Landrat Manuel Westphal besucht ABEL Wellpappe in Form aus Westheim

von | 8. Oktober 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Die Fir­ma ABEL Well­pap­pe in Form aus West­heim pro­du­ziert maß­ge­schnei­der­te Lösun­gen für unter­schied­lichs­te Ver­pa­ckungs­an­for­de­run­gen. Mit den hoch­prä­zi­sen Form­tei­len und Well­papp­pols­tern kann so gut wie jede indi­vi­du­el­le Kun­den­an­for­de­rung bedient wer­den. Seit der Fir­men­grün­dung im Jahr 1997 hat man sich so zu einem mit­tel­stän­di­schen Betrieb mit der­zeit rund 70 Mit­ar­bei­ten­den ent­wi­ckelt. Davon ver­schaff­te sich Land­rat Manu­el West­phal zusam­men mit der Wirt­schafts­för­de­rung beim kürz­li­chen Unter­neh­mens­be­such selbst einen Ein­druck.

Bei ABEL Well­pap­pe in Form ist vie­les aus dem eige­nen Pro­dukt – also aus Well­pap­pe – gefer­tigt. Egal ob es die Stüh­le sind, auf denen man beim Unter­neh­mens­be­such sitzt, der Gar­de­ro­ben­stän­der, an dem die Ange­stell­ten ihre Jacken auf­hän­gen kön­nen oder die Deko-Ele­men­te an den Wän­den im moder­nen Fir­men­sitz in West­heim. Vie­le die­ser Acces­soires wer­den auch des Öfte­ren von Kun­den ange­fragt – vor allem auf Mes­sen. Für Fir­men­grün­der Roland Abel sind sie jedoch nur eine Spie­le­rei. „Unser Fokus liegt ein­deu­tig auf Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen“, bestä­tigt der 62-Jäh­ri­ge mit einem Schmun­zeln.

Kon­ti­nu­ier­li­che Ent­wick­lung

Seit 1997 pro­du­ziert man die nach­hal­ti­gen Pro­duk­te nun am Stand­ort in West­heim – und das mit gro­ßem Erfolg. Die Fami­lie war bereits vor der eigent­li­chen Unter­neh­mens­grün­dung mit einem klei­ne­ren Betrieb im Bereich Kar­to­na­gen tätig. Bei einer abend­li­chen Dis­kus­si­on am Fami­li­en­tisch ent­stand dann schließ­lich die Idee zu den Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen aus Well­pap­pe. Roland Abel ver­folg­te die Idee wei­ter und ent­wi­ckel­te ers­te Pro­to­ty­pen. Von die­sen Mus­ter­tei­len ver­sen­de­te Abel dann sei­ner­zeit 30 Pake­te an Ver­pa­ckungs­un­ter­neh­men, von 28 Fir­men kamen Anfra­gen zurück – der Start einer Erfolgs­ge­schich­te.

Mit dem Erfolg kam auch das kon­ti­nu­ier­li­che Wachs­tum: Bei der Unter­neh­mens­grün­dung star­te­te man mit über­schau­ba­rem Bud­get und nur einer Maschi­ne – bald folg­ten wei­te­re. Eine Rei­he an indi­vi­du­el­len Pro­duk­ten ent­stand und mit den ers­ten Mes­se­auf­trit­ten, etwa auf der FACHPACK in Nürn­berg, wur­de man einem brei­te­ren Publi­kum bekannt. Heu­te wird bei ABEL in 8 Hal­len auf rund 10.000 m² Well­pap­pe in ver­schie­de­nen Stär­ken zu kon­tur­ge­nau­en Form­tei­len ver­ar­bei­tet.

