Kommunale Verkehrswende — AGFK Bayern-Exkursion nach Gunzenhausen

von | 29. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen — Vor kur­zem führ­te eine ein­tä­gi­ge Exkur­si­on der AGFK Bay­ern mehr als 30 Rad­ver­kehrs- und Mobi­li­täts­be­auf­trag­te, Stadt- und Ver­kehrs­pla­ner sowie Sach­be­ar­bei­te­rin­nen und Sach­be­ar­bei­ter mit dem Schwer­punkt Rad­ver­kehrs­för­de­rung zu uns nach Gun­zen­hau­sen. Die Ver­an­stal­tung bot einen kom­pak­ten Über­blick dar­über, wie in einer Klein­stadt der Weg zu mehr nach­hal­ti­ger Mobi­li­tät gestal­tet wer­den kann und wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men dabei beson­ders wirk­sam sind.

„Mitt­ler­wei­le ist Gun­zen­hau­sen ein Best prac­ti­ce-Bei­spiel in Sachen Rad­ver­kehr“, beton­te Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „2018 wur­den wir als Grün­dungs­mit­glied der AGFK Bay­ern erst­mals als fahr­rad­freund­lich zer­ti­fi­ziert. Letz­tes Jahr wur­de die­ser Titel vor einer stren­gen Prüf­kom­mis­si­on erfolg­reich ver­tei­digt.“

Die Rezer­ti­fi­zie­rung zur fahr­rad­freund­li­chen Stadt ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit und bedurf­te gro­ßer Anstren­gun­gen. Die Prü­fe­rin­nen und Prü­fer über­zeug­ten die umfang­rei­chen Infra­struk­tur­maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung des Rad­ver­kehrs im Stadt­ge­biet und in den Orts­tei­len, die seit 2018 kon­ti­nu­ier­lich umge­setzt wur­den. Als aus­ge­zeich­net wur­den zudem die flä­chen­de­ckend instal­lier­ten Abstell­an­la­gen an öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wahr­ge­nom­men, außer­dem das kom­mu­na­le Las­ten­rad­ver­leih­sys­tem und das ehren­amt­li­che Senio­ren­rik­scha-Pro­jekt. „Gleich­zei­tig wur­de aber auch offen the­ma­ti­siert, dass trotz die­ser vie­len posi­ti­ven Aspek­te wei­ter­hin Hand­lungs­be­darf besteht“, erklär­te Haupt­amts­lei­ter und gleich­zei­tig Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­te der Stadt Gun­zen­hau­sen, Klaus Ste­phan. „Bei städ­te­bau­li­chen Maß­nah­men haben wir einen Blick auf alle Mobi­li­täts­ar­ten, u.a. auf das Fahr­rad. Unse­re Infra­struk­tur muss den wach­sen­den Bedarf an Zwei­rä­dern abbil­den und als wesent­li­ches Ele­ment der Ver­kehrs­wen­de berück­sich­ti­gen. So sind bei­spiels­wei­se gefähr­li­che Ver­kehrs­si­tua­tio­nen nach und nach zu ent­schär­fen, Que­rungs­stel­len ein­zu­rich­ten, wei­te­re Abstell­an­la­gen zu schaf­fen und die Ver­net­zung der Fort­be­we­gungs­mit­tel über­grei­fend kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern.“

Die Exkur­si­on der AGFK Bay­ern glie­der­te sich in einen theo­re­ti­schen und einen prak­ti­schen Teil. Im theo­re­ti­schen Teil hielt Klaus Ste­phan als städ­ti­scher Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­ter einen infor­ma­ti­ven Vor­trag zur kom­mu­na­len Mobi­li­täts­wen­de und zur fahr­rad­freund­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung der öffent­li­chen Infra­struk­tur in Gun­zen­hau­sen zwi­schen 2015 bis 2025. Dabei wur­de nach­voll­zieh­bar dar­ge­stellt, wel­che stra­te­gi­schen Ent­schei­dun­gen, För­der­instru­men­te und Betei­li­gungs­for­ma­te auf dem Weg zur nach­hal­ti­ge­ren kom­mu­na­len Mobi­li­tät eine Rol­le gespielt haben.

Im prak­ti­schen Teil folg­te eine beglei­te­te Fahr­rad­tour durch Gun­zen­hau­sen, bei der vor Ort anschau­li­che Pra­xis­bei­spie­le vor­ge­stellt wur­den – vom neu gestal­te­ten Ein- und Aus­fahr­be­reich Marktplatz/Saumarkt bis hin zum ent­schärf­ten „Schar­fen Eck“.

Ein zen­tra­ler Mehr­wert der Exkur­si­on war dazu der infor­mel­le, locke­re Aus­tausch in zwang­lo­ser Atmo­sphä­re. So konn­ten Pra­xis­er­fah­run­gen dis­ku­tiert und erfolg­rei­che Pro­jek­te aus­führ­lich bespro­chen wer­den. Teil­neh­men­de erhiel­ten so nicht nur Erkennt­nis­se zu kon­kre­ten Maß­nah­men, son­dern zeit­gleich Ein­bli­cke, wie Rad­ver­kehrs­för­de­rung unter begrenz­ten Res­sour­cen in einer klei­ne­ren Kom­mu­ne gelin­gen kann.

Als Fazit lässt sich fest­hal­ten, dass die vie­len umge­setz­ten Pro­jek­te und Maß­nah­men in Gun­zen­hau­sen eine spür­ba­re Wir­kung ent­fal­ten. Zugleich mach­te die Exkur­si­on deut­lich, dass die Mobi­li­täts­wen­de ein fort­lau­fen­der Pro­zess bleibt, der stän­di­ge Anpas­sung, Bür­ger­be­tei­li­gung und beharr­li­ches poli­ti­sches Han­deln erfor­dert. Die Ver­an­stal­tung hat gezeigt, dass der gemein­sa­me Blick über den Tel­ler­rand wert­vol­le Impul­se für die Pra­xis lie­fert und den Aus­tausch unter Fach­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen nach­hal­tig stärkt.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen zur Radl­stadt Gun­zen­hau­sen fin­den Sie unter www.gunzenhausen.de/radlstadt-gunzenhausen.html. Die AGFK Bay­ern ist unter www.agfk-bayern.de z fin­den.

Bild­un­ter­schrift: Hol­ger Schmidt, stv. Geschäfts­füh­rer der AGFK Bay­ern, lob­te in sei­ner Begrü­ßungs­re­de die nach­hal­ti­ge För­de­rung des Rad­ver­kehrs in der Stadt Gun­zen­hau­sen. Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser