Vortrag über Cannabis und seine Risiken an der FOSBOS
Weißenburg — Im Rahmen des Projekts „Apotheke macht Schule“ fand ein vom Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) unterstützter informativer Vortrag zum Thema Cannabis vor den Schülern der Richtung Gesundheitswissenschaften an der FOSBOS Weißenburg statt.
Pharmazeutin Angela Goldmann von der Frosch Apotheke Roth hielt diesen Vortrag unter dem Titel „Lass das Gras auf der Wiese“ und klärte fachlich fundiert über die Wirkungen, Risiken und Folgen des Cannabiskonsums auf.
Goldmann zeigte auf, dass ein Cannabiskonsum in Deutschland im Altersbereich der Schülerinnen und Schüler weit verbreitet ist. Laut aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2025 haben 9,3 % der 12- bis 17-Jährigen bereits Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Bei den 18- bis 25-Jährigen steigt der Anteil auf über 50 %. Insbesondere männliche Jugendliche konsumieren häufiger als junge Frauen. Der Konsum ist in den vergangenen Jahren angestiegen.
Im weiteren Verlauf des Vortrags ging Goldmann auf die Inhaltsstoffe von Cannabis ein. Cannabis enthält unter anderem die bekannten Wirkstoffe THC und CBD. Dabei wirkt THC berauschend und psychoaktiv, während CBD eher sediert und somit die Wirkung von THC teilweise abschwächen kann. Außerdem wurde auf die verschiedenen Cannabisprodukte wie Marihuana, Haschisch oder Haschisch-Öl, die sich vor allem aufgrund des verschiedenen THC-Gehalts unterscheiden, eingegangen. Durch gezielte Züchtung und moderne Anbaumethoden steigt der THC-Gehalt in vielen Produkten heute immer weiter an.
Besonders interessant für die Schüler waren die Ausführung Goldmanns über die Wirkung von Cannabis im menschlichen Körper. THC bindet an dieselben Rezeptoren wie die körpereigenen Endocannabinoide an, die eigentlich, wichtige Aufgaben im Nervensystem übernehmen. Dadurch kann Cannabis die Wahrnehmung, Konzentration und Stimmung beeinflussen. Die Referentin machte deutlich, dass die Wirkung sowohl positiv als auch negativ erlebt werden kann. Manche Menschen fühlen sich entspannt oder euphorisch, andere reagieren mit Angst, schlechter Stimmung oder eingeschränkter Wahrnehmung. Dabei verstärkt Cannabis oft die Stimmung, in der sich eine Person beim Konsum befindet.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags waren die gesundheitlichen Risiken von Cannabis. Regelmäßiger Konsum kann zu Konzentrationsproblemen, Gedächtnisstörungen und psychischen Erkrankungen führen. Besonders Jugendliche sind gefährdet, da sich das menschliche Gehirn bis zum 25. Lebensjahr noch entwickelt und THC diese Reifeprozesse stören kann. Wichtig dabei: Etwa neun Prozent der Konsumierenden werden abhängig. Typische Warnsignale für einen problematischen Konsum äußern sich unter anderem in Zeichen wie der Vernachlässigung von Schule, Hobbys oder sozialen Kontakten. Ein stabiles soziales Umfeld, konsumfreie Freizeitaktivitäten und gesundes Selbstbewusstsein führte Goldmann als wichtige Schutzfaktoren an, die Konsum verhindern.
Die Schüler der 11. Jahrgangsstufe der Richtung Gesundheit erhielten darüber hinaus wichtige Informationen zum pharmazeutischen Einsatz von Cannabis. Dieser Einsatz konnte von Goldmann mit ihren Erfahrungen aus der Arbeit in der Apotheke praxisbezogen veranschaulicht werden. Aus Sicht der Schüler war der Vortrag ein wertvoller Beitrag zur Aufklärung über dieses wichtige Thema.
Bildunterschrift: Angela Goldmann vor den Schülern der Richtung Gesundheitswissenschaften. Foto: FOSBOS Weißenburg


