Kommunalwahl in Gunzenhausen

von | 21. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Mehr Brief­wäh­ler, weni­ger Wahl­lo­ka­le

Gun­zen­hau­sen — Brief­wahl­un­ter­la­gen kön­nen mitt­ler­wei­le ohne Anga­be eines Grun­des bei der zustän­di­gen Behör­de ange­for­dert wer­den. Im Online-Zeit­al­ter ist das bequem per Maus­klick oder mit dem Han­dy mög­lich. Das geän­der­te Wahl­ver­hal­ten hat Aus­wir­kun­gen auf den gan­zen Pro­zess und die Orga­ni­sa­ti­on der Wah­len. Denn vie­ler­orts kom­men nur noch weni­ge Men­schen per­sön­lich ins Wahl­lo­kal, so auch in der Stadt Gun­zen­hau­sen. Bei der Kom­mu­nal­wahl am 8. März 2026 rech­nen wir mit einem Brief­wahl­an­teil von mehr als 60 % – und pas­sen dem­entspre­chend die Stimm­be­zir­ke an.

„Immer öfter machen die Men­schen ihr Kreuz in aller Ruhe zuhau­se am Küchen­tisch“, erklärt Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „In das Wahl­lo­kal vor Ort kom­men weni­ger Men­schen, im glei­chen Zug brau­chen wir jedoch mehr Hel­fen­de in der Brief­wahl, z.B. für das Stim­men­aus­zäh­len oder um die Gül­tig­keit der Stimm­zet­tel zu kon­trol­lie­ren. Mehr Bür­ge­rin­nen und Bür­ger für das Ehren­amt zu ver­pflich­ten, stößt inzwi­schen an sei­ne Gren­zen. Wir haben uns daher für eine Ana­ly­se und anschlie­ßen­de Über­ar­bei­tung der Stimm­be­zir­ke ent­schie­den. Im Ergeb­nis brau­chen wir sechs Brief­wahl­lo­ka­le mehr und wer­den im Gegen­zug dafür eini­ge ört­li­che Wahl­lo­ka­le zusam­men­le­gen.“

In der Stadt Gun­zen­hau­sen leben rund 13.000 Wahl­be­rech­tig­te, die Wahl­be­tei­li­gung liegt erfah­rungs­ge­mäß und unter Her­an­zie­hung der letz­ten Kom­mu­nal­wah­len bei ca. 55 bis 65 %. Bereits bei der letz­ten Wahl im Jahr 2020 hat­ten wir mehr Brief- als Urnen­wäh­ler. Letz­te­re mach­ten in den 15 Wahl­lo­ka­len in den Orts­tei­len gera­de noch 20 % vom Gesamt­wäh­ler­auf­kom­men aus. „Hier muss­ten wir zwin­gend was tun, denn die Ten­denz zeigt wei­ter nach unten“, ergänzt Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Vor­ge­ge­ben sind min­des­tens 150 Wahl­be­rech­tig­te je Stimm­be­zirk, dazu sol­len die Räu­me mög­lichst bar­rie­re­frei sein. Wenn am Wahl­tag aller­dings nur noch weni­ge Men­schen in das Wahl­lo­kal kom­men, kann im schlimms­ten Fall das Wahl­ge­heim­nis bedroht sein. Zur nächs­ten Wahl pas­sen wir daher die Stimm­be­zir­ke an, erhö­hen die Anzahl an Brief­wahl­lo­ka­len und redu­zie­ren gleich­zei­tig die Urnen­wahl­lo­ka­le.“

Auf der Wahl­be­nach­rich­ti­gung ist der Ort ange­ge­ben, an dem der Berech­tig­te wäh­len gehen darf. Hier gilt es sich vor dem Urnen­gang schlau zu machen, denn am 8. März 2026 ist das „alte“ Wahl­lo­kal even­tu­ell nicht geöff­net. So wie das Wahl­lo­kal „Simon-Mari­us-Gym­na­si­um“, wel­ches künf­tig weg­fal­len wird. Die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler wer­den auf die Urnen­wahl­lo­ka­le „vhs-Bil­dungs­zen­trum“, „Ste­pha­ni-Schu­le“, „Burk­hard-von-Secken­dorff-Heim“ und „Spar­kas­se Markt­platz“ auf­ge­teilt.

