Landrat besucht Rhodius in Weißenburg

von | 25. Juni 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Land­rat Manu­el West­phal hat die Fir­ma GDW Rho­di­us KMS GmbH in Wei­ßen­burg besucht. Für die Zukunfts­fel­der rund um die Erneu­er­ba­ren Ener­gien bei Elek­tro­ly­se­ver­fah­ren für die Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on und mit Schwer­punkt auf der Abschei­de-/Se­pa­ra­ti­ons­tech­nik ist Rho­di­us sehr gut auf­ge­stellt.

Das Unter­neh­men kann auf eine fast 100-jäh­ri­ge Geschich­te zurück­bli­cken. 1925 wur­de es von Max Rho­di­us am Stand­ort in Wei­ßen­burg gegrün­det. Über die Jah­re wur­de das Haupt­pro­duk­ti­ons­feld der Draht­ge­stri­cke erwei­tert. Rho­di­us agier­te zwi­schen­zeit­lich auch als Zulie­fe­rer für Air­bag Fil­ter­tech­nik­sys­te­me im auto­mo­ti­ven Bereich und hat sich aktu­ell für die Pro­duk­ti­on von kri­ti­schen Kom­po­nen­ten für Elek­tro­ly­seu­re zur Was­ser­stoff­er­zeu­gung viel­ver­spre­chend posi­tio­niert. Auch kun­den­spe­zi­fi­sche Sepa­ra­ti­ons­lö­sun­gen, bei­spiels­wei­se Fil­ter­kas­set­ten für Absaug­an­la­gen oder Trop­fen­ab­schei­der sind ein wei­te­res Haupt­ge­schäfts­feld des Unter­neh­mens.

Im ver­gan­ge­nen Jahr dann eine Hiobs­bot­schaft für die Wirt­schaft im Land­kreis: Rho­di­us muss Insol­venz anmel­den. „In die­sem Zusam­men­hang ist wich­tig, dass das Werk in Wei­ßen­burg, wo eben kei­ne Tei­le für den Auto­mo­ti­ve-Bereich pro­du­ziert wur­den, über Jah­re hin­weg zuver­läs­sig posi­ti­ve Geschäfts­zah­len erwirt­schaf­tet hat. Die Umsatz­zie­le am Stand­ort Wei­ßen­burg wur­den letz­tes Jahr sogar deut­lich über­trof­fen“, ist es Geschäfts­füh­rer Mar­tin Dun­kel wich­tig zu erwäh­nen. Nicht wei­ter ver­wun­der­lich ist also, dass für das Wei­ßen­bur­ger Werk in Rekord­tem­po ein pas­sen­der Inter­es­sent für die erfolg­rei­che und nach­hal­ti­ge Wei­ter­füh­rung des Geschäfts­be­trie­bes gefun­den wur­de.

Das ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men Gerard Dani­el World­wi­de (GDW) – gegrün­det von deut­schen Ein­wan­de­rern in die USA – hat Rho­di­us in Wei­ßen­burg mit sei­ner Spar­te Knit­ted Mesh and Sepa­ra­ti­on, kurz KMS, über­nom­men. „Wir sind mit dem neu­en Eigen­tü­mer sehr zufrie­den“, so Geschäfts­füh­rer Dun­kel und Betriebs­rats­vor­sit­zen­der Heinz Würth über­ein­stim­mend.

Rho­di­us aus guten Grün­den wei­ter­hin Bestand­teil des Fir­men­na­mens

War­um Rho­di­us auch wei­ter­hin im Unter­neh­mens­na­men auf­taucht, hat gute Grün­de: Der Name Rho­di­us ist in Fach­krei­sen bei den ver­fah­rens­tech­ni­schen Pro­duk­ten posi­tiv belegt und ein fest ver­an­ker­ter Begriff für Qua­li­tät. Der „Rho­di­us-Abschei­der“ ist bei Fach­leu­ten ein Mar­ken­na­me, der sich im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch zu einem Syn­onym für ihr Pro­dukt ent­wi­ckelt hat. Ähn­lich wie bei­spiel­wei­se ein bekann­ter Nuss-Nou­gat-Auf­strich, der Mar­ken­na­me eines Papier­ta­schen­tuch-Her­stel­lers oder ein bekann­tes Lip­pen­pfle­ge­pro­dukt in Form eines Zylin­ders. Für GDW ist die neue KMS-Spar­te, sprich die Her­stel­lung von Draht­ge­strick eine idea­le Ergän­zung zu ihrem Geschäfts­feld des Draht­we­bens. „Ist das Draht­stri­cken von der Tech­nik her ver­gleich­bar mit dem Sockenstri­cken, so ist das Draht­we­ben vom tech­ni­schen Pro­zess her ver­gleich­bar wie die Her­stel­lung eines Tep­pichs mit dem Webe­stuhl“, macht Ver­triebs­lei­ter Chris­ti­an Schmidt das tech­ni­sche Prin­zip hin­ter den Geschäfts­be­rei­chen ganz ein­fach ver­ständ­lich. Der neu for­mu­lier­te Unter­neh­mens­na­me „GDW Rho­di­us KMS GmbH“ ist somit eine logi­sche Zusam­men­set­zung aus Inha­ber, Mar­ke und Geschäfts­be­reich.

