Landwirtschaft und Klimawandel: Agrarsozialer Arbeitskreis der ELJ (ASA) informierte über alternative Kulturpflanzen

von | 19. März 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Tri­es­dorf (red). Der Ein­la­dung des ASA Roth-Schwa­bach folg­ten knapp 50 Teil­neh­mer ins Kuh­ca­fé Mäben­berg (Geor­gens­gmünd). Dr. Klaus Fleiß­ner vom Insti­tut für Pflan­zen­bau und Pflan­zen­züch­tung der Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL) refe­rier­te über das The­ma “Land­wirt­schaft in Tro­cken­la­gen und alter­na­ti­ve Kul­tur­pflan­zen in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels”.

Dr. Fleiß­ner bezeich­ne­te den Kli­ma­wan­del als “Schreck­ge­spenst” der Land­wirt­schaft, zeig­te jedoch zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten auf, wie man die­sem im Acker­bau begeg­nen kann. Er forsch­te und leb­te 28 Jah­re lang in Nami­bia, einem der tro­ckens­ten Län­der der Welt. Frü­her waren Tro­cken­jah­re in Mit­tel­eu­ro­pa die Aus­nah­me, in Zukunft wer­den die­se aber eher die Regel sein, wie schon in den Jah­ren 2019, 2020 und 2022.

Erd­nuss, Augen­boh­ne und Sesam: „Future crops“ in der Erpro­bung

In Schwar­zen­au hat die LfL ein For­schungs­zen­trum ange­sie­delt, wel­ches pra­xis­ori­en­tier­te Lösun­gen für Land­wirt­schaft in Tro­cken­la­gen ent­wi­ckelt. Hier wer­den Sor­ten- und Füt­te­rungs­ver­su­che durch­ge­führt sowie Ver­mark­tungs­mög­lich­kei­ten neu­er Pro­duk­te aus­ge­lo­tet. Die For­schungs­schwer­punk­te lie­gen bei den Feld­früch­ten Kör­ner­hir­se, sowie den “Future crops” Erd­nuss, Augen­boh­ne, Sesam, Schwarz­küm­mel und Tro­cken­reis. Die­se sind sehr tro­cken­to­le­rant, ber­gen jedoch Pro­ble­me im Anbau bezüg­lich Pilz­er­kran­kun­gen (Kreuz­küm­mel und Kicher­erb­se) oder Vogel­fraß (Perl­hir­se).

Tief­wurz­ler im bio­lo­gi­schen Vor­teil

Etwa 98% des auf­ge­nom­me­nen Was­sers einer Pflan­ze geht über die Spalt­öff­nun­gen ver­lo­ren, da es ver­dampft. Die Tro­cken­heits­to­le­ranz der vor­ge­stell­ten „future crops“-Kulturen liegt vor allem in der Aus­bil­dung von Pfahl­wur­zeln, die zum Bei­spiel bei der Augen­boh­ne schon acht Wochen nach der Aus­saat 2,4m tief in den Boden ragen.

For­schung zu dür­re­resis­ten­ten Feld­früch­ten noch in den Kin­der­schu­hen

Jedoch steht die For­schung noch ganz am Anfang, so Fleiß­ner. Auch bei den gän­gi­gen Kul­tur­pflan­zen wie Mais und Kar­tof­fel dau­er­te es hun­der­te Jah­re, bis sie die heu­ti­gen Erträ­ge erbrach­ten. Und auch ihr Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al ist noch nicht kom­plett erschlos­sen: Beim Mais wer­den in Schwar­zen­au Stand­raum­ver­tei­lungs­ver­su­che unter­nom­men, wo die­ser im Ver­satz gesät wird, um einen frü­he­ren Rei­hen­schluss zu errei­chen.

Kon­ser­vie­ren­de Boden­be­ar­bei­tung als Über­gangs­lö­sung

Schnel­le Erfol­ge zum Schutz vor Tro­cken­heit sind durch eine kon­ser­vie­ren­de Boden­be­ar­bei­tung zu erzie­len. Das bedeu­tet, Anzahl und Tie­fe zu redu­zie­ren. Außer­dem hel­fen eine gute Boden­be­de­ckung und ein hoher Humus­ge­halt, die Infil­tra­ti­on und somit eine Redu­zie­rung des Ober­flä­chen­was­ser Abflus­ses zu ver­bes­sern. Laut Dr. Fleiß­ner wer­den auch die mul­ti­funk­tio­na­len Agro­forst­sys­te­me an Bedeu­tung gewin­nen. Zum Ende des Vor­trags dank­ten ASA Lan­des­vor­sit­zen­de Andrea Feu­er­stein und Mar­tin Röß­ler (Vor­sit­zen­der des ASA KV Roth- Schwa­bach) dem Refe­ren­ten Dr. Fleiß­ner für die span­nen­den Aus­bli­cke.

Bild­un­ter­schrift: Mar­tin Röß­ler, Vor­sit­zen­der des ASA Roth-Schwa­bach dankt dem Refe­ren­ten Dr. Fleiß­ner (rechts) für den span­nen­den Vor­trag Land­wirt­schaft in Tro­cken­la­gen und alter­na­ti­ve Kul­tur­pflan­zen in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels. Foto: Evan­ge­li­sche Land­ju­gend (ELJ)