Auch das Wahl­lo­kal „VR Bank südl. Fran­ken“ wird am Tag der Kom­mu­nal­wahl nicht genutzt wer­den. Ersetzt wird es vom Wahl­lo­kal „Advent­ge­mein­de“ in der Bahn­hof­stra­ße 37, wel­ches auch die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler aus Schlun­gen­hof bedient. Das dor­ti­ge Wahl­lo­kal „Auto­haus Feil“ hat am 8. März 2026 geschlos­sen, bei künf­ti­gen Wah­len wird zwi­schen den Wahl­lo­ka­len in Schlun­gen­hof und der Advent­ge­mein­de gewech­selt. „Wür­den wir wei­ter­hin alle Wahl­lo­ka­le offen­hal­ten und gleich­zei­tig neue Brief­wahl­lo­ka­le auf­ma­chen, dann müss­ten wir zusätz­li­che Wahl­hel­fen­de ver­pflich­ten“, so Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz. „Dabei geht die Sche­re zwi­schen Hel­fer und der Anzahl an Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler immer wei­ter aus­ein­an­der. Bei der letz­ten Kom­mu­nal­wahl wur­de die Brief­wahl, die rund 60 % aus­mach­te, von rund 39 % der Wahl­hel­fen­den aus­ge­zählt. Die übri­gen 40 % von den ande­ren 61 %. Die­ses Ungleich­ge­wicht wird nun ange­passt.“

Die Wahl­lo­ka­le „Aha, Gemein­de­haus“ und „Pflaum­feld, FFW-Haus“ wer­den zur Kom­mu­nal­wahl zusam­men­ge­legt. Auch hier wird künf­tig hin und her gewech­selt, am 8. März 2026 wird das Urnen­wahl­lo­kal in Aha geöff­net sein.

Ähn­li­ches gilt für die Wahl­lo­ka­le „Büchel­berg, FFW-Haus“ und „Lau­ben­ze­del, Gast­haus Karl“. Auch dort wer­den Räum­lich­kei­ten zusam­men­ge­führt, was kon­kret bedeu­tet, dass die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler aus den Orts­tei­len Büchel­berg und Lau­ben­ze­del in den bar­rie­re­frei­en Räum­lich­kei­ten der „Werk­statt für behin­der­te Men­schen“ ihr Kreuz machen kön­nen. Künf­tig wird ein Wech­sel zwi­schen der Werk­statt für behin­der­te Men­schen und einer Räum­lich­keit in Büchel­berg erfol­gen.

Das Wahl­lo­kal für die Orts­tei­le „Cron­heim, Stet­ten und Nord­stet­ten“ wird zur Kom­mu­nal­wahl in den bar­rie­re­frei­en Räum­lich­kei­ten „Stet­ten Hir­ten­haus“ ein­ge­rich­tet. „Cron­heim, FFW-Haus“ wird auf­ge­löst. Auch hier ist künf­tig ein Wech­sel der Wahl­lo­ka­le vor­stell­bar, aktu­ell feh­len in Cron­heim aller­dings bar­rie­re­freie Räum­lich­kei­ten. „Mit Orts­spre­che­rin Bea­te Schli­cker sind wir des­we­gen natür­lich im engen Aus­tausch. Ich bin fro­hen Mutes, dass wir hier eine gute Lösung fin­den wer­den“, so der Ers­te Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz.

Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler aus Streu­dorf und Wald wer­den im bar­rie­re­frei­en Wahl­lo­kal „Wald, Gemein­de­haus“ abstim­men kön­nen. Das bis­he­ri­ge Wahl­lo­kal „Streu­dorf, Gemein­de­haus“ wird nicht mehr bedient. Bei der nächs­ten Wahl ist die Ein­rich­tung eines Wahl­lo­kals im gemein­sa­men Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus Wald/Streudorf geplant.

Die Stadt Gun­zen­hau­sen wird vor­aus­sicht­lich einen kos­ten­lo­sen Bus­shut­tle zwi­schen den Ort­schaf­ten und Wahl­lo­ka­len anbie­ten. Wei­ter­ge­hen­de Infor­ma­tio­nen zur Kom­mu­nal­wahl in der Stadt Gun­zen­hau­sen erhal­ten Sie unter www.gunzenhausen.de/wahlen.html.

Foto: Bri­git­te Dorr