Lass das Gras auf der Wiese

von | 29. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Vor­trag über Can­na­bis und sei­ne Risi­ken an der FOSBOS

Wei­ßen­burg — Im Rah­men des Pro­jekts „Apo­the­ke macht Schu­le“ fand ein vom Wis­sen­schaft­li­chen Insti­tut für Prä­ven­ti­on im Gesund­heits­we­sen (WIPIG) unter­stütz­ter infor­ma­ti­ver Vor­trag zum The­ma Can­na­bis vor den Schü­lern der Rich­tung Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten an der FOSBOS Wei­ßen­burg statt.

Phar­ma­zeu­tin Ange­la Gold­mann von der Frosch Apo­the­ke Roth hielt die­sen Vor­trag unter dem Titel „Lass das Gras auf der Wie­se“ und klär­te fach­lich fun­diert über die Wir­kun­gen, Risi­ken und Fol­gen des Can­na­bis­kon­sums auf.

Gold­mann zeig­te auf, dass ein Can­na­bis­kon­sum in Deutsch­land im Alters­be­reich der Schü­le­rin­nen und Schü­ler weit ver­brei­tet ist. Laut aktu­el­len Zah­len aus dem Jahr 2025 haben 9,3 % der 12- bis 17-Jäh­ri­gen bereits Erfah­run­gen mit Can­na­bis gemacht. Bei den 18- bis 25-Jäh­ri­gen steigt der Anteil auf über 50 %. Ins­be­son­de­re männ­li­che Jugend­li­che kon­su­mie­ren häu­fi­ger als jun­ge Frau­en. Der Kon­sum ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ange­stie­gen.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Vor­trags ging Gold­mann auf die Inhalts­stof­fe von Can­na­bis ein. Can­na­bis ent­hält unter ande­rem die bekann­ten Wirk­stof­fe THC und CBD. Dabei wirkt THC berau­schend und psy­cho­ak­tiv, wäh­rend CBD eher sediert und somit die Wir­kung von THC teil­wei­se abschwä­chen kann. Außer­dem wur­de auf die ver­schie­de­nen Can­na­bis­pro­duk­te wie Mari­hua­na, Haschisch oder Haschisch-Öl, die sich vor allem auf­grund des ver­schie­de­nen THC-Gehalts unter­schei­den, ein­ge­gan­gen. Durch geziel­te Züch­tung und moder­ne Anbau­me­tho­den steigt der THC-Gehalt in vie­len Pro­duk­ten heu­te immer wei­ter an.

Beson­ders inter­es­sant für die Schü­ler waren die Aus­füh­rung Gold­manns über die Wir­kung von Can­na­bis im mensch­li­chen Kör­per. THC bin­det an die­sel­ben Rezep­to­ren wie die kör­per­ei­ge­nen Endo­can­na­bi­no­ide an, die eigent­lich, wich­ti­ge Auf­ga­ben im Ner­ven­sys­tem über­neh­men. Dadurch kann Can­na­bis die Wahr­neh­mung, Kon­zen­tra­ti­on und Stim­mung beein­flus­sen. Die Refe­ren­tin mach­te deut­lich, dass die Wir­kung sowohl posi­tiv als auch nega­tiv erlebt wer­den kann. Man­che Men­schen füh­len sich ent­spannt oder eupho­risch, ande­re reagie­ren mit Angst, schlech­ter Stim­mung oder ein­ge­schränk­ter Wahr­neh­mung. Dabei ver­stärkt Can­na­bis oft die Stim­mung, in der sich eine Per­son beim Kon­sum befin­det.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt des Vor­trags waren die gesund­heit­li­chen Risi­ken von Can­na­bis. Regel­mä­ßi­ger Kon­sum kann zu Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­men, Gedächt­nis­stö­run­gen und psy­chi­schen Erkran­kun­gen füh­ren. Beson­ders Jugend­li­che sind gefähr­det, da sich das mensch­li­che Gehirn bis zum 25. Lebens­jahr noch ent­wi­ckelt und THC die­se Rei­fe­pro­zes­se stö­ren kann. Wich­tig dabei: Etwa neun Pro­zent der Kon­su­mie­ren­den wer­den abhän­gig. Typi­sche Warn­si­gna­le für einen pro­ble­ma­ti­schen Kon­sum äußern sich unter ande­rem in Zei­chen wie der Ver­nach­läs­si­gung von Schu­le, Hob­bys oder sozia­len Kon­tak­ten. Ein sta­bi­les sozia­les Umfeld, kon­sum­freie Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und gesun­des Selbst­be­wusst­sein führ­te Gold­mann als wich­ti­ge Schutz­fak­to­ren an, die Kon­sum ver­hin­dern.

Die Schü­ler der 11. Jahr­gangs­stu­fe der Rich­tung Gesund­heit erhiel­ten dar­über hin­aus wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zum phar­ma­zeu­ti­schen Ein­satz von Can­na­bis. Die­ser Ein­satz konn­te von Gold­mann mit ihren Erfah­run­gen aus der Arbeit in der Apo­the­ke pra­xis­be­zo­gen ver­an­schau­licht wer­den. Aus Sicht der Schü­ler war der Vor­trag ein wert­vol­ler Bei­trag zur Auf­klä­rung über die­ses wich­ti­ge The­ma.

Bild­un­ter­schrift: Ange­la Gold­mann vor den Schü­lern der Rich­tung Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten. Foto: FOSBOS Wei­ßen­burg