Indi­vi­du­el­le Pro­duk­te dank spe­zia­li­sier­ter Tech­nik

Die Kun­den kom­mu­ni­zie­ren ihre Vor­stel­lun­gen dabei sehr prä­zi­se an das Unter­neh­men: Ent­we­der wer­den die indi­vi­du­el­len For­men und Anfor­de­run­gen der gewünsch­ten Tei­le schrift­lich über­mit­telt oder es wer­den bau­glei­che Tei­le aus Plas­tik an die Fir­ma gesen­det. Inzwi­schen wer­den die rele­van­ten Daten aber häu­fig auch gleich als 3D-Modell zur Ver­fü­gung gestellt. Um auch wirk­lich so gut wie jeden Kun­den­wunsch erfül­len zu kön­nen, setzt ABEL dabei auf eine spe­zi­el­le Schnei­de­tech­nik. „Die­se Tech­nik hat die Her­stel­lung kon­tur­ge­schnit­te­ner Well­papp­form­tei­le revo­lu­tio­niert. Denn sie kommt ohne nen­nens­wer­te Werk­zeug­kos­ten aus und ermög­licht gleich­zei­tig hoch­prä­zi­se Zuschnit­te“, erklärt Roland Abel. Doch spe­zi­el­le Anfor­de­run­gen erfor­dern auch spe­zi­el­le Maschi­nen, und die­se gibt es für gewöhn­lich nicht „vom Band“. Des­we­gen arbei­tet ABEL hier­bei fast aus­schließ­lich mit indi­vi­dua­li­sier­ten Maschi­nen, wel­che genau auf die Ansprü­che des Unter­neh­mens abge­stimmt sind. Neben den Schnei­de­ma­schi­nen gehö­ren auch eine Trock­nungs­kam­mer sowie eine Leim­stra­ße zum Inven­tar der Pro­duk­ti­on.

Eige­ne Ent­wick­lungs­ab­tei­lung und die nächs­te Gene­ra­ti­on

Die blo­ße Pro­duk­ti­on reicht dem West­hei­mer Unter­neh­men dabei jedoch nicht aus – man möch­te auch beim The­ma Tech­no­lo­gie wei­ter­hin füh­rend blei­ben. Des­halb fin­det sich unter den der­zeit rund 70 Ange­stell­ten auch eine Grup­pe von Ent­wick­lern, die kon­ti­nu­ier­lich an neu­en Ver­fah­ren und Ver­bes­se­run­gen arbei­tet. Die­se haus­ei­ge­ne Ent­wick­lungs­ab­tei­lung ermög­licht es, Kun­den bereits in der frü­hen Pla­nungs­pha­se ein­zu­bin­den und sie von der ers­ten Idee bis hin zur fer­ti­gen Lösung umfas­send zu beglei­ten. Das freut neben Roland Abel auch sei­ne Toch­ter Selin Abel, die ihren Vater seit 2024 als Pro­ku­ris­tin unter­stützt und auf Sicht die Nach­fol­ge als Geschäfts­füh­re­rin antre­ten möch­te. Die 27-Jäh­ri­ge, die über einen Mas­ter-Abschluss in „Entre­pre­neur­ship & Inno­va­ti­on“ ver­fügt, ist mit Herz­blut im Fami­li­en­be­trieb dabei und sam­melt der­zeit wich­ti­ge Erfah­run­gen. „Ich möch­te unse­re Fir­ma nach­hal­tig und zukunfts­ori­en­tiert auf­stel­len, dafür muss und möch­te ich wis­sen, wovon ich spre­che. Des­halb ist es mir so wich­tig, alle Unter­neh­mens­be­rei­che haut­nah mit­zu­er­le­ben“, sagt die jun­ge Frau selbst­be­wusst.

