Landrat besucht Folienspezialist in Gunzenhausen

von | 19. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Land­rat Manu­el West­phal hat das Unter­neh­men Ver­pa Folie in Gun­zen­hau­sen besucht. Dabei gab das inter­na­tio­nal agie­ren­de Fami­li­en­un­ter­neh­men dem Land­rat und den Wirt­schafts­för­de­rern der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken einen Ein­blick in ihr Unter­neh­men und stell­te ihr inno­va­ti­ves Nach­hal­tig­keits­kon­zept vor.

Im Jahr 1979 grün­de­te Joa­chim Bau­mann zusam­men mit Peter Grie­bel die Ver­pa GmbH als Han­dels­be­trieb im ober­frän­ki­schen Weid­hau­sen. Seit­dem stei­ger­te das Unter­neh­men sei­ne Pro­duk­ti­on von anfäng­lich 80 Ton­nen Monats­pro­duk­ti­on auf eine jähr­li­che Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät von inzwi­schen mehr als 65.000 Ton­nen. 1999 ließ sich das wach­sen­de Unter­neh­men am ehe­ma­li­gen Stand­ort des All­plas­tik Kunst­stoff­werks in Gun­zen­hau­sen nie­der und wird dort als inter­na­tio­nal agie­ren­des frän­ki­sches Fami­li­en­un­ter­neh­men geführt. Auf acht Stand­or­te – unter ande­rem in den USA, Schweiz, Polen und Tsche­chi­en – erstreckt sich das Unter­neh­men mitt­ler­wei­le. In Gun­zen­hau­sen wur­de nun die neue Ver­sand­hal­le in Betrieb genom­men. „Mit der neu­en Ver­sand­hal­le konn­ten wir die effi­zi­en­te Abwick­lung von Auf­trä­gen im Ver­sand merk­lich stei­gern“, freut sich Geschäfts­füh­rer André Bau­mann. Die Pro­dukt­pa­let­te der Fir­ma reicht über Foli­en aller Art für ver­schie­dens­te Ein­satz­zwe­cke, wel­che in zehn Far­ben bedruckt wer­den kön­nen. Für nahe­zu jedes Ver­pa­ckungs­pro­blem gibt es heu­te spe­zi­el­le Ver­pa­lin-Typen, die erheb­li­che Ein­spar­po­ten­zia­le bie­ten.

Von den ins­ge­samt etwa 600 Mit­ar­bei­ten­den sind rund 250 im Werk in Gun­zen­hau­sen beschäf­tigt. Mit über 50 Aus­zu­bil­den­den ist Ver­pa ein enga­gier­ter Aus­bil­dungs­be­trieb, der für eige­ne star­ke Fach­kräf­te sorgt. Die Mög­lich­keit an Aus­bil­dungs­be­ru­fen ist dabei breit: Kauf­män­ni­sche Aus­bil­dungs­be­ru­fe wie Indus­trie­kauf­mann und Fach­kraft für Lager­lo­gis­tik wer­den eben­so aus­ge­bil­det wie Beru­fe im gewerb­li­chen Bereich – bei­spiels­wei­se Elek­tro­ni­ker, Indus­trie­me­cha­ni­ker oder Ver­fah­rens­me­cha­ni­ker für Kunst­stoff- und Kau­tschuk­tech­nik.

Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist das Nach­hal­tig­keits­kon­zept der Fir­ma, das sie zum Inno­va­ti­ons­füh­rer für nach­hal­ti­ge Foli­en­lö­sun­gen macht. Ver­pa Folie weiß um die Ver­ant­wor­tung in Bezug auf nach­hal­ti­ges Han­deln. Des­halb bau­en sie bei ihren Leit­li­ni­en auf die drei Dimen­sio­nen der Nach­hal­tig­keit: Öko­lo­gie, Öko­no­mie und Sozia­les. Öko­lo­gie meint hier, so viel wie mög­lich an Res­sour­cen zu spa­ren. Die Redu­zie­rung der Foli­en­stär­ke wirkt sich auf die Kos­ten­er­spar­nis und damit auf die Öko­no­mie der Fir­ma aus. Durch Mate­ri­al­stär­ken-Opti­mie­run­gen kann der Roh­stoff­ge­brauch um bis zu 40.000 Ton­nen pro Jahr redu­ziert wer­den.

