MdD Artur Auernhammer: Diese Zuckersteuer lehne ich ab!

von | 31. August 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg


Der agrar­po­li­ti­sche Spre­cher der CSU-Lan­des­grup­pe im Deut­schen Bun­des­tag, Artur Auern­ham­mer MdB, lehnt die geplan­te Zucker­steu­er ab. „Ich bin gegen die Ein­füh­rung einer Zucker­steu­er und mit mir wird es die­se in der jetzt vor­ge­leg­ten Form nicht geben“, stellt Auern­ham­mer klar. Hin­ter­grund ist das bekannt­ge­wor­de­ne Eck­punk­te­pa­pier des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums, das deut­lich über die Emp­feh­lun­gen der Finanz­Kom­mis­si­on Gesund­heit hin­aus­geht und erheb­lich mehr Pro­duk­te erfas­sen wür­de als bis­lang vor­ge­se­hen.

„Eine Abga­be auf Zucker kann nur dann ein sinn­vol­les Instru­ment sein, wenn sie auch tat­säch­lich lenkt und wenn das Geld dort ankommt, wo die Kos­ten ent­ste­hen, näm­lich im Gesund­heits­we­sen“, so Auern­ham­mer. „Der vor­lie­gen­de Vor­schlag erfüllt bei­des nicht. Er wirkt eher wie ein Ver­such zur Haus­halts­sa­nie­rung. Die bekannt­ge­wor­de­nen Berech­nun­gen von ca. 2 Mil­li­ar­den € jähr­li­cher Zusatz­ein­nah­men gehen weit über die avi­sier­ten 650 Mio. € für die GKV hin­aus. Die­se Dif­fe­renz darf nicht im all­ge­mei­nen Haus­halt ver­si­ckern.“

Auern­ham­mer wirbt für ein ein­fa­ches und ziel­ge­nau­es Modell. Die Zucker­steu­er soll erst ab einer bestimm­ten Gebin­de­grö­ße erho­ben wer­den, ver­bun­den mit einer voll­stän­di­gen Zweck­bin­dung der Ein­nah­men für Ernäh­rungs­bil­dung, Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­ver­sor­gung. „Wer Ver­hal­ten ändern will, muss dort anset­zen, wo tat­säch­lich gro­ße Men­gen kon­su­miert wer­den und nicht pau­schal jedes Geträn­ke­re­gal ver­teu­ern. Eine Steu­er, die am Ende auch Schor­len, Gemü­se­säf­te oder alko­hol­frei­es Bier und alko­hol­frei­en Wein trifft, kon­ter­ka­riert das eige­ne Ziel.“

Aus­drück­lich begrüßt der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, dass das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Hei­mat früh­zei­tig mit einem Lei­tungs­vor­be­halt reagiert hat. „Das war rich­tig und not­wen­dig. Bun­des­mi­nis­ter Alo­is Rai­ner hat hier klar Posi­ti­on bezo­gen und will an der vor­ge­schla­ge­nen Steu­er­aus­ge­stal­tung der Finanz­Ko­mis­si­on Gesund­heit fest­hal­ten, wenn die Steu­er denn schon kom­men muss.“

Zugleich ver­weist Auern­ham­mer auch auf die ange­spann­te Lage der hei­mi­schen Zucker­wirt­schaft. Die Schilf-Glas­flü­gel­zi­ka­de und die feh­len­den effek­ti­ven Bekämp­fungs­me­tho­den machen den Zucker­rü­ben­bau­ern sehr zu schaf­fen. Hin­zu kom­men Hit­ze und Tro­cken­heit, die die Ern­te­er­war­tun­gen drü­cken. Auch die Zucker­im­port­mög­lich­kei­ten durch das Mer­co­sur-Abkom­men wer­den Druck auf den Markt aus­üben.

„Unse­re Rüben­bau­ern und die ver­ar­bei­ten­den Wer­ke ste­hen von meh­re­ren Sei­ten unter Druck“, sagt Auern­ham­mer. „In die­ser Lage dür­fen wir kei­ne zusätz­li­chen Hür­den auf­bau­en. Wer eine Zucker­steu­er will, muss sie so aus­ge­stal­ten, dass sie gesund­heits­po­li­tisch wirkt und nicht die hei­mi­sche Wert­schöp­fungs­ket­te schwächt.“

Zugleich for­dert Auern­ham­mer eine spür­bar bes­se­re Unter­stüt­zung des hei­mi­schen Zucker­rü­ben­an­baus durch ver­läss­li­che und recht­zei­ti­ge Zulas­sun­gen im Pflan­zen­schutz statt jähr­li­cher Not­fall­ge­neh­mi­gun­gen, mehr Mit­tel für Züch­tung und Resis­tenz­for­schung gegen SBR und Stol­bur sowie eine kon­se­quen­te Anwen­dung der Schutz­klau­seln des Mer­co­sur-Abkom­mens. „Wer den Rüben­an­bau in Deutsch­land hal­ten will, muss den Betrie­ben wirk­sa­me Werk­zeu­ge und eine ver­läss­li­che Per­spek­ti­ve geben“, so Auern­ham­mer.

Foto: MdB Artur Auernhammer/ Tobi­as Koch