kunststoffcampus bayern in Weißenburg: Von der Idee über die Gründung bis zur Neuausrichtung 2025

von | 26. August 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg — Der „kunst­stoff­cam­pus bay­ern“ in Wei­ßen­burg fei­ert in die­sem Jahr sein zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Das Pro­jekt, wel­ches in der Amts­zeit von Alt­land­rat Ger­hard Wäge­mann ver­wirk­licht wur­de, mach­te Wei­ßen­burg zur Hoch­schul­stadt und ebne­te den Weg für neue beruf­li­che Mög­lich­kei­ten – in einer Regi­on, in der das The­ma Kunststoff(verarbeitung) eine grö­ße­re wirt­schaft­li­che Rol­le spielt als andern­orts. In Zusam­men­ar­beit mit der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Deg­gen­dorf und der Hoch­schu­le Ans­bach hat man im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt zahl­rei­che Fach­kräf­te aus­ge­bil­det sowie den Tech­no­lo­gien­trans­fer in den länd­li­chen Raum gestärkt. Und trotz­dem möch­te man sich in Wei­ßen­burg nicht mit dem Erreich­ten zufrie­den­ge­ben – und hat des­halb kon­kre­te Zukunfts­plä­ne für eine teil­wei­se Neu­aus­rich­tung des Cam­pus noch in die­sem Jahr.

Der kunst­stoff­cam­pus bay­ern ist eine bay­ern­weit ein­ma­li­ge Bildungs‑ und For­schungs­ein­rich­tung, die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung, aka­de­mi­sche Stu­di­en­gän­ge und ange­wand­te Tech­no­lo­gie kom­bi­niert. Bis­lang wur­de der Cam­pus gemein­sam von der TH Deg­gen­dorf sowie der HS Ans­bach als Koope­ra­ti­ons­part­ner betrie­ben. Die For­schungs- und Ent­wick­lungs­ak­ti­vi­tä­ten der TH Deg­gen­dorf sowie die Stu­di­en- und beruf­li­che Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten der HS Ans­bach wur­den dabei unter einem Dach gebün­delt. Die Ziel­set­zung des Cam­pus ist es bis heu­te, die Wettbewerbs‑ und Inno­va­ti­ons­kraft der regio­na­len Kunst­stoff­in­dus­trie zu stär­ken und hoch­qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te aus­zu­bil­den. Trei­ben­de Kräf­te zur Instal­la­ti­on des Cam­pus in Wei­ßen­burg waren sei­ner­zeit Land­rat Franz-Xaver Uhl sowie der heu­ti­ge Alt­land­rat Ger­hard Wäge­mann. Noch als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter hat­te Wäge­mann die Wei­chen für den kunst­stoff­cam­pus gestellt und die Umset­zung anschlie­ßend – als Land­rat – aktiv unter­stützt. Der Spa­ten­stich für den Neu­bau im Indus­trie­ge­biet Wei­ßen­burg fand am 27. Sep­tem­ber 2013 statt. Nach einer Bau­zeit von etwa andert­halb Jah­ren konn­te das neue Gebäu­de am 27. März 2015 offi­zi­ell ein­ge­weiht wer­den. Der heu­ti­ge Land­rat Manu­el West­phal beglei­te­te die­se Ereig­nis­se als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter.

Kunst­stoff­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken: Pra­xis­na­he Aus- und Fort­bil­dung

Dass es in Alt­mühl­fran­ken einen Bedarf nach ange­wand­ter For­schung und Leh­re im Bereich Kunst­stoff gab und gibt ist unbe­strit­ten. Schließ­lich ist Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung der wich­tigs­te Indus­trie­zweig in der Regi­on. Zahl­rei­che Unter­neh­men aus die­sem Bereich sind hier ansäs­sig und pro­du­zie­ren hier. Da erscheint es nur sinn­voll, dass man in der Regi­on auch dar­um bemüht ist, Wis­sen und Know-how an den Stand­ort zu holen und auch dort zu hal­ten. Die Kom­bi­na­ti­on von theo­re­tisch ver­mit­tel­tem Wis­sen und einer pra­xis­ori­en­tier­ten Anwen­dung spiel­te dabei von vorn­her­ein eine wesent­li­che Rol­le in den Über­le­gun­gen.

Ein gro­ßer Fokus lag dabei von Beginn auch auf der berufs­be­glei­ten­den Wei­ter­bil­dung auf Hoch­schul­ni­veau. Egal ob als Wei­ter­bil­dung oder als dua­les Stu­di­um bei einem Pra­xis­part­ner direkt nach dem Abitur. So ermög­licht etwa seit 2013 der Bache­lor-Stu­di­en­gang „Ange­wand­te Kunst­stoff­tech­nik“ den berufs­be­glei­ten­den Erwerb eines Hoch­schul­ab­schlus­ses im Bereich Kunst­stoff­tech­nik. Fach­lich breit auf­ge­stellt und pra­xis­ori­en­tiert berei­tet das Stu­di­um auf einen viel­fäl­ti­gen Ein­satz in der Kunst­stoff­in­dus­trie vor.