Noch mehr Nach­hal­tig­keit durch recy­cel­te, bio­ba­sier­te und bio­lo­gisch abbau­ba­re Foli­en­lö­sun­gen

Als beson­ders nach­hal­tig wird die Ver­pa­lin Green Life Auto­ma­ten­fo­lie gese­hen, wel­che in zwei Vari­an­ten pro­du­ziert wird. In der ers­ten Vari­an­te wird die Folie aus bis zu 100 Pro­zent wie­der­ver­wer­te­ten Kunst­stof­fen pro­du­ziert. Über einen geschlos­se­nen Wert­stoff­kreis­lauf wer­den die ver­wen­de­ten Alt­fo­li­en zurück­ge­nom­men, zu Gra­nu­lat ver­ar­bei­tet und fin­den so Wie­der­ver­wen­dung in neu­en Foli­en. Bei der zwei­ten Vari­an­te wird die Green-Life-Folie aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt. Eine Neu­heit in der Pro­dukt­pa­let­te ist die Ver­pa­lin Bio­Na­tur Pla­s­tics als ein bio­lo­gisch abbau­ba­rer Mul­ti-Envi­ron­ment-Kunst­stoff. Das orga­ni­sche Mate­ri­al macht einen bio­lo­gi­schen Abbau die­ser Folie inner­halb von fünf bis zehn Jah­ren mög­lich. Pro­du­ziert wird inzwi­schen aus­schließ­lich mit Öko­strom – so kommt man auch dem Ziel, bis 2025 kom­plett CO2-neu­tral zu pro­du­zie­ren, Schritt für Schritt näher. Fol­ge­rich­tig ist Ver­pa auch Mit­glied im Netz­werk „UNNA – Unter­neh­mer­initia­ti­ve Nach­hal­tig­keit und CO2-Neu­tra­li­tät für Alt­mühl­fran­ken“. UNNA gibt den Unter­neh­men der Regi­on eine Platt­form zum Aus­tausch und zur Wei­ter­ent­wick­lung einer CO2-neu­tra­len Pro­duk­ti­on. Selbst die Klei­dung der Mit­ar­bei­ten­den ist nach­hal­tig gefer­tigt. Wert­schät­zung erfah­ren die Mit­ar­bei­ten­den auch durch diver­se Zusatz­leis­tun­gen. So pro­fi­tie­ren die Beschäf­tig­ten von Alt­mühl­fran­ken-Gut­schei­nen als geld­wer­ten Vor­teil. Beson­ders ger­ne wird auch das betriebs­in­ter­ne Auto-Lea­sing-Modell in Anspruch genom­men.

Ver­pa konn­te den Land­rat davon über­zeu­gen, dass qua­li­ta­ti­ve Pro­duk­ti­on und inno­va­ti­ve Nach­hal­tig­keits­kon­zep­te wun­der­bar zusam­men­wir­ken und sich nicht gegen­sei­tig aus­schlie­ßen. „Wir bli­cken span­nend in die Zukunft, wel­che inno­va­ti­ven Neu­hei­ten die Fir­ma noch ent­wi­ckeln wird, um die Pro­duk­ti­on im umwelt­sen­si­blen Kunst­stoff­be­reich noch kli­ma­freund­li­cher wer­den zu las­sen. Ver­pa geht hier einen vor­bild­li­chen Weg“, so Land­rat West­phal.

Bild­un­ter­schrift: Land­rat Manu­el West­phal zwi­schen den bei­den Geschäfts­füh­rern Tho­mas Greb­ner (r.) und André Bau­mann (3. v. r.) mit Sohn Max Bau­mann (2. v. l.) besich­tig­te mit den Wirt­schafts­för­de­rern der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken, Sabi­ne Unter­land­staett­ner (3. v. l.) und Sebas­ti­an Regens­bur­ger (l.) die Fir­ma Ver­pa Folie Gun­zen­hau­sen GmbH. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen