Matthias Egersdörfer mit neuem Programm in der KUFA in Roth

von | 9. Mai 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Baye­ri­scher Kaba­rett­preis­trä­ger macht „lang­sam“

Roth (red). Ob als Grant­ler auf der Büh­ne oder als Lei­ter der Spu­ren­si­che­rung im Fran­ken-Tat­ort: Mat­thi­as Egers­dör­fer ist schon seit
Lan­gem über die Gren­zen Fran­kens hin­aus Kult. Jetzt wird er mit dem Deut­schen Kaba­rett­preis aus­ge­zeich­net. In der Kul­tur­fa­brik prä­sen­tiert er am Sams­tag, 10. Mai um 20 Uhr sein neu­es Pro­gramm „lang­sam“.

„Mit Mut, Viel­sei­tig­keit und Beharr­lich­keit hat sich Egers­dör­fer über vie­le Jah­re hin­weg sei­nen Platz in der deut­schen Kaba­rett­sze­ne erobert“, heißt es in der Begrün­dung des Nürn­ber­ger Burg­thea­ters. Kom­pro­miss­los und manch­mal ver­stö­rend lote sein nicht immer sym­pa­thi­sches Büh­nen­ego di Schmerz­gren­zen aus. Das Publi­kum darf sich auf mehr davon freu­en im neu­en Pro­gramm. Um es mit Egers Wor­ten zu beschrei­ben: „In der Früh fängt es manch­mal an, dass der Him­mel ohne Vor­war­nung auf dich her­un­ter­stürzt. Die Frau hat zu wenig oder zu viel geschla­fen. Sie redet drauf­los. Unter einer Lawi­ne aus Wör­tern wirst du ver­schüt­tet. Da hast du noch kei­nen Schluck
Kaf­fee getrun­ken. Du bist froh, dass die Erd­an­zie­hungs­kraft funk­tio­niert.

Schlimm an der Situa­ti­on ist die hohe Geschwin­dig­keit, mit der die Wör­ter gespro­chen wer­den. Schlimm ist das Geren­ne der Mit­men­schen in den Stra­ßen, das Rasen der Trak­to­ren über die Fel­der, die Hoch­ge­schwin­dig­keit, mit der die Nach­rich­ten und Kata­stro­phen blit­zen und don­nern.“ Es ist eini­ge Jah­re her, dass der Egers ein­mal in einer Küche gear­bei­tet hat. Die Küchen­che­fin hat in kur­zer Zeit drei­hun­dert Mal zu ihm gesagt, dass er sich beei­len soll. Der Egers hat es ver­sucht. Aber es ging nicht schnel­ler. Der Egers ist lang­sam. Er schnei­det Zwie­beln lang­sam, denkt lang­sam und spricht meis­tens nicht beson­ders schnell. In die­ser Lang­sam­keit hat er auch das neue Pro­gramm geschrie­ben. Das hat sehr lan­ge gedau­ert. Buch­sta­be um Buch­sta­be, Wort um Wort. Satz um Satz. Mit einer trä­gen Wucht stemmt sich
der Kaba­ret­tist dar­in gegen die Schnel­lig­keit der Welt. Der gan­ze Abend fei­ert die Lang­sam­keit und des­we­gen wer­den auch die Geschich­ten nicht in erhöh­tem Tem­po vor­ge­tra­gen. Aber Sie brau­chen sich als Zuschau­er kei­ne Sor­gen zu machen, dass Sie wegen der gerin­gen Geschwin­dig­keit viel­leicht müde wer­den. Weil es gut sein kann, dass der Egers ein­mal eine Wut bekommt. Dann aber…

Kar­ten gibt es an den bekann­ten even­tim-Vor­ver­kaufs­stel­len, online über eventim.de, bei sowie in Roth bei Bücher Gen­ni­ges und Buch­hand­lung Feu­er­lein und an der Abend­kas­se. Reser­vie­rung unter Tel. 09171 848–714.

Foto: Ste­phan Minx