Literarische Senkrechtstarter, Bestseller und der ein oder andere Geheimtipp

von | 12. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Beim Lite­ra­tur­ca­fé in der Stadt- und Schul­bü­che­rei prä­sen­tier­ten Bücher­fans 18 Neu­erschei­nun­gen

Gun­zen­hau­sen — Freu­de an Lite­ra­tur kann anste­ckend sein. Beim Lite­ra­tur­ca­fé in der Stadt- und Schul­bü­che­rei grei­fen die Test­le­se­rin­nen und Test­le­ser auf per­sön­li­che Lese­er­fah­run­gen zurück, mach­ten Lust auf Neu­erschei­nun­gen und fin­den auch kri­ti­sche Wor­te. 13 Bücher­fans ergrif­fen dies­mal das Wort und es gab — vom schwe­di­schen Thril­ler, über hoch­ge­lob­te his­to­ri­sche Roma­ne bis zu lite­ra­ri­schen Senk­recht­star­tern eine inter­es­san­te Aus­wahl.

Mit dabei unter ande­rem die Fami­li­en­sa­ga „Lazar“ des erst 22 Jah­re alten Autors Nelio Bie­der­mann. Mel­e­na Ren­ner konn­te sich auch für die sprach­li­che Qua­li­tät die­ses mit zahl­rei­chen Bezü­gen zur Zeit­ge­schich­te ange­rei­cher­ten Romans begeis­tern.  Gut gemach­te his­to­ri­sche Roma­ne müs­sen nicht unbe­dingt dicke Wäl­zer sein – so die Erfah­rung von Zena Wiehn bei der Lek­tü­re von „Wachs“ von Chris­ti­ne Wun­ni­ke. Erzählt wird von der ehr­gei­zi­gen Marie, die im Frank­reich des 18. Jahr­hun­derts unbe­dingt viel über die Ana­to­mie des Men­schen ler­nen möch­te.

Eben­so wie „Wachs“ war auch der Roman „Haus zur Son­ne“ von Tho­mas Mel­le auf der Short­list zum Deut­schen Buch­preis. Mari­an­ne Nata­lis erzähl­te mit Humor von ihren etwas stra­pa­ziö­sen Lese­er­fah­run­gen, denn in die­sem Roman kommt man der Haupt­fi­gur und sei­nen Schil­de­run­gen von Depres­si­on und Todes­sehn­sucht sehr nah.

Ein Saat­gut-Bun­ker auf einer Insel nahe der Ant­ark­tis ist von der Über­flu­tung bedroht und ein Wis­sen­schaft­ler kämpft mit sei­nen Kin­dern um die Ret­tung des gene­ti­schen Erbes, das hier ver­wahrt wird. Da wird eine schiff­brü­chi­ge Frau am Strand gefun­den und es wird klar: Die Per­so­nen auf der Insel haben etwas zu ver­ber­gen… Tina Ellin­ger mag alle Roma­ne von Char­lot­te McCo­nag­hy und gibt eine abso­lu­te Lese­emp­feh­lung für „Die Ret­tung“.

In die nörd­li­che Pol­re­gi­on Kana­das führt der Roman „Wo das Eis nie­mals schmilzt“ von Inke­ri Mark­ku­la. Ulri­ke Fischer emp­fahl die­sen Roman, der unter ande­rem Tren­nung indi­ge­ner Kin­der von ihren Eltern, die ohne deren Wis­sen an Adop­tiv­el­tern ver­mit­telt wur­den, the­ma­ti­siert.

Einen guten Start hat nach Mei­nung von Chris­ti­ne Höl­le die Kri­mi-Autorin Susan­ne Tägd­er. Im zwei­ten Fall für Haupt­kom­mis­sar Arno Groth muss er das Ver­schwin­den eines elf­jäh­ri­gen Jun­gens auf­klä­ren. Schau­platz ist eine Plat­ten­bau-Sied­lung in Meck­len­burg und man erfährt viel über Pro­ble­me im Osten Deutsch­lands in den frü­hen 1990er Jah­ren.

Ganz und gar nicht gut weg kam aus der Sicht von Kers­tin Zels „Die Insel“, ein Thril­ler von Ulf Kvens­ler. Viel zu lachen gab es bei ihrer klei­nen Spiel­sze­ne. In einem fik­ti­ven Dia­log berich­tet sie einer Freun­din von der Müh­sal und der Freu­de, beim Lite­ra­tur­ca­fé schwe­di­sche Thril­ler vor­stel­len zu müs­sen.

Gut gefal­len hat Mari­on Hin­de­rer die reso­lu­te Titel­fi­gur „Else“ im Roman von Katha­ri­na Zorn und Frit­zi Bau­er. In den 1960-er Jah­ren, in einer Zeit, in der west­deut­sche Frau­en noch eine Erlaub­nis ihres Ehe­manns brauch­ten, wenn sie einer Arbeit nach­ge­hen durf­ten, star­te­te Else ihre beruf­li­che Lauf­bahn als Frank­furts ers­te weib­li­che Taxi­fah­re­rin.

Viel Gefühl kann Julia Engel­mann ver­mit­teln. Han­na Kre­ke­l­er berich­te­te mit viel Wär­me von der ers­ten gro­ßen Lie­be der Teen­age­rin Char­lie. In dem Unter­hal­tungs­ro­man „Him­mel ohne Ende“ greift die aus der Poet­ry-Slam-Sze­ne bekannt Julia Engel­mann das The­ma Aus­gren­zung und Ein­sam­keit im Jugend­al­ter auf.

Anek­do­ti­sches, Lebens­ge­schich­ten und viel selbst Erleb­tes wird bei Fer­di­nand von Schi­rach „Der stil­le Freund“ zum The­ma aus­ge­feil­ter Lite­ra­tur. Bir­git Franz hat­te mit Begeis­te­rung den Erzähl­band gele­sen und berich­te­te aus­führ­lich aus der Bio­gra­fie des Erfolgs­au­tors.

Ihren beson­de­ren Charme haben in der Stadt- und Schul­bü­che­rei immer die Koch­buch-Prä­sen­ta­tio­nen von Ulri­ke Zatsch­ker, die auch immer gleich eine Kost­pro­be aus den Rezep­ten mit­bringt. Dies­mal ging es um „Kür­bis – 130 genia­le Rezept­ideen“ der bekann­ten Autorin, Bäue­rin und Hof­la­den-Inha­be­rin Maria Wur­zer.

Bild­un­ter­schrift: Ulri­ke Zatsch­ker gilt in der Stadt- und Schul­bü­che­rei als Koch­buch-Exper­tin. Dies­mal hat­te sie sich dem The­ma „Kür­bis“ ange­nom­men. Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Gut­h­mann

Den neu­en Erzähl­band von Fer­di­nand von Schi­rach „Der stil­le Freund“ hat­te Bir­git Franz als Emp­feh­lung mit­ge­bracht. Sie hat­te vie­le Infor­ma­tio­nen zur Bio­gra­fie des erfolg­rei­chen Autors mit­ge­bracht. Foto: Stadt Gunzenhausen/ Babett Gut­h­mann