Inge­nieur­wis­sen­schaft­li­che und betriebs­wirt­schaft­li­che Grund­la­gen wer­den dabei mit Modu­len zur Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung und Pro­fil­mo­du­len ergänzt. Als wei­te­re Ergän­zung des Port­fo­li­os ist zudem seit Som­mer 2025 der Prä­senz-Mas­ter­stu­di­en­gang „Sus­taina­bi­li­ty in Poly­mer Tech­no­lo­gy“ ver­füg­bar. Vom Design, der Pro­dukt­ent­wick­lung und ‑prü­fung über die Pro­duk­ti­on hin zum nach­hal­ti­gen Recy­cling wer­den dort alle Berei­che der Poly­mer­tech­nik abge­bil­det. Neben dem gro­ßen Fokus auf Kunst­stoff wird am Cam­pus seit 2014 auch noch eine wei­te­re Stu­di­en­al­ter­na­ti­ve gebo­ten. Der berufs­be­glei­ten­de Bache­lor “Stra­te­gi­sches Manage­ment” ver­mit­telt rele­van­te Inhal­te für eine Aus­bil­dung von qua­li­fi­zier­ten Füh­rungs­kräf­ten des mitt­le­ren und obe­ren Manage­ments. Die Bilanz des Stu­di­en­zen­trums kann sich sehen las­sen: knapp 250 Stu­den­ten sowie 138 Absol­ven­ten – alle berufs­be­glei­tend! Die genann­ten Stu­di­en­an­ge­bo­te bie­ten Fach­kräf­ten aus dem Bereich Kunst­stoff sowie jun­gen inter­es­sier­ten Schul­ab­gän­gern eine fun­dier­te Aus- und Wei­ter­bil­dung mit ent­spre­chen­den Zukunfts­per­spek­ti­ven in einer der größ­ten Kunst­stoff-Regio­nen Deutsch­lands. So schafft man die Grund­la­ge für inno­va­ti­ve Ent­wick­lun­gen und die zukünf­ti­ge Wett­be­werbs­fä­hig­keit der hei­mi­schen Unter­neh­men aus der Kunst­stoff­bran­che sowie wei­te­ren regio­na­len Bran­chen.

Teil­wei­se Neu­aus­rich­tung ab 2025 – Inves­ti­ti­on in die Zukunft

Doch die Welt ist nicht ste­hen geblie­ben in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren. Vor dem Hin­ter­grund sich wan­deln­der tech­no­lo­gi­scher und wirt­schaft­li­cher Anfor­de­run­gen sehen die Ver­ant­wort­li­chen nun den rich­ti­gen Zeit­punkt, den Cam­pus gezielt wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Neu­aus­rich­tung soll sicher­stel­len, dass der Cam­pus auch künf­tig für zukunfts­wei­sen­de Impul­se für die Kunst­stoff­in­dus­trie und Nach­wuchs­för­de­rung in der Regi­on Alt­mühl­fran­ken sor­gen kann. Des­halb haben die Ver­ant­wort­li­chen am kunst­stoff­cam­pus bay­ern in den ver­gan­ge­nen Mona­ten inten­siv an einer Wei­ter­ent­wick­lung gear­bei­tet. Ab Herbst 2025 über­nimmt die Hoch­schu­le Ans­bach, die bereits das Stu­di­en­zen­trum ver­ant­wor­tet, auch die Lei­tung des Tech­no­lo­gie­zen­trums – und damit die Gesamt­ver­ant­wor­tung für den gesam­ten Cam­pus. Die­se Neu­aus­rich­tung stellt eine kla­re Inves­ti­ti­on in die Zukunft dar: für die Siche­rung von Fach­kräf­ten, die Stär­kung regio­na­ler Inno­va­ti­ons­kraft und die nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Wirt­schafts­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken und dar­über hin­aus. Im Zuge der Neu­auf­stel­lung wird das Kom­pe­tenz­pro­fil des Tech­no­lo­gie­zen­trums geschärft und der Stand­ort per­so­nell aus­ge­baut. Zen­tra­le inhalt­li­che Säu­len bil­den künf­tig die bei­den Kom­pe­tenz­fel­der „Smart Poly­mer Sys­tems“ (z. B. für Medi­zin­tech­nik oder Auto­mo­ti­ve) sowie „Pro­tec­ti­ve Poly­mer Sys­tems“ (z. B. für Medi­zin, Ver­tei­di­gung oder Recy­cling). Dazu kommt eine geziel­te per­so­nel­le Ver­stär­kung: Geplant sind u. a. zwei Pro­fes­su­ren für Kunst­stoff­tech­nik, eine Pro­fes­sur für nach­hal­ti­ge Kunst­stoff­tech­nik sowie eine für Ana­ly­tik und Werk­stoff­kun­de.

Land­rat Manu­el West­phal zeig­te sich mit den Ent­wick­lungs­schrit­ten der ver­gan­ge­nen Mona­te zufrie­den: „Der kunst­stoff­cam­pus bay­ern in Wei­ßen­burg wird mit die­ser geziel­ten Neu­aus­rich­tung kon­se­quent wei­ter­ent­wi­ckelt und sein Pro­fil noch geziel­ter auf die Anfor­de­run­gen unse­rer Regi­on und der heu­ti­gen Zeit ange­passt.“

Auch Alt-Land­rat Ger­hard Wäge­mann fand loben­de Wor­te: „Es freut mich zu sehen, dass man am kunst­stoff­cam­pus in Wei­ßen­burg auch bereit ist, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Mit die­ser stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung stellt der Cam­pus früh­zei­tig die Wei­chen für künf­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen in Tech­no­lo­gie, Wirt­schaft und Bil­dung.“

Bild­un­ter­schrift: Freu­en sich über die Neu­aus­rich­tung des kunst­stoff­cam­pus bay­ern in Wei­ßen­burg – Land­rat Manu­el West­phal und Alt­land­rat Ger­hard Wäge­mann, der sei­ner­zeit die Wei­chen für das Pro­jekt gestellt hat­te. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen