MdB Artur Auernhammer: Bundeskanzler Scholz lässt die Kommunen bei der Unterbringung der Flüchtlinge im Stich

von | 19. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Am Mitt­woch, 10. Mai war es end­lich so weit und Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz lud zur Son­der­kon­fe­renz der Minis­ter­prä­si­den­tin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten der Län­der zur Asyl- und Flücht­lings­po­li­tik, doch wie­der waren die Kom­mu­nen außen vor. “Dass sich Bun­des­kanz­ler Scholz wei­gert, gemein­sam mit dem Kom­mu­nen Lösun­gen für die­se enor­me Her­aus­for­de­rung zu fin­den, fin­de ich mehr als ent­täu­schend”, kri­ti­siert Artur Auern­ham­mer.

Die Kom­mu­nen, die mit einer ange­mes­se­nen Unter­brin­gung und Betreu­ung der Flucht­lin­ge kon­fron­tiert sind, for­der­ten mehr finan­zi­el­le Pla­nungs­si­cher­heit. Zwar sag­te die Bun­des­re­gie­rung nach zäher Ver­hand­lung eine Erhö­hung der Flücht­lings­pau­scha­le für das Jahr 2023 um eine Mil­li­ar­de Euro auf nun 3,75 Mil­li­ar­den Euro fest zu, doch wie es im nächs­ten Jahr wei­ter­geht, bleibt wei­ter unklar. Immer­hin hat die Bun­des­re­gie­rung zuge­stimmt Bun­des­lie­gen­schaf­ten bereit­zu­stel­len und Her­rich­tungs­kos­ten zu über­neh­men.

Zusam­men mit den Län­der­chefs einig­te sich Olaf Scholz auf die nöti­ge Beschleu­ni­gung von Asyl­ver­fah­ren, eine effek­ti­ve­re Rück­füh­rung und die Redu­zie­rung irre­gu­lä­rer Migra­ti­on. Auern­ham­mer unter­streicht: “In vie­len Kom­mu­nen feh­len Unter­brin­gungs­plät­ze, da vie­le von Per­so­nen ohne Blei­be­recht belegt sind, obwohl die­se schon seit län­ge­rem Zeit aus­rei­se­pflich­tig sind. Die Bun­des­re­gie­rung muss end­lich die Aus­rei­se­pflich­ten durch­set­zen!”

Um von vor­ne her­ein irre­gu­lä­re Migra­ti­on zu ver­hin­dern, for­dert die CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on je nach Lage Kon­trol­len an den Bun­des­gren­zen zu Tsche­chi­en, Polen und der Schweiz durch­füh­ren zu kön­nen, so wie es aktu­ell an der deutsch-öster­rei­chi­schen Gren­ze gehand­habt wird.
Auch Frank­reich setzt seit 1. Mai auf Grenz­kon­troll­mög­lich­kei­ten an allen fran­zö­si­schen Bin­nen­gren­zen. Die Bun­des­re­gie­rung signa­li­sier­te dazu bei der Son­der­sit­zung ledig­lich eine zurück­hal­ten­de Bereit­schaft, jedoch ohne Eini­gung. Dass kon­se­quen­te Grenz­kon­trol­len nötig sind, zei­gen laut Artur Auern­ham­mer ein­deu­ti­ge Zah­len. Von Janu­ar bis März stell­te die Bun­des­po­li­zei an der Gren­ze zu Polen 4.013 uner­laub­te Ein­rei­sen fest, zu Öster­reich 3.674, zur Schweiz 3.063 und zu Tsche­chi­en 1.516 uner­laub­te Ein­rei­sen. Der ent­spre­chen­de Antrag der CDU/CSU wur­de im Deut­schen Bun­des­tag am Tag nach der Son­der­sit­zung mit 416 Nein-Stim­men zu 259 Ja-Stim­men jedoch abge­lehnt.

“Die Bun­des­re­gie­rung han­delt nicht und duckt sich vor der Ver­ant­wor­tung weg. Wer Gren­zen nicht kon­trol­lie­ren will und damit irre­gu­lä­re Migra­ti­on nicht unter­bin­det, muss sich um die men­schen­wür­di­ge Unter­brin­gung die­ser Men­schen küm­mern. Alles ande­re ist schein­hei­lig. Ich for­de­re, dass die Ampel end­lich auf­wacht und den Ernst der Lage erkennt, bevor die Stim­mung in vie­len Kom­mu­nen voll­stän­dig kippt!”, schließt Artur Auern­ham­mer.

Bild­un­ter­schrift: MdB Artur Auern­ham­mer: Nach wie vor ver­kennt Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz die Situa­ti­on in den Kom­mu­nen, die seit Mona­ten auf­grund ihrer Über­for­de­rung mit der Unter­brin­gung von immer mehr Flücht­lin­gen Alarm schla­gen. Foto: Tobi­as Koch