Neben der Pro­duk­ti­on von Seri­en­tei­len ist die Stär­ke von Rho­di­us, dass gemein­sam mit nam­haf­ten Kun­den indi­vi­du­el­le und pass­ge­naue Lösun­gen sowie maß­ge­schnei­der­te Pro­duk­te ent­wi­ckelt wer­den. „Wir sind qua­si eine Manu­fak­tur“, erklärt Dun­kel beim Rund­gang durch die Fer­ti­gung. Und tat­säch­lich wer­den die ein­zel­nen Draht­ge­stri­cke zum Teil noch von Hand bear­bei­tet sowie auch inno­va­ti­ve Pro­dukt­um­set­zungs­ideen für anspruchs­vol­le Kun­den ent­wi­ckelt. Dabei kom­men je nach Anwen­dungs­ge­biet neben Metal­len auch Gestri­cke aus Kunst­stof­fen oder kom­bi­nier­te Lösun­gen aus Metal­len und Kunst­stof­fen zum Ein­satz. Gemein­sam mit der Geschäfts­füh­rung lei­tet ein jun­ges moti­vier­tes Team das Unter­neh­men, ver­ant­wort­lich für die Fer­ti­gung, Ent­wick­lung sowie den Ver­trieb.

Rho­di­us auf dem Weg zum IG-Metall Tarif

Der stell­ver­tre­ten­de Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Heinz Würth betont das posi­ti­ve, trans­pa­ren­te Mit­ein­an­der, auch das Bekennt­nis zum Tarif der IG-Metall mit ent­spre­chen­den Sozi­al­leis­tun­gen wird von der gesam­ten Beleg­schaft posi­tiv auf­ge­nom­men. Da man im Zukunfts­feld der Erneu­er­ba­ren Ener­gien her­vor­ra­gend auf­ge­stellt ist, sind die Zie­le klar: Die Pro­duk­ti­on und damit ein­her­ge­hend die Zahl der Mit­ar­bei­ten­den wird kon­ti­nu­ier­lich gestei­gert. Wie selbst­ver­ständ­lich beton­te Werk­lei­ter Armin Pit­zer, die aktu­ell gute Auf­trags­si­tua­ti­on und gute Ent­wick­lung der Mit­ar­bei­ter­an­zahl von der­zeit über 80 Ange­stell­ten.

Qua­li­fi­ka­ti­on wich­tigs­ter Bestand­teil für die Zukunft von Rho­di­us

Auch das The­ma Aus­bil­dung soll in den nächs­ten Jah­ren stär­ker in den Fokus rücken. „Für den Aus­bau unse­rer Geschäfts­tä­tig­kei­ten in den Zukunfts­fel­dern wol­len wir durch eigens aus­ge­bil­de­tes Fach­per­so­nal stark am Markt ver­tre­ten sein“, betont Dun­kel. Der­zeit bie­tet das Unter­neh­men Aus­bil­dungs­plät­ze für IT-Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren, tech­ni­sche Pro­dukt­de­si­gner und für Indus­trie­kauf­leu­te an.

„Bei der Beleg­schaft spürt man förm­lich die posi­ti­ve Grund­stim­mung“, ist Land­rat West­phal beein­druckt. Wei­ter wünscht er den Unter­neh­mens­ver­tre­tern, ihre Zie­le zu errei­chen und mit Rho­di­us nun posi­tiv und erfolg­reich in die Zukunft zu gehen.

Bild­un­ter­schrift: Land­rat Manu­el West­phal und den Wirt­schafts­för­de­rern des Land­krei­ses Sabi­ne Unter­land­staett­ner (2.v.l.), Sebas­ti­an Regens­bur­ger (r.) wur­den bei der Werks­be­sich­ti­gung die Fer­ti­gung, Beson­der­hei­ten und Ein­satz­zwe­cke unter­schied­li­cher Pro­duk­te der Fil­ter- und Sepa­ra­ti­ons­tech­nik aus Draht­ge­strick gezeigt. Im Bild von Rho­di­us: Werk­lei­ter Armin Pit­zer (l.), stellv. Betriebs­rats­vor­sit­zen­der Heinz Würth (3.v.l.), kauf­män­ni­scher Lei­ter Hel­mut Lobin­ger (4.v.l.), Geschäfts­füh­rer Dr. Mar­tin Dun­kel (4.v.r.) und Ver­triebs­lei­ter Chris­ti­an Schmidt (2.v.r.). Foto: GDW Rho­di­us KMS / Lena Mey­er-Kress