Beim Literaturcafé in der Stadt- und Schulbücherei präsentierten Bücherfans 18 Neuerscheinungen
Gunzenhausen — Freude an Literatur kann ansteckend sein. Beim Literaturcafé in der Stadt- und Schulbücherei greifen die Testleserinnen und Testleser auf persönliche Leseerfahrungen zurück, machten Lust auf Neuerscheinungen und finden auch kritische Worte. 13 Bücherfans ergriffen diesmal das Wort und es gab — vom schwedischen Thriller, über hochgelobte historische Romane bis zu literarischen Senkrechtstartern eine interessante Auswahl.
Mit dabei unter anderem die Familiensaga „Lazar“ des erst 22 Jahre alten Autors Nelio Biedermann. Melena Renner konnte sich auch für die sprachliche Qualität dieses mit zahlreichen Bezügen zur Zeitgeschichte angereicherten Romans begeistern. Gut gemachte historische Romane müssen nicht unbedingt dicke Wälzer sein – so die Erfahrung von Zena Wiehn bei der Lektüre von „Wachs“ von Christine Wunnike. Erzählt wird von der ehrgeizigen Marie, die im Frankreich des 18. Jahrhunderts unbedingt viel über die Anatomie des Menschen lernen möchte.
Ebenso wie „Wachs“ war auch der Roman „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Marianne Natalis erzählte mit Humor von ihren etwas strapaziösen Leseerfahrungen, denn in diesem Roman kommt man der Hauptfigur und seinen Schilderungen von Depression und Todessehnsucht sehr nah.
Ein Saatgut-Bunker auf einer Insel nahe der Antarktis ist von der Überflutung bedroht und ein Wissenschaftler kämpft mit seinen Kindern um die Rettung des genetischen Erbes, das hier verwahrt wird. Da wird eine schiffbrüchige Frau am Strand gefunden und es wird klar: Die Personen auf der Insel haben etwas zu verbergen… Tina Ellinger mag alle Romane von Charlotte McConaghy und gibt eine absolute Leseempfehlung für „Die Rettung“.
In die nördliche Polregion Kanadas führt der Roman „Wo das Eis niemals schmilzt“ von Inkeri Markkula. Ulrike Fischer empfahl diesen Roman, der unter anderem Trennung indigener Kinder von ihren Eltern, die ohne deren Wissen an Adoptiveltern vermittelt wurden, thematisiert.
Einen guten Start hat nach Meinung von Christine Hölle die Krimi-Autorin Susanne Tägder. Im zweiten Fall für Hauptkommissar Arno Groth muss er das Verschwinden eines elfjährigen Jungens aufklären. Schauplatz ist eine Plattenbau-Siedlung in Mecklenburg und man erfährt viel über Probleme im Osten Deutschlands in den frühen 1990er Jahren.
Ganz und gar nicht gut weg kam aus der Sicht von Kerstin Zels „Die Insel“, ein Thriller von Ulf Kvensler. Viel zu lachen gab es bei ihrer kleinen Spielszene. In einem fiktiven Dialog berichtet sie einer Freundin von der Mühsal und der Freude, beim Literaturcafé schwedische Thriller vorstellen zu müssen.
Gut gefallen hat Marion Hinderer die resolute Titelfigur „Else“ im Roman von Katharina Zorn und Fritzi Bauer. In den 1960-er Jahren, in einer Zeit, in der westdeutsche Frauen noch eine Erlaubnis ihres Ehemanns brauchten, wenn sie einer Arbeit nachgehen durften, startete Else ihre berufliche Laufbahn als Frankfurts erste weibliche Taxifahrerin.
Viel Gefühl kann Julia Engelmann vermitteln. Hanna Krekeler berichtete mit viel Wärme von der ersten großen Liebe der Teenagerin Charlie. In dem Unterhaltungsroman „Himmel ohne Ende“ greift die aus der Poetry-Slam-Szene bekannt Julia Engelmann das Thema Ausgrenzung und Einsamkeit im Jugendalter auf.
Anekdotisches, Lebensgeschichten und viel selbst Erlebtes wird bei Ferdinand von Schirach „Der stille Freund“ zum Thema ausgefeilter Literatur. Birgit Franz hatte mit Begeisterung den Erzählband gelesen und berichtete ausführlich aus der Biografie des Erfolgsautors.
Ihren besonderen Charme haben in der Stadt- und Schulbücherei immer die Kochbuch-Präsentationen von Ulrike Zatschker, die auch immer gleich eine Kostprobe aus den Rezepten mitbringt. Diesmal ging es um „Kürbis – 130 geniale Rezeptideen“ der bekannten Autorin, Bäuerin und Hofladen-Inhaberin Maria Wurzer.
Bildunterschrift: Ulrike Zatschker gilt in der Stadt- und Schulbücherei als Kochbuch-Expertin. Diesmal hatte sie sich dem Thema „Kürbis“ angenommen. Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Guthmann



