eine kla­re demo­kra­ti­sche Hal­tung ein­tre­ten.

Foto: SPD Mit­tel­fran­ken