Nach­hal­ti­ges Mate­ri­al und Fokus auf Öko­lo­gie

Nach­hal­tig­keit spielt bei ABEL auch noch in einem ande­ren Bereich eine gro­ße Rol­le: näm­lich beim eige­nen Mate­ri­al. Die ver­ar­bei­te­te Well­pap­pe wird dabei aus nahe­zu 100 Pro­zent Alt­pa­pier her­ge­stellt. Das Aus­schuss­ma­te­ri­al aus der Pro­duk­ti­on wird anschlie­ßend an eine Papier­fa­brik gelie­fert, wo es geschred­dert und recy­celt wird. So ist die Pro­duk­ti­on weit­ge­hend CO²-neu­tral. Ziel des Unter­neh­mens ist es, die ein­ge­setz­te Men­ge an Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al so gering wie mög­lich zu hal­ten, ohne den Schutz oder die Sta­bi­li­tät der Pro­duk­te zu beein­träch­ti­gen. Dazu wer­den Lösun­gen ent­wi­ckelt, die einer­seits auf das jewei­li­ge Pro­dukt zuge­schnit­ten, ande­rer­seits aber auch modu­lar und viel­sei­tig ein­setz­bar sind. Ergänzt wird der öko­lo­gi­sche Ansatz durch Strom aus eige­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen.

Neue Märk­te und Zukunfts­plä­ne

Die Kom­bi­na­ti­on aus Qua­li­tät und Know-how lässt das Unter­neh­men der­zeit auf sta­bi­len Füßen ste­hen. Trotz­dem hält man bei ABEL stets die Augen für wei­te­re Ent­wick­lungs­op­tio­nen offen. Kürz­lich hat man den Markt in Öster­reich für sich erschlos­sen. Zudem gene­riert man aus grö­ße­ren Auf­trä­gen – wel­che über einen Zeit­raum von meh­re­ren Jah­ren lau­fen – eine gewis­se Pla­nungs­si­cher­heit. Alles in allem blickt man in West­heim also durch­aus opti­mis­tisch in die Zukunft. Der­zeit sind zwar noch kei­ne kon­kre­ten, wei­te­ren Bau­maß­nah­men geplant, per­spek­ti­visch kann man sich aber durch­aus vor­stel­len das aktu­ell 10.000 m² gro­ße Betriebs­ge­län­de noch­mals zu erwei­tern. In die­sem Fall wür­de ver­mut­lich auch Platz für neue Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze ent­ste­hen. Aktu­ell beschäf­tigt man eine Aus­zu­bil­den­de als Tech­ni­sche Pro­dukt­de­si­gne­rin. Mit Blick auf die Fach­kräf­te von mor­gen wür­de man in Zukunft aber auch ger­ne wei­te­re Aus­bil­dungs­stel­len – unter ande­rem als Pack­mit­tel­tech­no­lo­ge, Maschi­nen- und Anla­gen­füh­rer oder Indus­trie­kauf­mann beset­zen.

Das wür­de sicher­lich auch Lena Deff­ner, die in der Wirt­schafts­för­de­rung des Land­krei­ses den Bereich Fach­kräf­te­si­che­rung ver­ant­wor­tet, begrü­ßen. „ABEL bie­tet mit einer Rei­he an inter­es­san­ten Aus­bil­dungs­be­ru­fen eine tol­le Mög­lich­keit für jun­ge Men­schen, um ihre Kar­rie­re zu star­ten. Wer den per­sön­li­chen Kon­takt sucht, fin­det die Fir­ma auch am 22. Novem­ber auf der Berufs­aus­bil­dungs­mes­se (BAM) am Stand­ort Gun­zen­hau­sen“, so Deff­ner.

Auch Land­rat Manu­el West­phal zeig­te sich beim Besuch in West­heim beein­druckt: „Bei ABEL wird nun seit fast 30 Jah­ren mit Inno­va­ti­ons­geist, Nach­hal­tig­keit und unter­neh­me­ri­schem Mut gear­bei­tet. Es freut mich ein sol­ches Unter­neh­men in der Wirt­schafts­re­gi­on Alt­mühl­fran­ken zu haben.“

Bild­un­ter­schrift: Fir­men­grün­der Roland Abel gab Land­rat Manu­el West­phal beim Unter­neh­mens­be­such in West­heim einen Ein­blick in Lager und Pro­duk­ti­on. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Nico Kögel