Nessi Tausendschön mit herrlich Belanglosem in der KUFA
Roth — Eigentlich hatte es sich Frau Tausendschön in der Lethargie schön eingerichtet und sich vorgenommen, mit dem Hündchen und der wegen exzessiven Genusskochens und Brotbackens fortgeschrittenen Verfettung der Verrentung entgegen zu dämmern. Doch daraus wird nichts: Dass noch genug Kreativität vorhanden ist, will sie am Samstag, den 25. Oktober, um 20.00 Uhr, in der Kulturfabrik beweisen.
Zwar nicht so ungestüm wie gewohnt, aber doch so, dass die von der Irrelevanz zerrupfte Künstlerinnenseele in Genugtuung und Freude baden kann. Was tut die Menschheit seit mehr als einem Jahr? Was machen Politikerinnen, Kassiererinnen und die Fußballer? Sie alle eiern herum – und Nessi Tausendschön eiert mit. Sie hat es beim Rumeiern sogar bis zur Perfektion gebracht, niemand eiert so schön und bühnentauglich wie sie. Ihre Themen sind u.a. Verkehrsinseln, unsere Sprache, Gleichberechtigung, die Bepflanzung von Vorgärten und die leidige Politik. Es ist offensichtlich, wie verletzlich wir sind, wie sehr wir voneinander
abhängen und wie wir von unseren eigenen Unzulänglichkeiten durchgeschüttelt werden. Aus den größten Krisen heraus entstehen oftmals die kreativsten Ideen, so sagt man. Und so sitzt Frau Tausendschön schon eit zwei Sommern im Garten und wartet auf Inspiration. Eine Kaktusblüte ist deshalb so schön und so betörend, weil es vorher ein Jahr lang karg war.
Und wenn Sie am Ende des Abends dasitzen und sich fragen: Worum ging es eigentlich? So kann dies vielleicht an dieser Stelle erklärt werden, denn Frau Tausendschön kann es nicht. Sicher ist, dass Sie sich sagen werden: Frau Tausendschön hat mir einen trüben Abend begrünt, an dem ich auch hätte zu Hause bleiben können. Und wer immer noch nicht weiß, was zu erwarten ist:
es wird lustig. Vielleicht auch melancholisch. Rumeiern eben.
Karten gibt es an den bekannten eventim-Vorverkaufsstellen, online über eventim.de, bei sowie in Roth bei Bücher Genniges und Buchhandlung Feuerlein und an der Abendkasse. Reservierung unter Tel. 09171 848–714.
Foto: Carsten Bockermann


